11.05.2022

AK-Ver­anstaltung zum „Tag der Pflegenden“ am 12. Mai 2022 in der Arbeiterkammer Linz

Am 12. Mai findet der internationale „Tag der Pflegenden“ statt. Ziel ist es, die Leistung der Beschäftigten in den Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen hervorzuheben und zu würdigen. Gleichzeitig werden an diesem Tag erneut die Probleme im Pflegesystem aufgezeigt und Lösungen diskutiert. „Die Pflege und Betreuung stecken in einer Krise“, stellt AK-Präsident Andreas Stangl einmal mehr fest und fordert die sofortige Entlastung der Pflegebeschäftigten.

Politik muss ak­tiv werden

„Dass es in der Pflege einen großen Handlungsbedarf gibt, hat nun hoffentlich auch die letzte Politikerin und der letzte Politiker in Oberösterreich begriffen. Salbungsvolle Worte sind zu wenig. Und auch das beklatschen der Pflegekräfte hat deren Arbeitssituation nicht verbessert. Klar ist, dass es die strukturellen Probleme in der Pflege bereits vor der Krise gab. Diese wurden durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt und müssen endlich angegangen werden“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Lösungen präsentieren

Im Rahmen der AK-Veranstaltung zum „Tag der Pflegenden“ werden neben Fakten und Kritikpunkten zur immer größer werdenden Krise im Bereich der Pflege- und Gesundheitsversorgung auch mögliche und dringend notwendige Lösungen diskutiert. Zielsetzungen für die Zukunft und eine Antwort auf die Frage, ob professionelle Pflege- und Betreuungsarbeit überhaupt noch möglich ist, sind ebenso Thema.

Berufsrückkehrer bieten Potential

Österreichweit weisen heute die Gewerkschaften und die Beschäftigten in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen auf die Belastungen in diesem Bereich hin. Oberstes Ziel muss es daher sein, Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen und vor allem durch bessere Arbeitsbedingungen langfristig zu halten.

Laut einer Studie der Arbeiterkammer Bremen (Studie "Ich pflege wieder, wenn...") können sich 300.000 Pfleger/-innen vorstellen, wieder in die Pflege zurück zu kommen beziehungsweise Stunden aufzustocken. Allerdings nur, wenn sich die Arbeitsbedingungen rasch und nachhaltig verbessern. Auf Österreich übertragen wären das 30.000 Fachkräfte, die für den Beruf wiedergewonnen werden könnten.

Die AK Ober­österreich bekräftigt einmal mehr ihre Forderungen:

  • Die Arbeits­bedingungen sind grundsätzlich zu verbessern. Es braucht dringend eine Anpassung des Mindestpflegepersonalschlüssels für oberösterreichische Pflegeheime und der Personalberechnungen, aufbauend auf arbeitswissenschaftliche Grundlagen.
  • Sofortige Entlastung der Kollegen/-innen durch den Einsatz von Beschäftigten in Unterstützungsberufen in hauswirtschaftlichen und administrativen Bereichen, damit die Kollegen/-innen wieder mehr Zeit für die Pflege haben.
  • Eine echte Ausbildungsoffensive für die Pflege inklusive arbeitsmarktpolitischer Initiativen für Ein-, Um- und Wiedereinsteiger/-innen. Das Arbeitsmarktservice und das Land Oberösterreich müssen zusätzliche Mittel in die Hand nehmen, um die Pflegeausbildung leistbar und attraktiver zu machen.
  • Die in der „OÖ Fachkräftestrategie Langzeitpflege“ festgestellten Verbesserungen rasch umsetzen, anstatt auf die Pflegelehre und ausländische Pflegekollegen/-innen zu hoffen, was die Probleme nicht lösen wird.
  • Mehr Tempo in die Bundes­pflegereform.

Pflege und Betreuung stecken in einer Krise. Die strukturellen Probleme müssen endlich angegangen werden

andreas stangl

AK-PRÄSIDENT

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