13.1.2015
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Betriebsrät/-innen im Aufsichtsrat – zum Vorteil für Belegschaft und Unternehmen

In Aktiengesellschaften, größeren Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs) und Genossenschaften ist per Gesetz ein Aufsichtsrat einzurichten. Das zuständige Organ der Belegschaftsvertretung hat das Recht, Vertreter/-innen in diesen Aufsichtsrat zu entsenden.

Welche Aufgaben hat der Aufsichtsrat?

Wie es der Name „Aufsichts-Rat“ bereits sagt, hat der Aufsichtsrat grundsätzlich 2 wesentliche Aufgaben zu erfüllen.

  • Er hat einerseits „Aufsicht zu halten“, also die Geschäftsleitung (Vorstand oder Geschäftsführung) des Unternehmens zu überwachen. 
  • Andererseits hat er „Rat zu geben“, also die Geschäftsleitung bei der strategischen Unternehmensplanung zu beraten und zu unterstützen.

Woran muss sich der Aufsichtsrat bei seiner Arbeit zu halten?

Maßstab für die Aufsichstratsarbeit ist § 70 des Aktiengesetzes. In dieser Bestimmung legt der Gesetzgeber fest, wie der Vorstand eine Aktiengesellschaft zu leiten hat:

„Der Vorstand hat unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so zu leiten, wie das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen der Aktionäre und der Arbeitnehmer sowie des öffentlichen Interesses es erfordert.“

Dieser Maßstab gilt - ohne dass das GmbH-Gesetz dies ausdrücklich festschreibt - laut Fachliteratur auch für die GmbH.

Welche Rolle haben die Arbeitnehmervertreter/-innen im Aufsichtsrat?

Die Arbeitnehmervertreter/-innen nehmen im Aufsichtsrat die Rolle der innerbetrieblichen Expertinnen und Experten ein.

Wo liegt der Vorteil der Arbeitnehmer/-innenbeteiligung für das Unternehmen?

Da die Arbeitnehmervertreter/-innen im Aufsichtsrat als Arbeitnehmer/-innen und Belegschaftsvertreter/-innen direkt in die betriebliche Organisation eingebunden und in das betriebliche Geschehen direkt integriert sind, verfügen sie über innerbetriebliches Wissen, das für eine effiziente und  erfolgreiche Aufsichtsratsarbeit unverzichtbar ist.

Wo liegt der Vorteil der Arbeitnehmer/-innenbeteiligung für die Belegschaft?

Den Arbeitnehmervertreter/-innen kommt im Aufsichtsrat in besonderem Maße die Einbringung „der Interessen der Arbeitnehmer“ im Sinne des §  70 des Aktiengesetzes zu. Durch die Einbeziehung  in die strategische Unternehmensplanung und die Mitwirkung bei der Befassung mit wichtigen zustimmungspflichtigen Geschäften, wie etwa bei wichtigen Investitionen, wird es möglich, rechtzeitig auch arbeitnehmer/-innenorientierte Aspekte in die Diskussion und Beschlussfassung einzubringen.

Noch Fragen? Die AK berät gerne

Das Kompetenzzentrum Betriebliche Interessenvertretung der AK OÖ bietet Betriebsrät/-innen Beratung und Unterstützung in Aufsichtsratsfragen an.

Seminarhinweis

"Orientierung im Aufsichtsrat"
Ein AK OÖ/ÖGB OÖ/IFAM-Betriebsrät/-innenseminar für Aufsichtsratseinsteiger/-innen
23.03.2015 – 25.03.2015
Jägermayrhof/FAB Linz

Anmeldung direkt beim VÖGB Linz:
TEL: +43 732 665391 6014

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