01.07.2020

Covid-19 Kurz­arbeit - Update Lohnabrechnung

Im Juni 2020 wurde der Leitfaden Personalverrechnung (inkl. Musterbeispiele) vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend herausgegeben. 

Kurzarbeit Verlängerung ab 01.06.2020

Welche Auswirkungen hat die „neue“ KUA (Kurzarbeit) für bestehende Vereinbarungen?

Kurzarbeit (KUA), die nicht die 3 Monate ausgeschöpft hat (zum Beispiel nur für 2 Monate vereinbart), kann durch ein Änderungs­begehren auf 3 Monate verlängert werden. Dazu braucht es keine neue KUA-Vereinbarung.

Sind 3 Monate KUA ausgeschöpft, ist eine neue Sozialpartner­vereinbarung abzuschließen:

Es gibt eine neue Muster-Sozialpartner­vereinbarung, die für Verlängerungs­anträge (Kurzarbeit ab dem 4. Monat) aber auch für Erstanträge ab 1.6.2020 zu verwenden ist.

Eckpunkte der neue Sozialpartnervereinbarung

  • Neue Differenzierung in
    •  vorrangigen Anspruch auf Nettoersatzrate (Nettogarantie) und
    •  subsidiäre Entlohnung der tatsächlich geleisteten Stunden.

      Vorrangig bleibt die Nettoersatzrate in Höhe von 80/85/90 Prozent, unabhängig von den tatsächlich geleisteten Monatsstunden.

ABER

Deckt die Netto­ersatzrate die gearbeiteten Stunden nicht ab, muss auf jeden Fall das Brutto­entgelt für die tatsächlich geleisteten Arbeits­stunden bezahlt werden.
  • Hinsichtlich der Bezahlung wird auf den Monat abgestellt (Betrifft KUA-Erstanträge oder Verlängerungen ab 01.06.2020!).

  • Die Arbeitszeit muss weiterhin während der Dauer der Kurzarbeit im Durchschnitt zwischen 10 und 90 Prozent betragen und kann nach wie vor in einzelnen Wochen zur Gänze entfallen.

  • Die festgelegte Arbeitszeit kann nur im Einvernehmen mit dem Betriebsrat abgeändert werden. Die neue Sozialpartner­vereinbarung sieht aber vor, dass der/die Arbeitgeber/-in unter bestimmten Voraussetzungen einseitig Arbeitsleistungen über das vereinbarte Arbeitszeit­ausmaß anordnen kann! Arbeit auf Abruf ist aber verboten: Arbeitgeber/-innen müssen dies mindestens 3 Tage im Voraus bekannt geben.

  • Lockerungen der Bestimmungen bezüglich Beschäftigungsstand während und nach der Kurzarbeit (Behaltepflicht & Behaltefrist). Es besteht eine Kündigungsmöglichkeit auch während der Kurzarbeit und in der Behaltefrist. In der Sozialpartner­vereinbarung „neu“ zur Kurzarbeit COVID-19 wurde festgelegt, dass nunmehr bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wodurch der Fortbestand des Unternehmens in hohem Maß gefährdet ist, eine Kündigung von Arbeitnehmer/-innen mit Zustimmung des Betriebsrates möglich ist. Stimmt der Betriebsrat Kündigungen nicht zu, kann auch eine Ausnahmebewilligung vom AMS-Regionalbereit eingeholt werden.

  • Den Arbeitnehmer/-innen ist innerhalb eines Monats ab Beginn der Kurzarbeit ein Dienstzettel oder die Sozialpartner­vereinbarung auszuhändigen.

  • Verbesserungen beim Entgelt für die Lehrlinge, wenn sich die Lehrlings­entschädigung erhöht oder sie die Lehrabschluss­prüfung erfolgreich abgelegt haben

Weitere Infos 

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend bietet weitere Informationen auf ihrer Website an. Hier der Link.

Downloads

FAQs für Betriebsräte zum Thema Kurzarbeit (Stand: 01.07.2020) (0,4 MB)

Empfehlung für eine vorläufige Abrechnung der Corona-Kurzarbeit (0,2 MB)

Handlungsanleitung und Erläuterungen zur Handhabung der "Corona-Kurzarbeit" (0,3 MB)

Sozialpartnervereinbarung Betriebsvereinbarung: Betriebe mit Betriebsrat (0,1 MB)

Sozialpartnervereinbarung Einzelvereinbarung: Betriebe ohne Betriebsrat (0,1 MB)

Grafische Darstellung Corona Kurzarbeit (0,2 MB)

Fallbeispiele

Kurzarbeit ermöglicht Existenzsicherung für Arbeitnehmer/-innen während der Corona-Krise. Zur Darstellung der Berechnungsmodelle und der Auswirkungen auf die Entgeltansprüche haben wir Berechnungsbeispiele zusammengestellt.

Achtung - siehe oben: diesen Angaben sind nur „Richtwerte“, für die Vornahme der detaillierter endgültiger Lohn- und Gehaltsabrechnung ist noch die Abklärung diverser Fragen offen. 


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