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Reichtumsticker: Die Reichsten werden um 3,45 Millionen Euro reicher - pro Stunde!

Der Reichtumsticker zeigt:  Das Vermögen der reichsten 10 Prozent der Bevölkerung in Österreich wächst fast dreimal so schnell wie der Besitz der restlichen 90 Prozent. Rund 380.000 Haushalte besitzen 2016 mit geschätzt mehr als 970 Milliarden Euro mehr als zwei Drittel des Gesamtvermögens. Sie werden pro Stunde um rund 3,45 Millionen Euro reicher. Die 90-prozentige Bevölkerungsmehrheit (rund 3,4 Millionen Haushalte) besitzt zusammen weniger als ein Drittel des Vermögens - in Summe weniger als 430 Milliarden Euro. Ihr Besitz wächst viel langsamer.

Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung besitzen mehr als 970 Milliarden Euro:
+ rund 958 € pro Sekunde
Die übrigen 90 Prozent besitzen nur:
+ rund 356 € pro Sekunde

Reichtumsticker basiert auf konservativen Schätzungen

Die Grundlage für den Reichtumsticker sind Berechnungen von Forschern/-innen der Universität Linz. Ihre Schätzungen basieren auf vorsichtigen Annahmen über Wachstumsraten verschiedener Vermögenskomponenten.

Ungleichheit ist groß und wird immer größer

Die privaten Vermögen in Österreich sind extrem ungleich verteilt. Das ist bereits aus der Reichtumserhebung der österreichischen Nationalbank (ÖNB) sowie einer darauf aufbauenden Studie der Universität Linz bekannt. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) des Privatvermögens, die restlichen 90 Prozent haben gemeinsam weniger als ein Drittel (knapp 31 Prozent). So die Momentaufnahme für das Jahr 2011, auf welcher die Berechnungen des Reichtumstickers aufbauen.

Wie tickt der Reichtumsticker?

Für das Jahr 2016 „tickt“ der Reichtumsticker wie folgt:

 
Zuwachs des privaten Gesamtvermögens 2016
pro
Sekunde
pro
Minute
pro
Stunde
pro
Tag
der reichsten 10 Prozent
(= rund 380.000 Haushalte)
958 €
57.500€
3,45 Mio. €
82,80 Mio. €
der restlichen 90 Prozent
(= rund 3,4 Millionen Haushalte)
356 €
21.340 €
1,28 Mio. €
30,72 Mio. €

(Quelle: Reichtumsticker AK OÖ; gerundete Werte; Vermögensdynamikmodell: Kapeller / Schütz / Wandl) - Update: 11. Jänner 2016

Die Bevölkerungsmehrheit wird in Summe pro Sekunde nur um rund 356 Euro wohlhabender, der Besitz der Reichsten vermehrt sich mit rund 958 Euro pro Sekunde fast dreimal so schnell. Der Reichtumsticker wurde im Mai 2014 von AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer im Rahmen einer Pressekonferenz in Gang gesetzt. Die Details zur Modellierung und den verwendeten Parametern sind dem Methodenbericht sowie dem technischen Anhang zu entnehmen.

Reichtumsticker macht Ungleichheit sichtbar

Über die ungleiche Verteilung des  privaten Reichtums gab es bis vor kurzem kaum Informationen. Für die Arbeiterkammer OÖ ist ein Sichtbarmachen der massiven Konzentration des Vermögens unabdingbar für eine sachliche verteilungspolitische Debatte. Mit dem Reichtumsticker soll gezeigt werden, wie die Verteilung des Reichtums immer ungleicher wird. Eine Ursache dafür: Vermögensbezogene Steuern, die bei den Reichsten ansetzen, sind in Österreich äußerst niedrig und werden auch nicht beziehungsweise kaum eingehoben. Das Aufkommen einer allgemeinen Vermögenssteuer für Reiche wäre allerdings enorm. Das zeigen Modellrechnungen.

Das fordert die Arbeiterkammer OÖ

  • Einführung einer Millionärssteuer auf Netto-Privatvermögen ab einer Million Euro, zur Gegenfinanzierung.

  • Wiedereinführung einer reformierten Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem hohen Freibetrag, der sicherstellt, dass im Laufe eines Arbeitnehmer/-innenlebens Erspartes steuerfrei weitervererbt werden kann.

  • Koordinierung vermögensbezogener Millionärssteuern auf EU-Ebene, so dass in jedem EU-Land durch solche Steuern ein Mindestmaß des gesamten Steueraufkommens erreicht wird.
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