14.7.2020

Arbeit­nehmer­schutz in Zeiten von Corona

Der Bundesregierung ist es mit Unterstützung der Sozial­partner in der Corona-Krise gelungen, zahlreiche wichtige Themen zu regeln. Beim Schutz der Gesundheit von Beschäftigten ist leider zu wenig geschehen: Die Vorgaben der Regierung wirkten zu oft wie Empfeh­lungen. Kontrollen oder gar Sanktionen gab es nicht.

Fürsorge­pflicht auch in der Krise

Arbeitgeber/-innen haben aufgrund ihrer Fürsorge­pflicht umfassend für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen. Das gilt auch während Epidemien oder Pandemien. Aktuelle Infektions­risiken müssen in der Arbeits­platz­evaluierung berücksichtigt und entsprechende Schutz­maß­nahmen festgelegt werden (gemäß § 4 ArbeitnehmerInnen­schutzgesetz (ASchG). 

Schutzmaßnahmen ergreifen

Bei erhöhter Infektions­gefahr muss zunächst versucht werden, das Ansteckungs­risiko zu minimieren - beispielsweise durch das Ermöglichen von Home-Office. Abstand­halten, Ab­trennungen, sowie ausreichend Wasch­möglichkeiten, Desinfektions­mittel und Schutz­ausrüstung zur Verfügung zu stellen, sind grundlegende Maßnahmen am Arbeitsplatz. Der direkte Kontakt zu anderen Personen - Kunden/-innen, Patienten/-innen, Klienten/-innen, aber auch Kollegen/-innen – sollte auf das Not­wendigste reduziert werden.

Spezielles auf Risiko­gruppen (zum Beispiel Beschäftigte mit Vorerkrankungen) muss bei der Evaluierung geachtet werden. Ist dem Arbeitgeber bekannt, dass Beschäftigte aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung bei bestimmten Arbeiten einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind, dürfen sie mit dieser Tätigkeit nicht befasst werden. Auch der Umgang mit besonders schutzbedürftigen Beschäftigten­gruppen, wie etwa Schwangere, muss im Rahmen der Evaluierung konkret erfasst werden.

Wichtige Angaben fehlen

Während der Corona-Krise hat es der Gesetz­geber leider verabsäumt, bezüglich der Schutz­vorgaben ausreichend konkret zu werden. So war etwa der Umgang mit Personen, die zur Hoch­risiko­gruppe zählen, lange ungeregelt. Das schlussendliche Gesetz, warf mehr Fragen als Antworten auf.

Psychische Aspekte berücksichtigen

Ausnahme­situation und die Angst vor Ansteckung schlagen sich auch auf die Psyche. Viele Beschäftigte haben in solchen Phasen Angst um die eigene Gesundheit, um Angehörige oder davor, selbst jemanden anzustecken. Dazu kommen mitunter auch finanzielle Sorgen. Diese psychischen Aspekte müssen in der Evaluierung ebenso beachtet werden.

Die Psyche kann jedoch auch in falsche Sicherheit wiegen. Schutzmasken oder Handschuhe vermittelten während der Corona-Krise oft ein falsches Gefühl von Sicherheit. Das Einhalten des Abstandes oder die regelmäßige Hand­hygiene wurden dann weniger ernst genommen, was das Ansteckungs­risiko erhöht.

Schutzabstand einhalten

Auch wenn die erste Phase der Corona-Pandemie überstanden zu sein scheint - Abstand halten hat weiter oberste Priorität. Ob auf Baustellen, in Produktions­betrieben, im Handel, in Büros oder in Gesund­heits- und Pflege­einrichtung. Ein Meter sollte es mindestens sein, idealerweise aber mehr. Wo dies nicht möglich ist, müssen entsprechende Schutz­mittel zur Verfügung gestellt werden. 

Eine genau Auflistung der aktuellen Vorgaben in Bezug auf die Corona-Pandemie finden Sie auf der Website der Arbeitsinspektion.
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