11.04.2019

AK-Zukunfts­fonds: Jury steht fest, Start der ersten Projekte bereits im Sommer

Die Arbeitswelt ist massiv im Umbruch. Neue Technologien halten Einzug in Oberösterreichs Betrieben und fordern Unter­nehmer/-innen und Beschäftigte gleichermaßen. Die AK Oberöster­reich hat daher den AK-Zukunftsfonds eingerichtet. Dieser fördert Projekte in Betrieben, die die Beschäftigten bei der Digitali­sierung unterstützen. Die Umsetzung des Fonds ist voll im Gang: Die Jury für die Auswahl der Projekte hat sich konstituiert, die ersten Einreichungen werden geprüft. Im Sommer werden die ersten Projekte im Rahmen des AK-Zukunfts­fonds starten. Am 19. Mai endet die Frist für die erste Einreich­phase.

30 Millionen Euro stehen bereit

Die neuen Technologien verändern die Arbeits­plätze: 19 Prozent der Beschäftigten in Österreich geben an, dass sich ihr Arbeitsplatz in den vergangenen 5 Jahren sehr oder eher verändert hat. Im Industrie­bundesland Oberöster­reich sind es sogar 36 Prozent (Öster­reichischer Arbeitsklima Index 2018). Und der Wandel geht rasant weiter, stellt die Beschäftigten quer durch alle Branchen vor große Heraus­forderungen. Die Arbeiter­kammer reagiert auf diese Entwicklungen und hat im Rahmen ihres bundesweiten Zukunfts­programms den AK-Zukunfts­fonds ARBEIT-MENSCHEN-DIGITAL beschlossen. Dieser fördert Projekte, die die Arbeitsbedingungen der Menschen in der digitalen Welt verbessern. Für die nächsten 5 Jahre sind dafür insgesamt 30 Millionen Euro budgetiert.

Erste Einreichfrist endet am 19. Mai

Am 19. Mai endet die Frist für die erste Einreich­phase. In den letzten Wochen und Monaten gab es umfassende Gespräche mit Unternehmen, Vereinen und Betriebs­räten/-innen aus verschiedenen Branchen. Mehrere Projekt­anträge wurden bereits fertig eingereicht, weitere Einreichungen werden gerade fertig gestellt. Schon jetzt liegen Projekt-Ideen in einem Umfang von mehreren 100.000 Euro vor. Bei den Vorge­sprächen und auch bei den bereits eingereichten Anträgen ist ein durchwegs hohes Bewusstsein für die notwendige Auseinander­setzung mit der Digitalisierung und dem Wandel, den sie bringt, zu erkennen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Besonders in den Unter­nehmen scheint es ein Umdenken zu geben. Viele Vorgesetzte erkennen, dass sie die Rahmen­bedingungen - wie Arbeitsklima und Weiterbildungs­angebote - verbessern müssen, um einerseits Beschäftigte im Unternehmen halten zu können und andererseits um deren Gesundheit, Motivation und Leistungs­fähigkeit bis zum Pensions­antrittsalter zu gewährleisten.“ Auch der verstärkte Einsatz von Tablets und die Digitali­sierung von Abläufen, die bisher „am Papier“ gelöst wurden, tauchen oft in den Gesprächen auf.

Top-Jury prüft Projekte

Jeder Projekt­entwurf, der bei der AK eingereicht wird, wird nach bestimmten Kriterien durch eine neunköpfige Fachjury bewertet. Diese wurde in den letzten Wochen und Monaten zusammengestellt. Es ist gelungen, ein Team aus nationalen und internationalen Experten/-innen und Praktikern/-innen aus den Bereichen Digitalisierung und Arbeitswelt zu gewinnen.

Die Jury-Mitglieder im Überblick

Jury-Vorsitzende ist Prof.in Dr.in Sabine Pfeiffer, Professorin für Soziologie (Technik-Arbeit-Gesellschaft) an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg.

Die weiteren Jury-Mitglieder

  • Mag.a Mariana Karepova
    (Präsidentin des Österreichischen Patentamtes und Vorstandsvorsitzende Stellvertreterin „Industrie 4.0 Österreich")

  • Mag.a Sylvia Kuba
    (Autorin und Expertin für den Bereich Digitalisierung & Arbeit)

  •  Dr.in Eva Wilhelm
    (Konzerbetriebsrats-Vorsitzende des AIT Austrian Institute of Technology)

  • Gerfried Stocker
    (Geschäftsführer des Ars Electronica Linz und künstlerischer Leiter des Ars Electronica Festivals)

  • Jochen Landvoigt
    (Geschäftsführer der SIWA Online GmbH mit Sitz im Softwarepark Hagenberg),

  • Dr. Maximilian Wellner
    (Compliance Manager & General Counsel, Greiner AG),

  • Univ.-Prof. Dr. Matthias Fink
    (Innovation Management, Johannes Kepler Universität Linz)

  • Mag. Andreas Neubauer
    (Leiter der Abteilung Kompetenzzentrum Betriebliche Interessenvertretung in der AK).

Die Jury wird bei ihren Entscheid­ungen besonderen Wert auf den konkreten Nutzen für die Beschäftigten legen. „Es darf nicht vorrangig um Gewinn-Maximierung und Rationali­sierung gehen, sondern die Aktivitäten müssen darauf abzielen, die Arbeit der Beschäftigten zu erleichtern oder zu verbessern“, so Kalliauer.

Hinweis

Alle Infos zum AK-Zukunftsfonds unter www.arbeitmenschendigital.at.

„Die Aktivitäten müssen darauf abzielen, die Arbeit der Beschäftigten zu erleichtern oder zu verbessern.“

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

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