22.2.2021

AK Linz zieht Bilanz über das Corona-Krisen­jahr 2020: Über 114.000 Be­ratungen und mehr als 24,6 Millionen Euro erkämpft

Die Corona-Pandemie und ihre Aus­wirkungen auf die Arbeits­welt dominieren seit März 2020 auch das Beratungs­angebot der Arbeiter­kammer Obe­rösterreich. Noch nie suchten so viele Menschen Rat und Hilfe bei den Service­stellen der AK. Rund 114.000 Anfragen bearbeiteten die AK-Expertinnen und Experten im Vorjahr in der Zentrale in Linz. In ganz Oberösterreich waren es 375.000 - um 15 Pro­zent mehr als im Jahr zuvor. „Im Mittelpunkt standen vor allem die Aus­wirkungen der zahl­reichen Gesetze und kurz­fristig erlassenen Verordnungen zur Bekämpfung der Covid 19-Verbreitung“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Trotz Ausnahme­situation kam auch die „klassische“ Rechts­beratung nicht zu kurz. So konnte die AK Linz 24,6 Millionen Euro für ihre Mitglieder erkämpfen, im ganzen Bundes­land waren es fast 120 Millionen Euro.

Ob rechtliche Unklar­heiten bei Ver­ordnungen, neue Kurzarbeit-Regelungen, Corona-Schutz­bestimmungen in den Betrieben oder Home-Office - die Palette der Rechts­fragen erfuhr im Vorjahr eine schier endlose Ausweitung. „Die politischen und juristischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen haben viele Arbeit­nehmer/-innen verunsichert. Zudem löste die schwierige Betreuungs­situation infolge der Schul­schließungen bei Eltern große Besorgnis aus“, sagt der stellvertretende AK-Direktor, Mag. Ernst Stummer, LL.M.

Insgesamt halfen die Experten/-innen der AK Oberösterreich im Vorjahr 374.812 Mal mit Rat und Tat, davon 114.024 in Linz. Auch für die AK-Mit­arbeiter/-innen hatten die Corona-Schutz­maßnahmen am Arbeitsplatz Folgen. Ein Großteil musste ins Home-Office, persönliche Beratungen waren nur mehr einge­schränkt möglich. Deren Anteil sank übers Jahr gerechnet um 28 Prozent. Das tat der Beratungs­qualität jedoch keinen Abbruch. Denn umso mehr wurden Telefon und Internet genutzt. So stieg die Zahl der Mail-Anfragen um 71 Prozent auf mehr als 50.000.

AK-Homepage stark nachgefragt

Auch die AK-Homepage legte bei den Seitenaufrufen stark zu. Die Website wurde um 50 Prozent öfter genutzt als im Jahr davor. Der größte Teil des Zuwachses lässt sich auf die spezifisch für Corona relevanten arbeitsrechtlichen Themen zurückführen. Der Online-Besuch des Bereichs „Arbeit & Recht“ verdreifachte sich nahezu von 521.000 auf 1.371.660 Seitenaufrufe.

Schutz für Schwangere und Regelung für Home-Office

Die AK war im Jahr 2020 nicht nur auf persön­licher Ebene für die Mitglieder da, sondern auch auf interessen­politischer Ebene. Durch Stellung­nahmen, Gesetzes­begut­achtungen und Forderungen konnten Verbesse­rungen für die Arbeit­nehmer/-innen durchgesetzt werden. 2 Beispiele dafür sind der Schutz von schwangeren Beschäftigten und eine gesetzliche Regelung für das Home-Office.

Mehr als 24,6 Millionen Euro Vertretungs­erfolg

Im vergangenen Jahr wandten sich alleine 114.024 AK-Mitglieder (plus 7,5 Prozent) mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an den Rechts­schutz Linz: 96.256 telefonisch (plus 8,5 Prozent), 9.521 persönlich (minus 32 Prozent) und 8.247 per E-Mail oder schriftlich (plus 139 Prozent). Am meisten beschäftigt waren die Arbeits­rechts­experten/-innen der AK Linz mit Problemen rund um Lohn oder Gehalt sowie Über­stunden­auszahlungen, gefolgt von Fragen zu Arbeitslosen­geld und Notstands­hilfe. Sehr viele Beratungen hatten auch Invaliditäts- und Berufs­unfähigkeits­pension, Arbeitgeber­kündigungen und einver­nehmliche Auf­lösungen von Arbeits­verhältnissen zum Inhalt.

