23.12.2021

AK-Online-Tagung: Vor­bilder für die junge Generation prägen die spätere berufliche Entwicklung

Rund 180 Teilnehmer/-innen aus sozialen Organisationen, Institutionen, Schulen und Betrieben setzten sich bei der online abgehaltenen Jugendnetzwerktagung der AK Oberösterreich mit dem Thema „Vorbilder für die junge Generation“ auseinander. Fazit: Vorbilder sind für Jugendliche enorm wichtig und beeinflussen die spätere berufliche Entwicklung. Eltern und Freunden/-innen kommt dabei eine wesentliche Funktion zu. Eine starke Vorbildwirkung haben auch Angebote für Jugendliche am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt, etwa die Produktionsschulen.

Vorbilder aus persönlichem Um­feld

Die Vermutung, dass Vorbilder von Jugendlichen vorrangig in der Musikszene oder in den sozialen Medien zu finden sind, stimmt nur bedingt: Denn jungen Menschen sind meist die Eltern, nahe Verwandte und Freunde/-innen die größten Vorbilder. Sie tragen dazu bei, dass Jugendliche ein Wertesystem aufbauen können, das ihnen hilft, sich in der Welt der Erwachsenen zurecht zu finden. Fehlen Jugendlichen nahe Bezugspersonen, so fehlt ihnen ein wichtiger Anker, der Orientierung gibt. Jugendliche suchen sich dann ihre Vorbilder online in den sozialen Medien. Dort treffen junge Menschen nicht selten auf interessante Persönlichkeiten. Auf der anderen Seite sei diese Welt auch von Egozentrismus, Körperkult und Mobbing geprägt, sagt Prof. Mag. Bernhard Heinzlmaier vom Institut für Jugendkulturforschung in Wien: „Jugendliche wünschen sich wieder mehr Ehrlichkeit. Sie können dem Perfektionismus, der in den sozialen Medien zur Schau gestellt wird nichts mehr abgewinnen. Vorbilder für Jugendliche sind wieder Menschen mit Substanz, Idealen und Willensstärke.“

Bei der Berufswahl werden junge Menschen ebenso stark von der Familie und von Freunden/-innen beeinflusst. Die Arbeitswelt wird jedoch immer schneller, digitaler und globaler. Jugendliche brauchen deshalb eine ausgiebige Orientierungsphase, um sich für einen geeigneten Beruf entscheiden zu können. Wenn Vorbilder und Orientierung fehlen, kann es schnell zu Ausbildungsabbrüchen kommen. So haben etwa in Oberösterreich im Jahr 2018 3.153 Jugendliche ihre Ausbildung abgebrochen. Fallen Jugendliche aus dem System, ist es nur mit großem Kraftaufwand möglich, sie wieder hinein zu bringen. Das Risiko für Arbeitslosigkeit und Armut steigt dabei von Tag zu Tag.

Wir brauchen ein Jugend­rettungspaket!

„Jeder junge Mensch, der zurück bleibt, ist einer zu viel. Wir brauchen ausreichend Ausbildungsplätze und eine Garantie, dass junge Erwachsene zwischen 20 und 24 Jahren eine berufliche Ausbildung absolvieren können“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Nicht zuletzt aus diesem Grund fordert der AK-Präsident ein Jugendrettungspaket. Ziel ist es, allen Jugendlichen eine qualitätsvolle Ausbildung zu ermöglichen und diese durch niederschwellige Angebote und ausreichend Kapazitäten, beispielsweise in der überbetrieblichen Lehrausbildung, abzusichern. Betriebe, die sich von der Lehrausbildung verabschiedet haben, fordert der AK Präsident auf, rasch wieder Ausbildungsplätze anzubieten.

5 Millionen für Jugendliche

Die AK Oberösterreich wird im Jahr 2022 5 Millionen Euro für eine oberösterreichische Ausbildungsoffensive zur Verfügung stellen und dazu neben dem Land Oberösterreich und der Wirtschaftskammer auch andere Player ins Boot holen.

Niemand wird zurückgelassen

Sozial benachteiligte und ausgrenzungsgefährdete Jugendliche werden umso mehr zurückgelassen, wenn ihnen die Vorbilder und Wegbegleiter im nahen Umfeld fehlen. Wichtig sind aus Sicht der AK bereits Maßnahmen in modernen Pflichtschulen, um Bildungsabbrüche zu vermeiden. Dazu gehört, dass sich die Mittelvergabe in der schulischen Ausbildung am sozialen Status der Schülerinnen und Schüler orientiert und ganzheitliche und ganztägige Schulen gefördert werden. Gleichzeitig muss es eine umfangreiche Jugend- und Schulsozialarbeit an den Schulen geben. Für die Jugendbeschäftigung sind zudem die Unterstützungsangebote am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt relevant. Die Produktionsschulen, das Jugendcoaching oder die überbetriebliche Lehrausbildung sind wichtige Angebote, die junge Menschen beim Einstieg in die Arbeitswelt unterstützen.      

Jeder junge Mensch, der zurückbleibt, ist einer zu viel. Wir brauchen ausreichend Ausbildungs­plätze und eine Garantie, dass junge Erwachsene zwischen 20 und 24 Jahren eine berufliche Ausbildung absolvieren können

andreas stangl

AK-PRÄSIDENT

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