28.03.2019

Antrag einen Tag zu früh (!) gestellt – Papamonat abgelehnt. AK fordert mehr Praxisnähe beim Familien­zeit­bonus

Der Alltag frischgebackener Eltern steckt voller Unwägbarkeiten und Überraschungen. Wirklich planbar ist da so gut wie gar nichts. „Die viel zu starren Voraussetzungen für den Familienzeitbonus, sprich Papamonat, werden der Wirklichkeit nicht gerecht“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Erst kürzlich hat sich ein junger Vater bei der Arbeiterkammer Oberösterreich gemeldet, dem der Bonus verweigert wurde, weil er den Antrag einen Tag zu früh gestellt hatte. „Wir konnten dem Mann nicht helfen, die Rechtslage ist leider so. Das gehört schleunigst korrigiert“, fordert Kalliauer.

Papamonat ist halb­herzige Lösung

Der Familienzeitbonus ist eine 2017 eingeführte Geldleistung für erwerbstätige Väter, die sich unmittelbar nach der Geburt des Kindes ausschließlich der Familie widmen wollen und ihre Erwerbstätigkeit für diese Zeit unterbrechen. Die Anspruchsdauer ist 28 bis 31 Tage (daher der Begriff Papamonat), der Bonus beträgt rund 700 Euro. Es gibt keinen Rechtsanspruch drauf, während der Inanspruchnahme besteht kein Kündigungsschutz. So weit, so halbherzig. “Wir wollen einen Rechtsanspruch, alles andere ist Augenauswischerei“, so Kalliauer.

Wer macht solche Gesetze? 

Sind Mutter und Kind noch im Krankenhaus, gibt’s keinen Familienzeitbonus. Der Bezug kann frühestens am Tag nach der Entlassung des Kindes aus dem Krankenhaus beginnen. Das alleine ist schon fragwürdig, weil Mutter und Kind zum Beispiel nach einer Geburt mit Komplikationen durchaus auch im Spital die väterliche Unterstützung brauchen könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass ein einmal gestellter Antrag nicht mehr geändert werden kann, auch nicht bei unvorhergesehenen Ereignissen. Das wurde dem eingangs erwähnten Vater zum Verhängnis. Er hatte den Antrag nämlich für die Zeit ab dem letzten Krankenhaustag gestellt. Wegen des zu früh angegebenen Beginns wurde ihm der Bonus für die gesamten 4 Wochen verweigert. Eine zwar dem Gesetz entsprechende, aber völlig absurde Entscheidung.

Mehr Flexibilität gefordert

„Wer Kinder hat, der weiß: Das Leben mit Kindern besteht fast nur aus unvorhergesehenen Ereignissen. Deshalb wäre es hoch an der Zeit, die starren Regelungen beim Familienzeitbonus ein wenig praxisnäher zu gestalten“, appelliert AK-Präsident Kalliauer an die Familienministerin.

"Wer Kinder hat, der weiß: Das Leben mit Kindern besteht fast nur aus un­vorher­gesehenen Ereignissen. Deshalb wäre es hoch an der Zeit, die starren Regelungen beim Familien­zeit­bonus ein wenig praxisnäher zu gestalten."

Dr. Johann Kalliauer

AK Präsident

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