05.05.2020

AK-Kalliauer fordert Jugend­rettungs­paket am Arbeits­markt

„Aufgrund der Krise ist die Jugendarbeitslosigkeit leider auf ein historisches Rekordniveau gestiegen. Bevor der aktuelle Schuljahrgang im Juli auf den Arbeitsmarkt trifft, muss ein umfassendes Jugendrettungspaket in Österreich geschnürt werden. Eine verlorene Generation dürfen wir nicht zulassen“, schlägt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer Alarm.

Sorge um junge Arbeit­nehmer

Dass junge Menschen zu den Hauptbetroffenen der Kündigungswelle und des krisenbedingt massiv gesunkenen Bedarfs nach Arbeitskräften gehören, bereitet dem AK-Präsidenten besondere Sorgen. Die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich hat einen dramatischen Höchststand erreicht. Im April waren in Österreich 61.216 Jugendliche arbeitslos, 22.568 in Schulung und 8.366 auf Lehrstellensuche (sofort verfügbar). Allein in Oberösterreich waren im April 12.171 junge Menschen entweder arbeitslos (8.271), in Schulung (3.182) oder auf Lehrstellensuche (719). Das sind um 49 Prozent mehr als im April des Vorjahres.

Arbeits­losig­keit bleibt hoch

Und es ist zu befürchten, dass diese Zahlen bis zum Ende des Jahres nur wenig zurückgehen. Einer Prognoserechnung der JKU Linz zufolge wird die Durchschnittzahl der arbeitslosen Jugendlichen zwischen 15 bis 24 Jahren in Österreich im Gesamtjahr 2020 rund 80.000 betragen. Gegenüber 2019 kommt das fast einer Verdoppelung gleich. In Prozentpunkten ausgedrückt würde sich die Jugendarbeitslosenquote von 8,4 Prozent auf dramatische 15,3 Prozent erhöhen (internationale Berechnungsmethode). 

Teufels­kreis ver­hindern 

Jugendarbeitslosigkeit hat weitreichende Folgen für die Betroffenen, für die wirtschaftliche Entwicklung und für die Gesellschaft an sich. Die Folgen für die Betroffenen sind eine geringere Lebenszufriedenheit, ein schlechterer Gesundheitszustand und geringeres Einkommen in der Zukunft. Diesen Teufelskreis dürfen wir nicht zulassen. „Österreich braucht rasch ein Rettungspaket für junge Menschen. Dabei darf nicht gekleckert werden, sondern es muss angesichts der dramatischen Aussichten am Jugendarbeitsmarkt geklotzt werden“, fordert Kalliauer. 

Rettungs­paket für Jugendliche 

Die Politik auf Bundes- und Landesebene muss sich politisch zum Ziel setzen, auch die Jugendarbeitslosigkeit „mit allen Mittel“ zu bekämpfen. „Angesichts des Wegbrechens des Einstiegsarbeitsmarktes für junge Menschen braucht es auch für diese Gruppe ein Rettungspaket“, fordert Präsident Kalliauer. Das arbeitsmarktpolitische Budget für diese Zielgruppe muss massiv und rasch ausgeweitet werden. 

Aus­bildung für Jede/n

Im Rahmen der „Ausbildung bis 18“ müssen die niederschwelligen Angebote wie Produktionsschulen deutlich ausgeweitet und das Angebot an überbetrieblichen Lehrausbildungsplätzen so ausgestaltet werden, dass wirklich jede/-r Jugendliche eine qualitätsvolle Ausbildung machen kann. „Es kann nicht sein, dass im Gesetz Strafen für Jugendliche ohne Ausbildung vorgesehen sind und es aufgrund der Krise nicht genügend Lehrstellen gibt“, erklärt der AK-Präsident. 

Zweite Chance geben

Und arbeitslose Jugendliche bis zum 24. Lebensjahr mit abgebrochen Berufsausbildungen müssen eine zweite Chance auf eine weiterführende Ausbildung, gefördert durch das AMS bekommen. Die radikalen Beihilfen-Kürzungen von Türkis-Blau von 792 Euro auf 343 Euro für junge Erwachsene in überbetrieblichen Lehrausbildungen muss zurückgenommen werden. 

"Die Jugendarbeitslosigkeit ist auf Rekordniveau gestiegen. Bevor der aktuelle Schuljahrgang im Juli auf den Arbeitsmarkt trifft, muss ein umfassendes Rettungspaket geschnürt werden. Eine verlorene Generation dürfen wir nicht zulassen."

Dr. Johann Kalliauer

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"Die Jugendarbeitslosigkeit ist auf Rekordniveau gestiegen. Bevor der aktuelle Schuljahrgang im Juli auf den Arbeitsmarkt trifft, muss ein umfassendes Rettungspaket geschnürt werden. Eine verlorene Generation dürfen wir nicht zulassen."

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