13.11.2020

AK-Kunstpreis heuer erstmals doppelt vergeben: Aus­zeichnungen für Aimilia Liontou und Eveline Handlbauer

Der Kunstpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich geht heuer erstmals nicht nur an eine/-n Preisträger/-in, sondern ausnahmsweise an 2: Die beiden Absolventinnen der Kunstuniversität Linz, Aimilia Liontou und Eveline Handlbauer, setzen sich – unabhängig voneinander und mit unterschiedlichen Zugängen – mit aktuellen Themen unserer Zeit auseinander.

Der AK-Kunstpreis ist mit 2.000 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr auf 4.000 Euro aufgestockt. Er wird an Absolventinnen und Absolventen der Kunstuni Linz vergeben, die sich in ihren Diplom- oder Masterarbeiten mit der Arbeitswelt auseinandersetzen. „Die eingereichten Arbeiten bestätigen eindrucksvoll unser Anliegen, die künstlerische Beschäftigung mit dem Arbeitsalltag zu forcieren und zu honorieren“, sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei der Übergabe im corona-bedingt kleinen Rahmen.

Arbeitswelten in der zeit­genössischen Kunst

Seit dem Jahr 2000 vergibt die Arbeiterkammer den Kunstpreis. Mit diesem Preis wird die Zusammenarbeit von AK und Kunstuniversität Linz unterstrichen. Ziel des Preises ist es, Studierende zur künstlerischen Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und künftigen Arbeitswelten in ihren Diplom-/Masterarbeiten anzuregen. Außerdem soll zeitgenössisches Kunstschaffen in das Blickfeld von Arbeitnehmer/-innen gerückt werden und damit auch zur Aufweichung von Ressentiments beitragen.

Die Preisträgerinnen

Die Künstlerin Aimilia Liontou, MAS bekommt den Kunstpreis für ihre Masterarbeit

„ULTRAVEL“. Die 29-Jährige arbeitet und lebt in Athen und Linz. Aktuell ist sie Residency-Künstlerin im Atelierhaus Salzamt in Linz. Mit „ULTRAVEL“ hinterfragt sie die Zukunft des Tourismus in Zeiten von Covid-19 und Klimawandel. Was passiert, wenn Reisen in der uns bekannten Form nicht mehr möglich ist? Reiseerlebnisse können nicht durch neue Technologien ersetzt werden. Unvergesslich sind die Reisen vor allem durch die Menschen, die man kennenlernt. Und viele Arbeitsplätze werden aus dem Tourismus generiert.

In einem Pop-up-Reisebüro bietet die Künstlerin eine virtuelle Reise an. Die Menschen reisen nicht als Avatar in andere Länder, sondern sie suchen sich eine/-n Reiseführer/-in vor Ort aus, mit dem/der man eine Stadt/ein Gebiet gemeinsam erkundet. Die Reise-App stellt die Menschen und nicht die Sehenswürdigkeit in den Vorder­grund.

Betonskulpturen als emotionale Auf­zeichnung

Die Künstlerin Mag.a Eveline Handlbauer, MAS erhält den AK-Kunstpreis für ihre Masterarbeit „it´s better to get off quickly“. Die Linzerin war schon an mehreren Ausstellungen in Linz beteiligt – etwa im OK, im Salzamt oder im K2. Ihre eingereichten Skulpturen versteht sie als emotionale Aufzeichnung einer gebauten, material­basierten Welt.

Insbesondere der von ihr verwendete Werkstoff Beton vermittelt Stabilität und Sicherheit. Dass dem nicht so ist, zeigt die Künstlerin sehr anschaulich an ihren Objekten, denen immer ein Verwendungs­zweck innewohnt. Die Festigkeit und Stabilität ihrer Betonskulpturen sind jedoch nur äußerlich. Die scheinbar robusten Objekte sind äußerst fragil und zerbrechlich. Übertragen auf unsere Gesellschaft bringen Machtverhältnisse, Fake-News oder Weltverschwörungstheorien unsere gesicherte Welt, insbesondere in Krisenzeiten, schnell ins Wanken.

Foto in druckfähiger Qualität

Foto darf unter Angabe des Copyrights für die Medienberichterstattung kostenfrei verwendet werden.

Kunstpreis 2020 © Chris Herzenberger, AKOOE
Eveline Handlbauer, Aimilia Liontou © Chris Herzenberger, AKOOE

Die eingereichten Arbeiten bestätigen eindrucksvoll unser Anliegen, die künst­lerische Beschäftigung mit dem Arbeitsalltag zu forcieren und zu honorieren.

dr. johann kalliauer

AK-PRÄSIDENT

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