08.09.2021

Eltern-Umfrage der AK Oberösterreich bestätigt die Defizite auf der Groß­baustelle Kinderbetreuung   

Die institutionelle Kinderbetreuung in Oberösterreich ist eine permanente Großbaustelle. Die AK Oberösterreich befragte Eltern von Kindern zwischen 2 und 5 Jahren per Online-Fragebogen. Das Ergebnis bestätigt die bekannten Defizite: Insbesondere der Mangel an vollzeittauglichen Kinderbetreuungsplätzen und bedarfsgerechten Öffnungszeiten machen es schwer, Beruf und Familie zu vereinbaren. Zudem belasten die finanziellen Nachmittagsbeiträge die Eltern schwer. „Die Botschaft ist ganz klar: Kinderbetreuungseinrichtungen müssen ganztägig geöffnet und gratis sein. Zudem ist deren nachhaltige, finanzielle Absicherung ebenso nötig wie eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Probleme berufstätiger Eltern

Exakt 1.368 Personen haben den Online-Fragebogen der AK ausgefüllt, der Frauenanteil betrug 86 Prozent. Neben umfangreichem Zahlenmaterial ergab die Auswertung auch 161 Seiten persönlicher Wünsche und Verbesserungsvorschläge, die einen guten Einblick in die aktuellen Probleme berufstätiger Eltern – allen voran von Alleinerziehern/-innen – geben.

Oberösterreich an letzter Stelle

Dass es mit der Kinderbetreuungssituation nicht zum Besten steht, lässt schon ein Blick in die Kindertagesheimstatistik 2020/21 erahnen. Laut dieser nehmen nur 4,6 Prozent der Unter-Dreijährigen (Ö-Schnitt: 17,7 Prozent) und 23,1 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen (Ö-Schnitt: 48,0 Prozent) einen vollzeittauglichen Betreuungsplatz in Anspruch. Damit liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich in beiden Altersgruppen an letzter Stelle. Bei den Drei- bis Sechsjährigen hat sich das Angebot gegenüber den Vergleichszeitraum des Vorjahres sogar noch einmal verschlechtert (minus 0,8 Prozentpunkte).

Da nützt es auch nichts, dass alleine 2019/20 rund 25 Millionen Euro als Anschubfinanzierung seitens des Bundes – bei entsprechender Kofinanzierung durch das Land Oberösterreich – für den Ausbau vollzeittauglicher Kindergartenplätze und zusätzlicher Betreuungsplätze für die Unter-Dreijährigen zur Verfügung standen. Es reicht nicht, nur zusätzliche Plätze zu schaffen, wenn der größte Teil nur bis zur Mittagszeit zur Verfügung steht. Manche Frauen müssen aufgrund mangelnder Betreuungsangebote sogar auf Jobangebote verzichten.

Eltern wollen bedarfsgerechte Betreuungsangebote

Daher steht auch ganz oben am Wunschzettel der Befragungsteilnehmer/-innen ein zuverlässiges Betreuungsangebot. Für 90 Prozent ist es „sehr wichtig“, für 9 Prozent „eher wichtig“. 83 Prozent bezeichnen bedarfsgerechte Öffnungszeiten als „sehr wichtig“, 15 Prozent als „eher wichtig“. Für 97 Prozent ist ein Rechtsanspruch berufstätiger Eltern auf einen qualitätsvollen Kinderbetreuungsplatz „sehr“ beziehungsweise „eher wichtig“. Bezüglich der Wünsche an die politischen Entscheidungsträger/-innen in Sachen Kinderbetreuung lassen sich übrigens keine regionalen Unterschiede ausmachen.

Kinder brauchen Betreuung!

Für die AK ist klar: „Es muss für jedes Kind einen Betreuungsplatz geben, wenn ihn die Eltern brauchen“, so AK-Präsident Kalliauer. Er fordert daher unter anderem

  • die Abschaffung der Elternbeiträge,
  • professionelle Bedarfserhebungen in allen Gemeinden,
  • den rascheren Ausbau an vollzeittauglichen Plätzen in den Betreuungseinrichtungen
  • mehr Service bei der Platzvergabe.

Es muss für jedes Kind einen Betreuungsplatz geben, wenn ihn die Eltern brauchen

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

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