Bei vielen Arbeitsrechts­problemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die AK muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren. Hilft auch das nicht, muss sie vor Gericht gehen, um den Arbeit­nehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhelfen. Fast 85 Prozent der Rechts­fälle betrafen Firmen ohne Betriebsrat. In Summe hat die AK Linz im Vorjahr an arbeits- und sozial­rechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 24.643.934 Euro erkämpft. Davon entfallen im Arbeits­recht auf Rechtshilfe 2.590.394 Euro und auf gerichtliche Rechts­vertretungen 2.718.183 Euro, auf Sozial­rechts­fragen 15.486.220 Euro und auf Insolvenz­ansprüche 3.849.137 Euro.

Arbeiter im Kranken­stand einfach von der Sozial­versicherung abgemeldet

Um sich Lohnkosten zu sparen, greifen Arbeit­geber oft zu dreisten Mitteln: Ein Beschäftigter eines Arbeits­kräfte­überlassers aus Linz ging in Kranken­stand und meldete das auch ordnungs­gemäß seinem Chef. Auf Nachfrage übermittelte der Mann ein ärztliches Attest. Offensichtlich um sich die Entgelt­fortzah­lung zu ersparen, meldete die Firma ihren Mit­arbeiter aber ein paar Tage später bei der Sozial­versicherung ab und gab als Grund frech „Einver­nehmliche Auflösung des Dienst­verhältnisses“ an. 2 Wochen später fuhr der Chef zu seinem Arbeiter nach Hause, um diesen zur Unter­zeichnung einer rück­wirkenden Auflösung des Dienst­vertrages zu bewegen. Was dieser jedoch ablehnte - und statt­dessen zur Arbeiterkammer ging. 

Die AK forderte daraufhin den Dienst­geber auf, die Entgelt­fortzahlung zu leisten und auch die zustehenden aliquoten Sonder­zahlungen zu überweisen. Denn es lag ein aufrechtes Dienst­verhältnis vor - es gab weder eine Kündigung durch den Arbeit­geber oder durch den Arbeit­nehmer noch eine einver­nehmliche Beendigung. In Summe ging es um knapp 2.500 Euro. Die Firma lehnte aber die Zahlung ab und ließ es auf ein Gerichts­verfahren ankommen. Dumm gelaufen für das Unternehmen: Das Gericht bestätigte die rechts­widrigen Handlungen der Firma und verdonnerte sie zur Nachzahlung der Beträge - und auch zur Übernahme der Prozess­kosten.

Fotos zum Download

Die Fotos können honorarfrei veröffentlicht werden, denn das Copyright „Arbeiterkammer Oberösterreich“ angeführt wird.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer © Florian Stöllinger, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer © Florian Stöllinger, Arbeiterkammer Oberösterreich
Dr. Johann Kalliauer
AK-Präsident
AK-Direktorin Andrea Heimberger, MSc © Florian Stöllinger, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK-Direktorin Andrea Heimberger, MSc © Florian Stöllinger, Arbeiterkammer Oberösterreich
Andrea Heimberger, MSc
AK-Direktorin
Ernst Stummer © F. Stöllinger, Arbeiterkammer Oberösterreich
Ernst Stummer © F. Stöllinger, Arbeiterkammer Oberösterreich
Mag. Ernst Stummer, LL.M.
Direktorin-Stellvertreter
AK Linz: Vogelperspektive © Erwin Wimmer, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK Linz: Vogelperspektive © Erwin Wimmer, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK Linz
(Ansicht von oben)
AK Linz: Seitenansicht © Erwin Wimmer, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK Linz: Seitenansicht © Erwin Wimmer, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK Linz
(Seitenansicht)
Rechtsberatung in der AK Linz © Erwin Wimmer, Arbeiterkammer Oberösterreich
Rechtsberatung in der AK Linz © Erwin Wimmer, Arbeiterkammer Oberösterreich
AK-Beratung

Im Mittel­punkt standen vor allem die Aus­wirkungen der zahlreichen Gesetze und kurzfristig erlassenen Ver­ordnungen zur Be­kämpfung der Covid 19-Ver­breitung.

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

Downloads

Kontakt

Kontakt

Redaktion
Volksgartenstraße 40, 4020 Linz
TEL: +43 50 6906 2180
E-MAIL: redaktion@akooe.at

Folgen Sie uns auf twitter
Liken Sie uns auf Facebook


Im Mittel­punkt standen vor allem die Aus­wirkungen der zahlreichen Gesetze und kurzfristig erlassenen Ver­ordnungen zur Be­kämpfung der Covid 19-Ver­breitung.

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

  • © 2021 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum