31.08.2020

AK fordert Erhöhung der Schulbeihilfe – Präsident Kalliauer: „Re­paratur des Beihilfen-Systems dringend notwendig“

Die Schulbeihilfe wurde seit 2007 (!) nicht mehr erhöht und auch die Einkommensgrenzen wurden nicht angepasst. Das bedeutet: Immer weniger Familien erhalten Schulbeihilfe, außerdem ist sie mit maximal 94 Euro monatlich zu gering, um die Schul­kosten auch nur annähernd abzudecken. „Hier ist die Politik schon seit Jahren gefordert. Gerade jetzt, wo es bedingt durch Corona für viele Familien finanziell noch schwieriger wird, wäre die Schulbeihilfe eine Möglichkeit, zu entlasten“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

500 Euro im Jahr für den Schulbesuch

Schultasche, Taschenrechner, Sportwoche, Sprachreise, Materialien, Exkursionen, eventuell auch Nachhilfe – das ist keine Auflistung von Ausnahmen, sondern ganz normale Kosten im Schulalltag. Auch bedingt durch den Heimunterricht im vergangenen Sommersemester mussten viele Familien in Laptops, Drucker und bessere Internetverbindungen investieren. Dazu ist aus einer kürzlich durchgeführten Studie der Arbeiterkammer bekannt, dass Familien, die private Nachhilfe in Anspruch nehmen, dafür durchschnittlich 500 Euro pro Kind im Jahr ausgeben. Diese Anschaffungen belasten nicht nur das Haushalts­budget, sondern entscheiden auch über den weiteren Bildungsweg der Kinder und darüber, wie gut sie in der Schule unterstützt werden. „Alleine aufgrund des Kaufkraftverlustes seit 2007 fordern wir die Erhöhung der Schulbeihilfe um 30 Prozent. Dazu muss das Berechnungs­schema für soziale Bedürftigkeit angepasst werden“, so Kalliauer.

Eltern brauchen Hilfe!

Weiterer Kritikpunkt an der aktuellen Regelung: Derzeit kann die Schulbeihilfe erst ab der zehnten Schulstufe beantragt werden. Viele große Anschaffungen stehen aber bereits am Beginn der neunten Schulstufe an. „Es braucht eine Entlastung der Eltern durch die Ein­führung der Schul­beihilfe ab der neunten Schulstufe“, sagt Präsident Kalliauer.

Schulbeihilfenrechner nutzen

Viele Eltern fühlen sich in Sachen Schulbeihilfe nicht ausreichend informiert. Aus diesem Grund betreibt die Arbeiterkammer Oberösterreich den Schul­beihilfenrechner unter www.schulbeihilfenrechner.at, den alleine im Jahr 2019 rund 34.000 Besucher/-innen nutzten. Weitere Infos rund um Schul- und Heim­beihilfe sind auch auf ooe.arbeiterkammer.at/bildung abrufbar.

Die Arbeiterkammer empfiehlt, im Zweifelsfall einen Antrag auf Schulbeihilfe zu stellen. Formulare gibt es auf der Homepage des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie in den Schuldirektionen. Anträge sind bis 31. Dezember 2020 abzugeben.

Gerade jetzt, wo es bedingt durch Corona für viele Familien finanziell noch schwieriger wird, wäre die Schul­beihilfe eine Möglichkeit, zu entlasten.

DR. johann Kalliauer

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