12.03.2019

Knieprothese – bitte warten! AK fordert gerechte und transparente Termin­vergabe für geplante Operationen

Die Wartezeiten auf geplante Operationen in den oberösterreichischen Spitälern sind auch 7 Jahre nach der Einführung des sogenannten Wartelistenregimes noch immer sehr lang. Im Krankenhaus Kirchdorf etwa betrug die Wartezeit auf eine Knieprothese 28 Wochen. Sonderklassepatienten bekommen nach wie vor schneller einen Termin.

Laut einer aktuellen Mitgliederbefragung der Arbeiterkammer Oberösterreich zur medizinischen Versorgung in den Spitälern befürchten mehr als 80 Prozent in Zukunft noch längere Wartezeiten. „Es darf nicht 2 Klassen von Patienten geben. Wir brauchen endlich ein wirklich transparentes und nachvollziehbares System mit Maximalwartezeiten nach festgelegten Dringlichkeitsstufen“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Zufrieden­heit mit Spitälern gering

Die Ergebnisse der im Dezember 2018 und Jänner 2019 durchgeführten Befragung von 600 AK-Mitgliedern sind alarmierend: Nur 49 Prozent sind mit der stationären Versorgung in Oberösterreichs Spitälern sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden. Die Spitalsambulanzen schneiden mit nur 44 Prozent (sehr) Zufriedenen noch schlechter ab. Ganz anders sieht die Zufriedenheit mit dem Hausarzt/der Hausärztin aus: Hier sind 81 Prozent zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden.

Weitere Verschlechterungen erwartet

Ebenfalls bemerkenswert: 84 Prozent befürchten in Zukunft noch längere Wartezeiten. „Das Land Oberösterreich verdrängt offenbar dieses akute Wartezeitenproblem“, kritisiert AK-Präsident Kalliauer. Tatsächlich hat sich seit der gesetzlichen Einführung des sogenannten Wartelistenregimes im Jahre 2012 für die Patienten/-innen wenig verändert. Die Wartezeiten werden zwar im Internet von allen oberösterreichischen Spitälern veröffentlicht, und bei der Terminplanung kommen auf Empfehlung des Landesrechnungshofes nun auch soziale Kriterien zur Anwendung. Für die Betroffenen zeigen diese Maßnahmen aber kaum Verbesserungen. „Ein standardisiertes und transparentes System wäre dringend notwendig. Schließlich sind hier Menschen betroffen, die in der Regel ohnehin schon einen langen Leidensweg hinter sich haben, ehe die Entscheidung für eine Operation fällt“, so Kalliauer.

Kürzungen verschlechtern Situation

Die AK sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der geringen Patientenzufriedenheit mit der Kürzungspolitik des Landes. Im Zuge der Spitalsreform wurde und wird seit 2011 bis zum Jahr 2020 radikal gekürzt – um insgesamt 1,5 Milliarden Euro! Weniger Spitalsbetten, zu wenig Ärztinnen und Ärzte, das bleibt eben nicht ohne Auswirkungen.

Den Versprechungen im Zusammenhang mit der Zusammenlegung der 9 Gebietskrankenkassen („hohe Einsparungen, keine Leistungskürzungen“) stehen die AK-Mitglieder skeptisch gegenüber. 82 Prozent befürchten sinkende Krankenkassenleistungen und mehr private Ausgaben für die Gesundheit.

Ein Schema für alle

Rund drei Viertel der AK-Mitglieder würden es begrüßen, wenn die Terminvergabe für eine geplante Operation für alle Patienten/-innen nach demselben Schema erfolgt und die Terminreihung anhand einer Checkliste in einem persönlichen Gespräch mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt und einer Pflegekraft vorgenommen wird. Nur so wird es möglich sein, die Wartezeiten aufgrund der jeweiligen Dringlichkeit objektiv zu beurteilen und somit die OP-Termine möglichst gerecht zu verteilen.

Sind Sie zusatzversichert?

Und dann wäre da noch die Frage: Sind Sie zusatzversichert? Mit einer privaten Zusatzversicherung kann sich die Wartezeit für Sonderklassepatienten/-innen erheblich reduzieren. Das zeigt sich besonders drastisch im Krankenhaus Kirchdorf, wo ASVG-Patienten/-innen am längsten auf eine Knieprothesen-Operation warten mussten, nämlich 28 Wochen. Das ist länger als ein halbes Jahr! Mit Zusatzversicherung verkürzte sich die Wartezeit auf 7,5 Wochen, also weniger als 2 Monate.

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