28.06.2019

AK-Kunstpreis für Christel Kiesel de Miranda: „Ende Gelände“ - ein eindrück­liches Werk über den Kohle­ausstieg und seine Fol­gen

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Bergbaugebiets Lausitz in der ehemaligen DDR sind mit Existenz und Identität, aber auch mit dem Fortschritt und seinen Verlusten verbunden. Seit fast 200 Jahren leben die Menschen dort vom Braunkohleabbau. Nun macht Deutschland ernst mit dem Kohleausstieg. Doch was kommt danach? Mit dieser Thematik befasst sich die Künstlerin Christel Kiesel der Miranda, MA in ihrer ausgezeichneten Masterarbeit „Ende Gelände“. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat ihr dafür den heurigen AK-Kunstpreis verliehen.  

Bilder des Ver­schwind­ens

Deutschland will aus dem Kohleabbau aussteigen. Was aber passiert nun mit der Kulturlandschaft einer Region, die ihre prägende Industrie verliert? Es sind Bilder der Verwüstung, welche die Landschaft der ehemaligen Braunkohlegruben prägen. Zurück bleibt eine „Mondlandschaft“, gigantische Restlöcher, die nun geflutet werden. Es erfolgt die Rekultivierung zu einem Erholungsgebiet. Künstliche Seen, in denen man vielleicht irgendwann einmal baden kann. Aber was bleibt den Menschen, die dort gelebt haben? Die Folgelandschaft kann die Leere und den Verlust der Heimat nicht ersetzen. Zurück bleiben ein „vager Raum“: Erinnerungen, Fragmente, Phantomschmerzen. Verlassene Orte, Relikte, Artefakte und das schmerzliche Gefühl der Heimatlosigkeit.  

Christel Kiesel de Miranda erzählt in ihrer künstlerischen Arbeit die Geschichte des Verschwindens. Das Verschwinden einer Landschaft, eines Dorfes, einer Kultur, ganzer Existenzen. „Ihre ausgezeichnete Arbeit macht recht eindrucksvoll deutlich, wie stark Menschen von ihrer Existenzgrundlage geprägt sind, wie identitätsstiftend diese ist und welche Leere zurück bleibt, wenn ihnen diese genommen wird“, begründet AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Entscheidung der Jury. 

Thema "Arbeit" in der Kunst

Der mit 2.000 Euro dotierte AK-Kunstpreis wurde der 32-jährigen Künstlerin heute verliehen. Der Preis wird jährlich an Absolventinnen und Absolventen der Kunstuni Linz vergeben, die sich in ihren Diplom- und Masterarbeiten mit dem Thema Arbeit befassen. „Damit wollen wir künstlerische Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt forcieren und honorieren“, so Kalliauer. 

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