08.07.2019

AK-Führungs­kräfte Monitor: Trotz hoher Arbeits­belast­ung­en sind die Chefs in Öster­reich zu­friedener als ihre Mit­arbeiter

11 Prozent aller Beschäftigten in Öster­reich bekleiden Führungs­positionen. Sie sind über­wiegend männlich und gut gebildet, arbeiten viel und lange, stöhnen unter Zeit- und Arbeits­druck und tun sich manchmal schwer, harte Ent­schei­dungen treffen zu müssen. Dafür werden sie mit überdurchschnittlich hohen Einkommen entschädigt. All das zeigt die aktuelle Auswertung des Öster­reichischen Führungs­kräfte Monitors.  

Wer sind die Chefs? 

Als Führungs­kräfte gelten alle unselbständig Beschäf­tigten, die eine Leitungs­funktion für min­destens eine Mit­arbeiterin oder einen Mit­arbeiter ausüben. Das sind rund 418.000 Be­schäftigte in Österreich. 4 von 10 führen weniger als 5 Be­schäftigte. 15 Prozent haben mehr als 20 Mit­arbei­ter/-innen unter ihrer Führung. Zwei Drittel sind Männer, mehr als die Hälfte ist über 45 Jahre alt. Nur 11 Prozent der Führungs­kräfte haben einen Migrations­hintergrund. 35 Prozent der Chefinnen und Chefs haben ein Studium absolviert, 24 Prozent die Matura geschafft und 28 Prozent eine Lehre abge­schlossen. Kinder hingegen zeigen sich auch in dieser Erhebung als Karriere­bremse: 6 von 10 Führungs­kräften haben keine Kinder im eigenen Haushalt. 

Frauen ver­dienen wen­iger 

Fast 80 Prozent machen zu­mindest gelegentlich Über­stunden. „Sie sind in hohem Ausmaß durch lange Arbeits­zeiten belastet, die oftmals nur schwer mit privaten Ver­pflich­tungen, wie etwa der Kinder­betreuung, verein­bar sind. Das ver­sperrt insbe­sondere Frauen oft­mals den Weg in die Führungs­etagen“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Und auch beim Ein­kommen steigen männliche Führungs­kräfte deutlich besser aus als weibliche: Während männliche Chefs durch­schnittlich etwas mehr als 2.500 Euro netto pro Monat verdienen, be­kommen Frauen in Führungs­positionen nur knapp 2.000 Euro bezahlt. 

Führungs­kräfte ha­ben es nicht leicht 

Fast die Hälfte der Führungs­kräfte tut sich schwer damit, harte Ent­scheidungen treffen zu müssen. Weitere Heraus­forderungen sind das Erfüllen der Vor­gaben von Eigen­tümern oder Vorge­setzten, die Mit­arbeiter/-innen zu moti­vieren und persönlichen Angriffen ausgesetzt zu sein. Auch die Zeit­einteilung und das Achten auf die eigene Gesundheit sind für jeweils ein knappes Drittel schwierig. 

Mehr als die Hälfte der Führungs­kräfte klagt über Zeit­druck. 37 Prozent erleben stän­digen Arbeits­druck ohne Zeit zum Ver­schnaufen. Jeweils rund ein Drittel berichtet von wechselnden Arbeits­abläufen, technischen und organi­satorischen Ver­ände­rungen, seelisch belastender Arbeit sowie Unter­brechungen der Freizeit.  

Chefs sind zufried­ener als Be­schäftigte 

Trotz der hohen Anforde­rungen und Be­lastungen im Beruf erzielen Führungs­kräfte aber einen Arbeits­klima Index von 114 Punkten - dieser Wert ist um 6 Punkte höher als bei Beschäf­tigten ohne Führungs­aufgaben. Besonders zufrieden sind sie mit dem Einkommen, ihren Karriere­chancen und mit ihrem sozialen Status. „Trotz der hohen Verant­wortung und großen beruf­lichen Heraus­forderungen fallen diese positiven Aspekte stärker ins Gewicht und sorgen für eine insgesamt hohe Zufrieden­heit von Führungs­kräften“, erklärt Kalliauer. 

Größere Zufrieden­heit bei klein­eren Chefs 

Und wie geht es eigentlich den Beschäf­tigten mit ihren Chefinnen und Chefs? 7 von 10 öster­reichischen Arbeit­nehmern/-innen sind mit dem Führungs­stil ihrer Vorge­setzten zufrieden. Dieser Anteil ist seit der Jahr­tausend­wende unver­ändert geblieben. In kleinen und mittleren Betrieben ist die Zufrieden­heit höher ist als in Groß­betrieben mit mehr als 500 Mit­arbeitern/-innen. Besonders gering ist die Zufrieden­heit mit dem Führungs­stil bei Leih­arbeitern/-innen, freien Dienst­nehmern/-innen und Beschäf­tigten mit einer Befristung. Insbesondere letztere möchten viel eher den Beruf oder die Firma wechseln oder würden erst gar nicht mehr im Unter­nehmen zu arbeiten beginnen. 

Weitere Infos zum Führungs­kräfte Monitor, der von SORA im Auftrag der AK Ober­öster­reich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima

"Trotz der ho­hen Ver­ant­wort­ung und gro­ßen be­ruf­lich­en Her­aus­ford­er­ung­en fallen po­sitive As­pekte stär­ker ins Ge­wicht und sor­gen für eine ho­he Zu­frieden­heit von Führ­ungs­kräf­ten."  

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

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