21.05.2019

AK-Präsident Kalliauer: Mobile Pflege­kräfte brauchen gesunde Arbeits­bedin­gungen, um optimal betreuen zu können

Der „Tag der Mobilen Dienste“ am 21. Mai soll aufzeigen, welch wert­volle Arbeit die Be­schäf­tigten in der mobilen Pflege und Be­treuung Tag für Tag erbringen. Um den Pflege­beruf attrak­tiver zu machen, fordert die AK bessere Rahmen­bedin­gungen. „Beschäf­tigte müssen teil­weise unter Bedin­gungen arbeiten, die ihre eigene Gesund­heit gefähr­den. Das kann es nicht sein“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert abge­sicherte Rechts­ansprüche auf Arbeits­bedin­gungen, die die Gesund­heit nicht gefährden.

Beschäftigte gefährden sich selbst

In Ober­öster­reich ver­sorgen derzeit knapp 2.300 mobile Pflege­kräfte mit fast 2 Millionen Arbeits­stun­den jährlich über 20.000 Klien­ten/-innen, damit diese so lange wie möglich im eigenen Haus oder in der eigenen Woh­nung bleiben können. Doch es wird immer schwie­riger, Men­schen für diesen Beruf zu begeistern. Eine im Auftrag der AK erstellte Studie des Euro­päischen Zen­trums für Wohl­fahrts­politik und Sozial­politik ver­deut­licht den Hand­lungs­bedarf. Denn 45 Prozent der be­fragten Be­treuer/-innen berich­ten von Gefah­ren in den Haus­halten der Klien­ten/-innen - etwa durch aggres­sive Tiere, defekte Elektro­geräte oder un­sichere Arbeits­wege. 56 Prozent verrichten ihre Arbeit in Räumen, die für eine ordent­liche Pflege schlicht unge­eignet sind - zum Beispiel, weil Hilfs­mittel wie Hebe­lifte fehlen. „Es kann nicht sein, dass Beschäf­tigte in den mobilen Diensten unter Be­dingungen arbeiten müssen, die ihre eigene Gesund­heit ge­fähr­den können“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Ein rascher, un­kompli­zierter und kosten­loser Rechts­anspruch auf Sachl­eistun­gen wie Hebel­ifte und Bade­wannen oder auch auf not­wen­dige Repara­turen hätte mehrere Vorteile. „Die Pflege und Be­treuung würde erleichtert und ver­bessert, die Gesund­heit der Be­schäf­tigten wäre besser geschützt“, kon­kreti­siert der AK-Präsident die not­wendig­sten Maß­nahmen.

Überstunden sind normal

Auch bei den Arbeits­zeiten besteht Hand­lungs­bedarf. Denn über 30 Prozent der Befragten geben an, dass sie ein- oder mehr­mals die Woche Über­stun­den leisten, weitere 13 Prozent min­destens einmal im Monat. Er­fah­rungen aus der Schweiz und Skandi­navien zeigen, dass die richtigen Maß­nahmen deutlich mehr Men­schen moti­vieren können, einen Pflege- und Be­treuungs­beruf zu ergreifen. „So sind aus­reichen­de Personal­ressourcen, Plan­bar­keit von Arbeits­zeit, genug Zeit für Be­treu­ung und Pflege, eine arbeits­technisch gute und gesund­heits­schonende Aus­stattung des Arbeits­platzes sowie die Möglichkeit, autonom die eigene Arbeit zu gestalten, wichtige Schritte für einen Zukunfts­arbeits­markt Pflege“, resümiert Kalliauer.

21. Mai: Tag der Mobilen Dienste 

Am 21. Mai begeht Ober­öster­reich erstmals den „Tag der Mobilen Dienste“. Zu diesem Anlass findet im Neuen Rathaus in Linz ein großer Kongress unter dem Motto „Dahoam möcht i bleibm – Mobile Betreu­ung und Pflege, Möglich­keiten und Grenzen“ statt. „Ich bedanke mich bei allen Teil­nehme­rinnen und Teil­neh­mern für ihre wert­volle Arbeit. Ihre Leistungen sollen heute im Mittel­punkt stehen. Daher freut es mich ganz besonders, dass die AK Ober­öster­reich Koope­rations­partnerin dieser Tagung ist“, betont AK Präsident Kalliauer.

"Es kann nicht sein, dass Be­schäf­tigte in den mobilen Diensten unter Be­din­gun­gen arbei­ten müssen, die ihre eigene Ge­sund­heit gefähr­den können."

Dr. Johann Kalliauer

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