06.06.2021

Hürden bei Antrag­stellung für Schwer­arbeits­pension – AK-Kalliauer: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist un­um­gänglich!“

Um eine Schwerarbeitspension (oder „Hackler-Schwerarbeitspension“) zu erhalten, ist es unter anderem notwendig, 10 Jahre Schwerarbeit in den letzten 20 Jahren vor dem Pensionsstichtag geleistet zu haben. Zu prüfen ist, ob in diesen Monaten die Voraussetzungen für das Vorliegen von Schwerarbeit gegeben sind. Das größte Problem dabei ist die Beweisbarkeit. „In unserer Beratungspraxis bemerken wir immer wieder, dass zu sehr darauf vertraut wird, dass Dienstgeber die Formulare richtig ausfüllen“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, der außerdem eine Anpassung der 15 Jahre alten Schwerarbeitsverordnung fordert.

Absicherung für Schwer­arbeiter/-innen!

„Schwer arbeitenden Menschen stehen besondere soziale Absicherungen zu“, erklärt Kalliauer den Hintergrund der Schwerarbeitspension mit einem möglichen Antrittsalter von 60 Jahren. Die Beurteilung von Schwerarbeitszeiten erfolgt ausschließlich im Einzelfall im Rahmen eines Feststellungs- beziehungsweise Pensionsverfahrens. Der Dienstgeber hat eine Meldepflicht vorliegender Schwerarbeitszeiten – ab der Vollendung des 35. beziehungsweise 40. Lebensjahres. Er hat jedoch keine Prüfpflicht im Sinne der Schwerarbeitsverordnung. Die Pensionsversicherungsanstalt kann – trotz Dienstgebermeldung – das Vorliegen von Schwerarbeitszeiten verneinen, aber auch Schwerarbeitszeiten feststellen, wenn keine Meldung vorliegt. 

Beweis­last liegt bei Versicherten!

Präsident Kalliauer: „Die Beweislast liegt bei den Versicherten! Das heißt, die Antragstellung sollte gut vorbereitet sein. Die Fragebögen zur Meldung von Schwerarbeit werden von den Dienstgebern zum Teil nur oberflächlich ausgefüllt.“ 

Die Arbeiterkammer Oberösterreich rät daher: Arbeitszeitaufzeichnungen, Arbeitsplatzbeschreibung, Tätigkeitsprofil und Fotodokumentationen bis hin zu einem Arbeitstagebuch und Zeugenaussagen unterstützen die Beweisführung. Betriebsräte/-innen sollten mit einbezogen werden, um realistische Tätigkeitsbeschreibungen zu erstellen und veraltete Profile zu korrigieren.

„Nehmen Sie nicht alles hin, was die Firma ausfüllt und reden Sie mit dem Betriebsrat oder der Arbeiterkammer. Außerdem muss die 15 Jahre alte Schwerarbeitsversordnung endlich an die sich verändernden Arbeitsbedingungen angepasst werden“, so Kalliauer.

"Schwer arbeitenden Menschen stehen besondere soziale Absicherungen zu!"

Dr. Johann Kalliauer

AK Präsident

Kontakt

Kontakt

Redaktion
Volksgartenstraße 40, 4020 Linz
TEL: +43 50 6906 2180
E-MAIL: redaktion@akooe.at

Folgen Sie uns auf twitter
Liken Sie uns auf Facebook


"Schwer arbeitenden Menschen stehen besondere soziale Absicherungen zu!"

Dr. Johann Kalliauer

AK Präsident

  • © 2021 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum