14.02.2020

AK-Kalliauer gegen neue Steuer­förderung für Pensions­kassen: „2 Milliarden Euro Steuer­geschenk ist schon mehr als genug!“

Die Pensionskassen rühren wieder einmal kräftig die Werbetrommel für die private, kapitalgedeckte Altersvorsorge. Sie fordern vom Staat weitere Vorteile – konkret in Form steuerlicher Begünstigungen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer spricht sich gegen weitere Steuergeschenke aus: „Dieses System ist ungerecht. Die Gewinne streifen die Banken, Versicherungen und Pensionskassen ein, die Veranlagungsrisiken tragen aber voll die Versicherten. Und die Nettorendite war in den letzten 20 Jahren mit 1,47 Prozent auch nicht gerade berauschend.“

Risiko­behaftete Produkte

Mit Angstmache vor vermeintlicher Altersarmut werben die privaten Pensionsversicherungen seit Jahren um Kundschaft. Sie sagen aber nicht dazu, dass diese Produkte sehr risikobehaftet sind, extrem von Schwankungen auf den Kapitalmärkten betroffen sind und zu massiven Verlusten führen können. Alleine 2018 mussten 60 Prozent der Firmenpensionen um durchschnittlich 6,41 Prozent gekürzt werden!

Verluste treffen die Pensionisten

Während die betroffenen Pensionisten/-innen immer wieder Kürzungen hinnehmen müssen, freuen sich die Pensionskassen dagegen über Gewinne – ohne ein Risiko dabei zu haben. Das tragen ja zu 100 Prozent die Versicherten. Und die Performance ist bescheiden: In den letzten 20 Jahren erzielten die österreichischen Pensionskassen laut Oesterreichischer Kontrollbank (OeKB) eine durchschnittliche Bruttorendite von 3,40 Prozent pro Jahr. Nach Abzug der Inflationsrate bleibt eine Nettorendite von lediglich 1,47 Prozent jährlich, die dann noch durch Verwaltungskosten und Gewinne der Pensionskassen geschmälert wird. 

Staatliche Förderungen ver­fehlen Ziel

Schon jetzt gibt der Staat rund 2 Milliarden Euro jährlich an Steuergeldern für die Förderung privater Pensionsversicherungen und Betriebspensionen aus. „Es gibt wahrlich keinen Grund, ein derartiges, für die Kunden teures System mit einer geringen Performance noch mehr steuerlich zu fördern“, sagt Kalliauer.

Stattdessen müssten die Versicherten wieder besser geschützt werden: Die AK fordert strengere Regulierungen, die das Veranlagungs- und Verlustrisiko für die Versicherten minimieren, vor allem die Wiedereinführung einer Mindestertragsgarantie bei den Betriebspensionen. Bei der privaten Pensionsvorsorge muss es künftig wertgesicherte Renten geben.

"Dieses System ist un­gerecht. Die Gewinne streifen die Banken, Versicherungen und Pensions­kassen ein, die Veranlagungs­risiken tragen aber voll die Versicherten. Und die Netto­rendite war in den letzten 20 Jahren mit 1,47 Prozent auch nicht gerade be­rauschend."

Dr. Johann Kalliauer

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"Dieses System ist un­gerecht. Die Gewinne streifen die Banken, Versicherungen und Pensions­kassen ein, die Veranlagungs­risiken tragen aber voll die Versicherten. Und die Netto­rendite war in den letzten 20 Jahren mit 1,47 Prozent auch nicht gerade be­rauschend."

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