23.12.2019

Kalliauer befürchtet längere Wartezeiten: „Ein bedarfs­gerechter Zugang zu Spitälern muss für jeden jederzeit möglich sein!“

Einen ungehinderten Zugang zur medizinischen Versorgung – und zwar für alle Menschen, unabhängig von Wohnort und Zeit - verspricht der vom Land Oberösterreich gemeinsam mit der Ober­öster­reichischen Gebiets­krankenkasse beschlossene „Regionale Strukturplan 2025“. „Wir stellen aber leider fest, dass der ungehinderte Zugang für Ober­österreichs Spitäler nicht immer zutrifft!“, ist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer besorgt. Transparente und nachvollziehbare Warte­listen mit Maximal­wartezeiten seien notwendig.

Wartenzeiten lang, Betten abgebaut

Laut Antwort von Gesundheits-Landesrätin Mag.a Christine Haberlander auf eine Anfrage des SP-Landtagsklubs haben sich die Wartezeiten bei bestimmten geplanten Operationen (etwa Knieprothese, Mandeloperation, Grauer Star) heuer von 107 abgefragten Wartezeiten nur 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr verringert. Trotzdem sollen laut regionalem Strukturplan in Ober­österreich bis 2025 insgesamt 338 Spitalsbetten abgebaut werden.

Steyr: fast 3 Monate für Grauen Star

Erschreckend ist, dass die Patienten/-innen heuer bei 43 Prozent der abgefragten Wartezeiten länger auf die Operation warten mussten als im Vorjahr. Ein konkretes Beispiel: Lagen Patienten/-innen für eine Operation am Grauen Star in Steyr im Vorjahr erst nach 3 bis 8 Wochen Warten auf dem Operationstisch, so ist heuer die Wartezeit auf 11 Wochen angestiegen. Trotz dieser Entwicklung sieht der „Regionale Strukturplan“ für das Klinikum Steyr bis 2025 einen Abbau von 28 Spitalsbetten vor!

Patientenwohl zweitrangig?

 „Würde das Land Oberösterreich seiner Rolle als Spitalserhalter zum Wohle der Patientinnen und Patienten nachkommen und nicht nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln, wären in Oberösterreich zusätzliche Spitalsbetten zum Abbau von Wartezeiten nötig“, sieht Kalliauer hier die negativen Folgen der oberösterreichischen Spitalsreform. Insgesamt sollen nach diesen Plänen in Oberösterreich bis 2025 338 Spitalsbetten abgebaut werden. Doch das ist noch nicht alles: 734 Spitalsbetten werden in den nächsten sechs Jahren in sogenannte Wochenbetten umgewandelt. Diese dürfen in der Regel nur von Montag bis Freitag belegt werden, eingeschränkte Betriebszeiten sind die Folge.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich befürchtet daher künftig noch längere Wartezeiten. Allein im Krankenhaus Ried im Innkreis wird neben dem Abbau von 15 Betten bis 2025 zusätzlich jedes zehnte Bett in ein Wochenbett umgewandelt. Das ist insofern unverständlich, weil im Krankenhaus Ried zum Beispiel die Wartezeit auf eine Nasenpolypen-Operation von 3 (2018) auf 8 Wochen (2019) angewachsen ist. „Es braucht transparente und für die Patientinnen und Patienten nachvollziehbare Wartelisten mit Maximal­wartezeiten nach Dringlichkeitsstufen“, fordert der AK-Präsident.   

Würde das Land Oberösterreich seiner Rolle als Spitalserhalter zum Wohle der Patientinnen und Patienten nachkommen und nicht nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln, wären in Oberösterreich zusätzliche Spitalsbetten zum Abbau von Wartezeiten nötig.

Dr. Johann Kalliauer

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Würde das Land Oberösterreich seiner Rolle als Spitalserhalter zum Wohle der Patientinnen und Patienten nachkommen und nicht nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln, wären in Oberösterreich zusätzliche Spitalsbetten zum Abbau von Wartezeiten nötig.

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