10.05.2019

Schöne Berufe! Laut Arbeits­klima Index sind Friseurinnen, Kosmetikerinnen­ & Co. trotz schlechter Bezahlung sehr zu­frieden

Friseurinnen, Kosmetikerinnen, Masseurinnen sowie Fitness- und Wellnesstrainerinnen: 9 von 10 Beschäftigten in den Schönheits- und Gesundheitsberufen sind Frauen. Ihr Arbeitsklima Index liegt mit 112 Punkten um 4 Indexpunkte über dem Durchschnitt aller Branchen und Berufe - und das trotz regelmäßiger Überstunden und schlechter Einkommen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert angesichts der Ergebnisse dieser Erhebung mehr Respekt für die Leistungen der Beschäftigten. 

Wie geht es den Be­schäftigten? 

Das Geschäft mit der Schönheit und Fitness boomt. Aber wie geht es den Beschäftigten, die sich um das Wohlergehen der Wellnessgesellschaft kümmern? Kurzgefasst: Gut! Der Arbeitsklima Index von Beschäftigten in Schönheits- und Gesundheitsberufen liegt mit 112 Punkten um 4 Indexpunkte über dem Durchschnitt aller Branchen und Berufe.  

Faktoren für das zufrieden sein 

Diese hohe Zufriedenheit resultiert aus mehreren Faktoren. 8 von 10 Beschäftigten sind mit ihrer Arbeitszeit zufrieden, obwohl 56 Prozent zumindest gelegentlich Überstunden machen müssen. Im Vergleich zu anderen Beschäftigten klagen sie deutlich weniger über Zeitdruck und ständigen Arbeitsdruck. Entscheidend für die hohe Zufriedenheit ist auch das Arbeitsumfeld: 84 Prozent sind mit dem Führungsstil ihrer Vorgesetzten zufrieden, 91 Prozent mit dem Verhältnis zu den Kollegen/-innen. 

Kein Auskommen mit dem Ein­kommen 

Nichtsdestotrotz hat das Geschäft mit der Schönheit auch seine Schattenseiten: Trotz guter Ausbildung - drei Viertel haben eine Lehre abgeschlossen - ist fast die Hälfte mit dem Lohn oder Gehalt unzufrieden, im Durchschnitt aller Berufe sind es „nur“ 34 Prozent. Und 7 von 10 kommen kaum oder gar nicht mit ihrem Einkommen aus. Unter allen Beschäftigten sagen das 47 Prozent. Wenig verwunderlich glauben 21 Prozent der (vorwiegend jungen) Beschäftigten in der Schönheitsbranche, dass sie wohl nicht von ihrer künftigen Pension leben können.

Diese Ergebnisse rufen AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer auf den Plan: „Was die Beschäftigten in den Schönheits- und Gesundheitsberufen leisten - davon profitieren wir alle. Und wir zahlen auch unseren Preis für die erhaltenen Leistungen. Aber davon haben die Leistungsträgerinnen viel zu wenig. Sie haben mehr Respekt, faire Behandlung und höhere Einkommen für ihre Leistungen verdient.“

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 22 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer/-innen. Alle Infos zum Arbeitsklima Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima

"Die Beschäftigten in den Schönheits- und Gesundheits­berufen haben mehr Respekt, faire Behandlung und höhere Ein­kommen für ihre Leistungen verdient."

 Johann Kalliauer

AK-Präsident

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