21.12.2020

Arbeits­klima Index: Effiziente Corona-Vorbeugung am Arbeits­platz schützt vor Er­schöp­fung und Angst­zu­ständen

Die Corona-Pandemie beherrscht mittler­weile seit 9 Monaten den Arbeits­alltag und wird für viele Arbeit­nehmer/-innen zu einer immer größeren mentalen Heraus­forderung. Umso wichtiger ist ein effizienter Infektions­schutz am Arbeits­platz. Dass sich dieser auf die psychische Gesund­heit positiv auswirkt, zeigen aktuelle Daten des Arbeits­klima Index. Jene, die sich ausreichend geschützt fühlen, berichten deutlich seltener von Angst­zuständen, Gedächtnis­schwäche, Nervosität, Erschöpfung und Schlaf­störungen. „Der Schutz vor psychi­schen Schäden wird immer wichtiger und gehört - auch gesetzlich - noch stärker in den Fokus gerückt“, fordert daher AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Überstunden, Kinderbetreuung und neue Aufgaben

Viele Arbeit­nehmer/-innen haben durch die Corona-Pandemie neue Arbeits­aufgaben, müssen vermehrt Über­stunden machen und sich flexibel um Kinder­betreuungs­möglich­keiten kümmern. Dazu kommt die Angst um die berufliche Zukunft. Mit ihren Sorgen dürfen Arbeit­nehmer/-innen nicht alleine gelassen werden. Dass Handlungs­bedarf besteht, zeigt die aktuelle Arbeitsklima Index-Befragung.

28,2 Prozent der Befragten, die sich am Arbeitsplatz nicht geschützt fühlen, berichten von Angst­zuständen. Ihr Anteil ist damit mehr als doppelt so hoch wie jener, die sich „jedenfalls“ geschützt fühlen (12,3 Prozent). Fast die Hälfte (46,5 Prozent) jener, die sich am schlechtesten geschützt fühlen, berichtet von Nervosität. Bei den sich bestmöglich geschützt Fühlenden ist es nur ein Viertel. Auch internationale Studien bestätigen: Je besser die Maß­nahmen zum Schutz vor Ansteckung sind, desto weniger leiden Arbeit­nehmer/-innen an Angst oder Depressions­zuständen.

Vorsorge statt Medikamenten-Missbrauch

Besorgnis­erregend ist die Situation hinsichtlich Medika­menten­einnahme. Auch hier gibt es gravierende Unter­schiede. Knapp zwei Drittel jener, die sich „jedenfalls geschützt“ fühlen, verzichten auf Mittel gegen Muskel- und Gelenks­schmerzen sowie sonstige Schmerz­mittel. In der schlecht­geschützten Gruppe sind es nur 50 Prozent (Muskel- und Gelenks­schmerz­mittel) beziehungsweise 42 Prozent (sonstige Schmerz­mittel). Schlaf- und Beruhigungs­mittel nehmen 3 Prozent der gutgeschützten Gruppe öfter als ein- bis zwei Mal die Woche. Bei den schlecht geschützten Arbeit­nehmern/-innen ist dieser Anteil doppelt so hoch, nämlich 7 Prozent.

„Die Daten zeigen eindeutig: Es macht für die Arbeit­geber/-innen großen Sinn, ihre Fürsorgepflicht ernst zu nehmen und die Arbeit­nehmer/-innen vor einer Coronavirus-Ansteckung so gut als möglich zu schützen. Dazu sind sie nicht nur gesetzlich verpflichtet, sondern es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung, das sich die Beschäftigten mehr als verdient haben - gerade in Bereichen, in denen die Infektions­gefahr besonders hoch ist“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Psychische Belastungen steigen

Die klassischen Arbeit­nehmer­schutz­themen sind nach wie vor wichtig, allerdings verlagern sich immer mehr Problem­felder von den körperlichen zu den psychischen Belastungen. Um den modernen Anforderungen an den Arbeitnehmer­schutz gerecht zu werden, fordert Kalliauer, dass neben der Arbeits­medizin und der Sicherheits­fachkraft die Arbeits­psychologie als dritte Präventions­kraft verankert wird: „Ein guter, ganzheitlicher Arbeit­nehmer/-innen­schutz war wahrscheinlich noch nie so wichtig wie jetzt!“ Um schnell Maßnahmen für den Gesundheits­schutz der Arbeit­nehmer/-innen setzen zu können, sei zudem eine Evaluierung psychischer Belastungen zeitnah durchzuführen.

Der Schutz vor psychischen Schäden wird immer wichtiger und gehört - auch gesetzlich - noch stärker in den Fokus gerückt.

Dr. Johann Kalliauer

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Der Schutz vor psychischen Schäden wird immer wichtiger und gehört - auch gesetzlich - noch stärker in den Fokus gerückt.

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