30.11.2018

Schuh Berndorfer Fußklinik und Steyr Motors sind insolvent - Arbeiterkammer übernimmt Beratung der Beschäftigten

2 Traditionsfirmen brachten jetzt, kurz vor Weihnachten, einen Insolvenz-Antrag beim Konkursgericht ein: Die Firma Steyr Motors GmbH in Steyr, hervorgegangen aus der ehemaligen Steyr Daimler Puch AG,  beschäftigt rund 170 Arbeitnehmer/-innen und die seit 1939 bestehende Schuh Berndorfer Fußklinik in Linz und Wels hat rund 26 Beschäftigte. 

Ruhe gewahren, AK ist zur Stelle

Wegen der Zahlungsunfähigkeit dürfen rechtlich die Löhne und Gehälter für November sowie die Weihnachtsremuneration nicht mehr ausbezahlt werden. „Die Beschäftigten machen sich verständlicherweise Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Und sie brauchen das Geld, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können“, macht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Dramatik deutlich. Dennoch sei es wichtig, Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt das Arbeitsverhältnis zu lösen: „Denn dadurch könnten Ansprüche verloren gehen“, warnt der AK-Präsident. Schon nächste Woche sollen die betroffenen Arbeitnehmer/-innen über ihre Rechte informiert werden.

Bei Steyr Motors wurde kürzlich ein Betriebsrat gegründet, um der Belegschaft in der unklaren und schwierigen Situation über den Fortgang des Unternehmens unterstützend zur Seite stehen.

Information und Beratung

Die Arbeiterkammer wird in Abstimmung mit den Insolvenzverwaltern, Gewerkschaften und Betriebsräten voraussichtlich schon nächste Woche für beide Unternehmen Informationsversammlungen abhalten, um die Beschäftigten umfassend beraten zu können. „Wer mit dem Gedanken spielt, das Arbeitsverhältnis vorzeitig aufzulösen, sollte sich unbedingt von unseren Expertinnen und Experten beraten lassen. Die Möglichkeit dazu besteht in Einzelgesprächen bei den Versammlungen“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Wird die Arbeiterkammer Oberösterreich zur Vertretung bevollmächtigt, kümmert sie sich um die Anmeldung und Beantragung der offenen Ansprüche bei Gericht und beim Insolvenz-Entgelt-Fonds. Die Vertretung ist für die Betroffenen kostenlos. Die Gerichtsgebühren werden vorgestreckt.

Wann die Arbeitnehmer/-innen mit der Zahlung durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds rechnen können, lässt sich derzeit nicht abschätzen. „Wir werden jedenfalls alles daran setzen, dass die Betroffenen schnell zu ihrem Geld kommen“, so Kalliauer. 

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Die Beschäftigten machen sich verständlicherweise Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Und sie brauchen das Geld, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt das Arbeitsverhältnis zu lösen.

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

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