20.03.2020

Kalliauer appelliert an Ver­ant­wortung der Arbeit­geber: „Nützen Sie bitte Kurz­arbeit, ver­zichten Sie auf Aussetz­verträge“

Seit Montag dieser Woche führte die Arbeiterkammer alleine in Oberösterreich über 20.000 (!) telefonische Beratungen durch. Das ist 6 Mal soviel wie in „Normalzeiten“. Auffällig oft berichten dabei verunsicherte Arbeitnehmer/-innen, dass sie von den Arbeitgebern zu einvernehmlichen Auflösungen der Arbeitsverträge - unter Zusage von „Wiedereinstellungsgarantien“ - gedrängt werden. Auch die immens hohe Anzahl von Arbeitslosengeld-Anträgen beim Arbeitsmarkservice (AMS) bestätigt diese verantwortungslose Vorgangsweise von Unternehmen. 

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer appelliert an die gesellschaftliche und soziale Verantwortung der Arbeitgeber: „Bitte verzichten Sie auf diese ‚Aussetzverträge‘ und nehmen Sie das äußerst attraktive Kurzarbeitsmodell in Anspruch. Die sofortige Auflösung des Arbeitsverhältnisses samt Zusage, dass bei ‚Übergang in den Normalbetrieb‘ nach der Krise das bisherige Arbeitsverhältnis wieder aufgenommen wird, entspricht überhaupt nicht der Sozialpartner-Vereinbarung“, so Kalliauer. Und er warnt: „Die Beschäftigten haben damit einen finanziellen Verlust, sie bleiben in Unsicherheit zurück und im Falle einer Insolvenz ist die Wiedereinstellungsgarantie schlichtweg nichts mehr wert.“

Unternehmer sollen Mo­dell nutzen

Das gemeinsam zwischen den Sozialpartnern/-innen geschaffene Kurzarbeitsmodell ist überaus attraktiv. „Mit diesem Modell der Kurzarbeit ist die Auflösung von Arbeitsverhältnissen aufgrund der Covid-19-Krise absolut nicht vertretbar“, sagt Kalliauer. Das Modell ermöglicht unter anderem:

  • die weitgehende Senkung der Arbeitszeit auf bis zu 0 Stunden,
  • einen Verdienstersatz für die Beschäftigten von zumindest 80 Prozent des bisherigen Nettobezugs (durch Zahlung der Kurzarbeitsunterstützung durch das AMS),
  • den Abschluss von Kurzarbeit auch in Betrieben ohne Betriebsrat durch Einzelvereinbarungen - und auch in Betrieben aller Größenordnungen,
  • die Einbeziehung von Leiharbeitskräften und Lehrlingen und
  • den vollen Ersatz der Kosten der Sozialversicherungsbeiträge bereits ab dem ersten Monat der Kurzarbeit.  

"Die sofortige Auf­lösung des Arbeits­verhält­nisses samt Zu­sage, dass bei Übergang in den Normal­betrieb nach der Krise das bisherige Arbeits­verhältnis wieder aufge­nommen wird, ent­spricht überhaupt nicht der Sozial­partner-Verein­barung.  

Dr. Johann Kalliauer

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