Flexible Arbeitszeiten – die Perspektive der Arbeitnehmer

Wie verbreitet sind flexible Arbeitszeitmodelle? Wie wirken sie sich auf Gesundheit und Zufriedenheit der Arbeitnehmer/-innen aus? Eine von den Arbeiterkammern Wien, NÖ und OÖ beauftragte Studie geht diesen Fragen nach.

Diese Branchen wurden untersucht

In der FORBA-Studie wurden Arbeitnehmer/-innen aus den Branchen Banken, Elektroindustrie, Gastronomie und Beherbung, Handel, IT, Metallindustrie und –gewerbe und Reinigung telefonisch interviewt.
 
Im Fokus der Untersuchung lagen die folgenden Arbeitszeitmodelle:

  • Wöchentlich gleich bleibende Arbeitszeiten
  • Gleitzeit
  • regelmäßige Schichten
  • wöchentlich schwankende Arbeitszeiten ohne Schicht-/Gleitzeitmodell.  

In der Studie zeigt sich, dass die untersuchten 4 Arbeitszeitmodelle in den verschiedenen Branchen stark unterschiedliche Bedeutung haben. So sind beispielsweise in der Reinigung häufig gleich bleibende Arbeitszeiten anzutreffen, Gleitzeit ist in der IT weit verbreitet und in der Gastronomie arbeiten vermehrt Beschäftigte mit wöchentlich schwankender Stundenanzahl ohne Schicht- und Gleitzeitmodell.

Wer bestimmt über "Flexibilität"?

Eine zentrale Frage war, ob flexible Arbeitszeiten überwiegend von Interessen der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer/-innen bestimmt sind und welche Auswirkung dies auf die Gesundheit und Zufriedenheit der Beschäftigten hat. Das Ergebnis ist eindeutig:

Beschäftigte, deren Arbeitszeitflexibilität überwiegend durch ihren Arbeitgeber bestimmt wird, sind häufiger arbeitsbedingt körperlich erschöpft, weniger optimistisch in der Einschätzung ihrer beruflichen Zukunft und weniger zufrieden mit ihrer Arbeitszeit als Befragte, die die Flexibilität ihrer Arbeitszeit weitgehend selbst bestimmen können. 

Über- und Mehrstunden

In Österreich leisten viele Arbeitnehmer/-innen regelmäßig Über- und Mehrstunden: 78 Prozent der vollzeiterwerbstätigen Männer und 61 Prozent der Frauen in Vollzeit erbringen jede Woche eine Überstunde. Bei der Überstundenleistung dominieren die männlichen Angestellten gefolgt von den Arbeitern. 25 Prozent der männlichen Angestellten und 21 Prozent der Arbeiter leisten mehr als 5 Überstunden in der Woche. Bei den Arbeiterinnen sind dies dagegen 9 Prozent.    

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