12.5.2020

Verkehrs­verbund soll Jahres­karten ver­längern und die Politik den öffent­lichen Verkehr unter­stützen

Bei der AK Ober­österreich mehren sich Anfragen und Be­schwerden von Arbeit­nehmern/-innen, die Jahres­karten für öffentliche Verkehrs­mittel gekauft haben, diese aber corona­bedingt nicht nutzen können. Bereits Anfang April hat daher AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer schriftlich dem OÖ. Verkehrsverbund vorgeschlagen, Jahreskarten automatisch um die Dauer der Corona-Krise zu verlängern und Verkehrs­landesrat Günther Steinkellner aufgefordert, alle Verkehrsbetriebe - so wie andere Unternehmen auch - aus öffentlichen Mitteln zu unterstützen.  „Der Verkehrs­verbund hat ablehnend reagiert und auf die Möglichkeit verwiesen, die Jahres­karten zu kündigen. Der Landesrat hat nicht einmal geantwortet! Berufs­pendler und andere treue Öffi-Kunden werden im Regen stehen gelassen“, kritisiert Kalliauer.

Öffi-Kunden unterstützen

Der AK-Präsident fordert, dass alle Öffi-Kunden für den Zeitraum, in dem sie ihre Dauerfahrkarte wegen der Corona-Krise nicht nutzen können eine finanzielle Abgeltung erhalten. Die Gültigkeit von Semester­karten für Studenten/-innen hat der Verkehrs­verbund bereits bis Februar 2021 verlängert. Warum das gleiche nicht auch für Berufs­pendler/-innen mit Jahres­karten gemacht wird, ist unverständlich. 

Die meisten Pendler konnten seit Beginn der Krise das öffentliche Verkehrsangebot nicht mehr nutzen, weil ihre Betriebe die Arbeit eingestellt oder auf Home-Office umgestellt haben - oder weil sie wegen Quarantäne-Maßnahmen auf Bus oder Bahn verzichten mussten. Auch in der Freizeit war das Fahren mit Öffis aufgrund der Ausgangs­beschränkungen lange unmöglich. Außerdem kam es infolge der starken Fahrgastrückgänge zu deutlichen Einschränkungen des Fahr­angebotes, wofür die AK Ober­österreich durchaus Verständnis zeigt.

Warum sollen treue Kunden draufzahlen?

„Kein Verständnis haben wir aber dafür, dass jetzt gerade die Jahreskartenbesitzer im wahrsten Sinne des Wortes draufzahlen sollen. Das ist auch aus Sicht des Verkehrs­verbundes sehr kurzsichtig, denn hier geht es auch um Kunden-bindung“, argumentiert Kalliauer. Denn wenn es nicht gelingt, möglichst viele Stamm­kunden/-innen zu halten, könnten die öffentlichen Verkehrs­betriebe nachhaltig unter den Krisenfolge leiden. Ein dauerhafter Rückgang der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel könnte zu noch mehr Staus und Luftver­schmutzung führen und wäre daher auch für das Klima und die Verkehrs­sicherheit äußerst schädlich. 

Land und Bund müssen aktiv werden

Der AK-Präsident sieht daher auch die Politik in der Pflicht: „Landesrat Steinkellner und Bundes­umweltministerin Gewessler sind gefordert, einen Beitrag zu leisten, dass es auch nach Corona einen starken öffentlichen Verkehr mit steigenden Fahrgast­zahlen gibt und den finanzielle Schaden für die Verkehrs­unter­nehmen durch finanzielle Zuschüsse möglichst gering zu halten. 

Eine Verlängerung der Jahreskarten schmälert zwar vorüber­gehend die Liquidität der Verkehrs­betreibe, ist aber keine teure Lösung und als Kundenbindungs­programm nachhaltig. Die öffentliche Hand soll dabei helfen, den durch die Corona-Krise verursachten Schaden zu begrenzen. Denn natürlich sind die Verkehrs­betriebe an der Situation unschuldig. Das gilt aber auch für ihre Kunden und es kann nicht sein, dass ausgerechnet jene bestraft werden, die Jahreskarten erworben haben.

Der Verkehrs­verbund hat ablehnend reagiert,  der Landesrat nicht einmal geant­wortet! Berufs­pendler und andere treue Öffi-Kunden werden im Regen stehen gelassen! 

Dr. Johan Kalliauer

AK-Präsident

Kontakt

Kontakt

Kommunikation
Volksgartenstraße 40, 4020 Linz
TEL: +43 50 6906 2182
E-MAIL: kommunikation@akooe.at

Folgen Sie uns auf twitter
Liken Sie uns auf Facebook

Der Verkehrs­verbund hat ablehnend reagiert,  der Landesrat nicht einmal geant­wortet! Berufs­pendler und andere treue Öffi-Kunden werden im Regen stehen gelassen! 

Dr. Johan Kalliauer

AK-Präsident

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum