10.02.2019

Nur mit deutlich besseren Arbeits­bedingungen wird man mehr junge Menschen für Pflege­berufe gewinnen

Gesundheitslandesrätin Haberlander will mehr – vor allem junge – Menschen für Pflegeberufe begeistern. „Dafür braucht es aber mehr als gute Ausbildungsangebote. Vor allem braucht es eine bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die langfristige Perspektiven bieten und es den Pflegekräften ermöglichen, ihre Berufe gesund bis zum Pensionsalter ausüben zu können. Das ist derzeit leider oft nicht der Fall. Gerade Oberösterreich hat hier dringenden Handlungsbedarf“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

100 Euro „Taschen­geld" für angehende Fach­kräfte

Das Taschengeld während der Ausbildung zur Pflege(fach)assistenz an den Gespag-Schulen beträgt 100 Euro im ersten und 380 Euro im zweiten Ausbildungsjahr. Wenn man Arbeitnehmer/-innen in Ausbildung mit solchen Mini-Beträgen abspeist, braucht man sich nicht zu wundern, dass man nicht genügend Interessenten für solche Ausbildungen findet. 

Langzeit-Pflege: Alarmierendes Studien-Ergebnis

Die Arbeiterkammer hat das Europäische Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung mit einer Studie zu den Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege in Österreich beauftragt. Die Daten für Oberösterreich sind ernüchternd: Nur 6 von 10 Beschäftigen in der mobilen und stationären Langzeitpflege können sich vorstellen, ihre Arbeit unter den derzeitigen Bedingungen bis zum Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters fortzuführen. Bei jungen Beschäftigten sind die Ergebnisse noch viel dramatischer. „Es muss mehr Geld ins System, das muss der Gesellschaft mehr wert sein, sonst bleiben die Beschäftigten und in der Folge die Pflegebedürftigen auf der Strecke!“, warnt der AK-Präsident.

Pflegeberuf: Schlechte Noten für Oberösterreich

Im Bundesländervergleich steigt Oberösterreich leider nicht gut aus. In Salzburg können sich fast 70 Prozent der Beschäftigten in den mobilen Diensten einen Verbleib im Beruf bis zur Pension vorstellen, in Wien 49,7 Prozent und in Oberösterreich nur 41,7 Prozent. In den Alten- und Pflegeheimen ist es noch alarmierender: In Salzburg glauben nur 47,2 Prozent der Beschäftigten, dass sie bis zur Pension durchhalten, in Wien 40 Prozent und in Oberösterreich gar nur 34,4 Prozent.

Schlechte Arbeits­bedingungen schrecken Junge ab

Dramatisch sind die Ergebnisse bei den Jungen: Nur 4,4 Prozent der unter 25-jährigen und auch nur 15,2 Prozent der 25- bis 34-jährigen Beschäftigten in der Langzeit-Pflege in Oberösterreich können sich eine Weiterarbeit im Beruf bis zur Pension vorstellen. Mit zunehmendem Alter werden die Zahlen etwas besser, sind aber immer noch viel zu niedrig: Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 30,7 Prozent, bei den 45- bis 54-Jährigen 37,9 Prozent.

„Es muss mehr Geld ins System. Sonst bleiben die Beschäftigten und in der Folge die Pflege­bedürftigen auf der Strecke!“ 

Dr. Johann Kalliauer

AK Präsident

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„Es muss mehr Geld ins System. Sonst bleiben die Beschäftigten und in der Folge die Pflege­bedürftigen auf der Strecke!“ 

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