08.02.2019

Bilanz 2018 des AK-Konsumenten­schutzes: Was wir tun, das wirkt! 9 Millionen Euro erstritten, viele Verbesserungen erreicht 

Mehr als 80.000 Konsumentinnen und Konsumenten haben im vergangenen Jahr Rat und Hilfe beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich gesucht. Die Bandbreite der Themen reichte von überteuerten Schlüsseldiensten, verspäteten Urlaubsflügen, Fehlberatungen bei der Geldanlage, Problemen rund ums Wohnen und Ärger mit Online-Partnervermittlungen bis hin zu zahlungsunwilligen Versicherungen. „Was der AK-Konsumentenschutz tut, wirkt oft weit über den individuellen Fall hinaus“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die Expertinnen und Experten des AK-Konsumentenschutzes haben nicht nur 9 Millionen Euro für die oberösterreichischen Verbraucherinnen und Verbraucher hereingebracht, sondern auch zahlreiche allgemeine Verbesserungen erreicht.

Themen sind vielfältig

Fragen zum allgemeinen Konsumentenrecht – etwa zu Vertragsabschlüssen, Rücktrittsmöglichkeiten, Kostenvoranschlägen, Garantie oder Gewährleistung – standen bei mehr als der Hälfte der Beratungen im Mittelpunkt.

Weitere Dauerbrenner:

  • lange Laufzeiten bei Fitnessstudioverträgen 
  • Probleme bei Online-Partnervermittlungen 
  • angeblich abgelaufene Geschenk-Gutscheine 
  • Geld- und Versicherungsangelegenheiten sowie
  • Mietrechtsfragen 

Besonders viele Beschwerden gab es im Zusammenhang mit einer Schweizer Firma, deren Telefon-Keiler viele Konsumentinnen und Konsumenten mit einem teuren Jahres-Abo des Gewinnmagazins „winando“ zwangsbeglückten. Mehr als 60 Konsumenten/-innen wurde individuell geholfen. Durch die Information auf der AK-Webseite mussten letztlich auch viele weitere Betroffene die verlangten 400 Euro nicht bezahlen.

Kostenfalle: Schlüsseldienst

Als Kostenfalle entpuppten sich für viele Konsumenten/-innen nur scheinbar lokal ansässige Schlüsseldienste, die im Internet für ihre Dienste werben. Sie verrechnen für das Öffnen der Tür bis zu 1.800 Euro und bestehen immer auf sofortige Barzahlung, was das Zurückholen des überhöhten Preises schwer bis unmöglich macht. Der AK-Konsumentenschutz lotet hier alle rechtlichen Möglichkeiten aus und warnt eindringlich, denn dieses dubiose Geschäftsmodell macht offenbar Schule: Auch für verstopfte Rohre und unerwünschte Wespennester finden sich bereits fragwürdige Anbieter im Internet.

Mit Preisvergleichen und Produkttests zeigte der AK-Konsumentenschutz auch im abgelaufenen Jahr wieder Sparpotenziale und Missstände auf. Die Laboruntersuchung von diversen bei Kindern sehr beliebten Spielzeugschleimen hat sogar zu einem europaweiten Produktrückruf gesorgt.

In vielen Fällen haben die Konsumentenschützer/-innen individuell geholfen. So etwa im Fall einer jungen Frau, die für bestellte Waren im Wert von 39 Euro, die sie nie bekommen hatte, plötzlich 120 Euro inklusive Mahnspesen bezahlen sollte. Oder im Fall eines jungen Mannes, den ein Sporthändler für eine negative Google-Bewertung „bestrafen“ wollte. „Mit einer großen Interessenvertretung im Rücken geht eben vieles leichter“, sagt AK-Präsident Kalliauer.

Ehemaliger Kraftfahrer bekommt mit AK-Hilfe bis zu 244.000 Euro

Mehr als ausgezahlt hat sich der Gang zum AK-Konsumentenschutz für einen Kraftfahrer, der nach einem Unfall mit schwerwiegenden Folgen seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Der Mann hatte 2015 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, die ihm im Fall einer mindestens 50-prozentigen Berufsunfähigkeit eine Rente bis zum Jahr 2036 garantieren sollte. Nach dem Unfall im Jahr 2017 weigerte sich die Versicherung allerdings zu zahlen. Ein von der Versicherung eingeholtes Sachverständigengutachten bescheinigte dem Mann ein Restleistungsvermögen von 85 Prozent. Erst mit Unterstützung der AK und nach Prüfung weiterer Befunde akzeptierte die Versicherung den Anspruch. Der Mann erhält nun eine monatliche Rente von 1.100 Euro bis zum 60. Lebensjahr. Für den 42-Jährigen bedeutet das eine Gesamtleistung von mehr als 244.000 Euro.

Leider stoßen die AK-Experten/-innen auch immer wieder an rechtliche Grenzen. Um die Rechte der Konsumenten/-innen effizient durchsetzen zu können, braucht es vor allem schlagkräftige Instrumente wie Gruppenklagen und Musterverfahren. Aber auch mit einzelnen Gesetzesänderungen in Österreich – etwa der Abschaffung befristeter Mietverträge oder der Verpflichtung zur Einrechnung der SIM-Pauschale in das Handy-Grundentgelt – könnten wesentliche Verbesserungen erzielt werden.

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"Was der AK-Konsumenten­schutz tut, wirkt oft weit über den individuellen Fall hinaus."

Dr. Johann Kalliauer

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