11.01.2019

Digitalisierung betrifft bereits jeden 3. Job: AK-Zukunfts­fonds fördert Mitglieder mit 30 Millionen Euro

Die Digitalisierung in der Arbeitswelt beschäftigt die Arbeitnehmer/-innen im Industriebundesland Oberösterreich ganz besonders: 36 Prozent erleben, dass der Fortschritt ihren Arbeitsplatz massiv verändert hat. Ein Fünftel befürchtet, die eigene Arbeit könnte in einigen Jahren von Computern übernommen werden. Viele wünschen sich Unterstützung beim digitalen Wandel. Die Arbeiterkammer Oberösterreich reagiert auf diese Entwicklungen mit dem neuen AK-Zukunftsfonds. Dieser fördert Projekte, die die Arbeitsbedingungen der Menschen in der digitalen Welt verbessern. In den kommenden 5 Jahren wird die AK Oberösterreich dafür 30 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Digitalisierung verändert die Unternehmen

In einer Sondererhebung des Österreichischen Arbeitsklima-Index der AK Oberösterreich wurden 2018 erstmals die Folgen der Digitalisierung abgefragt. Die Ergebnisse machen deutlich: Die Digitalisierung ist in den Unternehmen längst angekommen. 36 Prozent der Beschäftigten in Oberösterreich geben an, dass sich ihr Arbeitsplatz in den vergangenen 5 Jahren sehr oder eher verändert hat. 21 Prozent vermuten, dass ihre Arbeit in 10 Jahren von einem Computer oder einer Maschine erledigt wird.

Bezahlte Weiter­bildungs­woche für alle Beschäftigten

28 Prozent der Befragten in Österreich haben bereits persönlich erlebt, dass Digitalisierung und Modernisierung Arbeitsplätze gekostet haben. In Oberösterreich haben diese Erfahrungen sogar schon 41 Prozent gemacht. Ein großes Thema ist das lebenslange Lernen. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich glaubt, dass es notwendig sein wird, ständig Neues zu lernen, um im Beruf immer up-to-date zu bleiben. Das deckt sich mit Ergebnissen der Dialog-Offensive der Arbeiterkammern „Wie soll Arbeit?“ aus dem Jahr 2018: 9 von 10 Arbeitnehmer/-innen wollen die Möglichkeit einer bezahlten Weiterbildungswoche für alle.

30 Millionen Euro stehen auf Abruf bereit

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Unsere moderne Arbeitswelt stellt die Beschäftigten vieler Branchen vor große Herausforderungen. Wir reagieren auf diese Entwicklungen und haben im Rahmen unseres bundesweiten Zukunftsprogramms den AK-Zukunftsfonds beschlossen.“ Unter dem Titel ARBEIT-MENSCHEN-DIGITAL wird die AK Oberösterreich ab sofort Projekte fördern, die die Arbeitsbedingungen der Menschen in der digitalen Welt verbessern. Allein in Oberösterreich wird die AK dafür 6 Millionen Euro jährlich in die Hand nehmen – für die nächsten 5 Jahre sind insgesamt 30 Millionen Euro budgetiert.

Ab sofort können Projekte eingereicht werden.

Wer kann sich für den Zukunftsfonds bewerben?

Einreichen können Betriebsräte, Arbeitnehmergruppen in Abstimmung mit der Unternehmensleitung, Personalabteilungen, Schulen, Universitäten, Forschungsinstitutionen sowie Vereine aus der Zivilgesellschaft oder Gebietskörperschaften, zum Beispiel Gemeinden. Gefördert werden Projekte, die sich mit der Digitalisierung der Arbeitswelt auseinandersetzen und oberösterreichischen Arbeitnehmern/-innen einen konkreten Nutzen bringen. Kalliauer: „Im Vordergrund dürfen nicht Gewinnmaximierung oder Rationalisierungen stehen, sondern die Menschen. Die Projekte müssen darauf abzielen, die Arbeit der Beschäftigten zu erleichtern oder zu verbessern.“

Welche Projekte werden gefördert?

Um für eine Förderung in Betracht zu kommen, werden die eingereichten Ideen von einer international besetzten Fachjury nach bestimmten Kriterien bewertet, wie etwa: Werden die Anliegen der Beschäftigten berücksichtigt? Wie werden diese in das Projekt eingebunden? Wie viele Arbeitnehmer/-innen des Betriebs erreicht das Projekt? Steht der finanzielle Aufwand in einem sinnvollen Verhältnis zum Ergebnis?

Beispiele für typische AK-Zukunftsfonds-Projekte sind:

  • Know-How-Vermittlung für Beschäftigte, die mit der Digitalisierung zurechtkommen müssen

  • Digitale Lösungen für bessere Zusammenarbeit im Betrieb

  • Moderne Instrumente zur Mitbestimmung bei Schicht- und Dienstplänen

  • Systeme für bessere Arbeitsabläufe

  • Digitale Initiativen zur Verbesserung der Gesundheit im Betrieb

Hinweis

Gefördert werden 50 Prozent der veranschlagten Gesamtkosten – mindestens 5.000 bis maximal 200.000 Euro. Einreichschluss für Förderanträge im 1. Durchgang ist der 19. Mai 2019.

Alle Infos sind unter www.arbeitmenschendigital.at abzurufen. 


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„Unsere moderne Arbeitswelt stellt die Menschen vor große Heraus­forderungen. Mit dem Zukunftsfonds nehmen wir 30 Millionen Euro in die Hand.“ 

Dr. Johann Kalliauer

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