20.01.2020

AK-Wert­schöpfungs­barometer 2018: Niedrige Investitionen trotz Hoch­konjunktur, aber hohe Aus­schüttungen an die Eigen­tümer  

Österreichs Mittel- und Groß­unternehmen schütten nach wie vor enorme Summen an die Eigen­tümer/-innen aus. Die durchschnittlichen Sach­investitionen pro Beschäftigtem sind 2018 trotz boomender Konjunktur kaum gestiegen. Real sind sie im Zehn-Jahres-Vergleich sogar um ein Fünftel gesunken! „Diese Unternehmens­politik hat vor allem in Abschwung­phasen, wie wir sie derzeit erleben, negative Auswirkungen und kostet Arbeitsplätze“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert die Unternehmen auf, einen größeren Teil der erzielten Gewinne in die Entwicklung der Unternehmen und der Mitarbeiter/-innen zu investieren.

Beschäftigte sind höchst produktiv

2018 erbrachte jede Beschäftigte/ jeder Beschäftigte in den 1.474 von der AK untersuchten österreichischen Mittel- und Groß­unternehmen eine durchschnittliche Pro-Kopf-Wertschöpfung (Produktivität) in Höhe von mehr als 104.000 Euro!  Die durchschnittliche Pro-Kopf-Wertschöpfung (Produktivität) überstieg 2018 dabei den durchschnittlichen Pro-Kopf-Personalaufwand um rund 38.177 Euro, ein Spitzenwert, der nur in ­den Geschäftsjahren 2010 und 2011 übertroffen wurde.

Diese Ergebnisse stammen aus der jährlichen Analyse der offengelegten Jahresabschlüsse mittlerer und großer Kapital­gesellschaften in Österreich für den AK-Wertschöpfungs­barometer. Dieser ermittelt den Überschuss der durchschnittlichen ordentlichen Pro-Kopf-Wertschöpfung (Pro-Kopf-Produktivität) über den durchschnittlichen Pro-Kopf-Personal­aufwand in den untersuchten Unternehmen.


Die Sachinvestitionen je Beschäftigter/je Beschäftigtem lagen durchschnittlich bei rund 15.264 Euro, real um ein Fünftel unter dem Wert des Jahres 2008! Sehr hoch waren hingegen wieder die Gewinn­auszahlungen an die Eigentümer/-innen. Pro Beschäftigtem gerechnet betrugen sie im Schnitt mehr als 14.000 Euro.

Red Bull auch hier Spitze

Rekordverdächtig ist die „Red Bull GmbH“. Das Unternehmen hatte ursprünglich beschlossen, 2018 (aus dem Bilanzgewinn 2017) rund 272,5 Mio. Euro an die Eigentümer/-innen auszuschütten. Geworden sind es dann, wie der Jahresabschluss 2018 zeigt, (nach Abzug von Kapital­zuschüssen an das Unternehmen) sagenhafte 772,5 Millionen Euro. Umgerechnet wären das rund 4,8 Mio. Euro pro Mitarbeiter/-in! Und es geht so weiter: aus dem Gewinn 2018 sollen 2019 – laut den offengelegten Beschlüssen - erneut mehr als 521 Millionen Euro an die Eigentümer/-innen überwiesen werden. Das besonders Pikante an diesem Fall: Die Red Bull GmbH hat 2018 laut offengelegtem Jahresabschluss ihren Mitarbeiter/-innenstand im Vergleich zu 2017 um 111 Personen bzw. um rd. 40 Prozent verringert!

Hohe Gewinn­ausschüttungen sind aber nicht auf große Unternehmen beschränkt. So hat beispielsweise die Franz Kastner GmbH, ein ober­österreichisches Unternehmen mit ca. 95 Beschäftigten, laut Firmenbuch beschlossen, aus dem Bilanzgewinn 2018 insgesamt 5,4 Mio. Euro an die Gesellschafter/-innen auszuschütten. Pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter gerechnet wären dies ebenso rund 56.800 Euro.

Steuergeschenke an Unternehmen überflüssig

Der AK-Wertschöpfungs­barometer zeigt klar: Die Unternehmen machen kontinuierlich satte Gewinne, reinvestieren diese aber in viel zu geringem Ausmaß. „Die vorgesehenen Steuer­geschenke für die Unternehmen in Höhe von fast 2 Milliarden Euro, die noch dazu vorwiegend Großkonzernen zugutekommen, sind daher völlig überflüssig und werden nur die ohnehin schon zu hohen Gewinn­ausschüttungen weitererhöhen. Das Geld wäre viel besser in den Sozialstaat, faire Pensionen und den Klimaschutz investiert“, sagt AK-Präsident Dr. Kalliauer.

Die vorgesehenen Steuergeschenke für die Unternehmen in Höhe von fast 2 Millarden Euro,sind daher völlig überflüssig. Das Geld wäre viel besser in den Sozialstaat, faire Pensionen und den Klimaschutz investiert.

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

Downloads

Kontakt

Kontakt

Kommunikation
Volksgartenstraße 40, 4020 Linz
TEL: +43 50 6906 2182
E-MAIL: kommunikation@akooe.at

Folgen Sie uns auf twitter
Liken Sie uns auf Facebook

Die vorgesehenen Steuergeschenke für die Unternehmen in Höhe von fast 2 Millarden Euro,sind daher völlig überflüssig. Das Geld wäre viel besser in den Sozialstaat, faire Pensionen und den Klimaschutz investiert.

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum