27.7.2017
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Hausarbeit, Haushalt, Pflege: nur Frauensache?

Beschäftigte in sozialen Dienstleistungs- und Pflegeberufen leisten täglich hervorragende Arbeit in der Versorgung alter und kranker Menschen. Zusätzlich leisten aber auch Angehörige, meist Frauen, einen wertvollen Beitrag durch unbezahlte, informelle Pflege. 

Männer und Care-Arbeit: nur langsam werden es mehr

Auf gesetzlicher Ebene gibt es zahlreiche Versuche, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen und somit auch Männer stärker in die Familien- und Sorgearbeit einzubinden. Obwohl diese langsam Wirkung zeigen, bleiben die klassischen Care-Aufgaben, wie Kindererziehung, Hausarbeit oder die Pflege von älteren Angehörigen meist doch Frauensache.

Frauen leisten 8 von 10 Arbeitsstunden

Rund 80 Prozent der Pflege wird in Österreich durch Angehörige erbracht, wobei den Löwenanteil der pflegenden Angehörigen mit 70 bis 80 Prozent die Frauen stellen.

Frauen leisten mit Care- und Betreuungsaufgaben laut einer Zeitverwendungsstudie des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) 27 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche. Bei Männern sind es im Vergleich nur 11 Stunden.

Frauen müssen entlastet werden

Die Kinderbetreuung und die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger gehen meist mit Erwerbsunterbrechungen oder -einschränkungen einher. Nicht selten waren Frauen, die die Pflege Angehöriger übernehmen, zuvor als Hausfrau und Mutter tätig. Mitunter verbringen Frauen somit mehr als 15 Jahre ihres Lebens mit Care-Arbeit, was auch einen beruflichen Wiedereinstieg in weite Ferne rückt.

Pflege ist Aufgabe für Mann und Frau

Um Pflege für beide Geschlechter attraktiver zu machen , müssen einerseits die Nachteile beim Einkommen abgewendet werden, andererseits verstärkt Anreize gesetzt werden. Care sollte als gesellschaftlicher Auftrag gesehen werden, der durch eine qualitativ hochwertige und bedarfsdeckende Infrastruktur gesichert ist.

Einiges haben wir bereits erreicht:

  • Pflegekarenz und Pflegeteilzeit (seit 2014), Angehörigenentlastungsdienst.
  • Beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung ab Pflegestufe 3 (seit 2009).
  • Ausbau der Versorgungsstruktur für ältere Menschen, insbesondere der Tagesbetreuungsstrukturen und Stärkung der Entlastungsstrukturen für pflegende Angehörige.
  • Kostenlose Weiterversicherung in der Pensionsversicherung für Menschen, die zur Pflege – ab Stufe 3 - aus dem Erwerbsleben aussteigen (seit 2009).
  • Einführung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes 2010.
Die AK fordert darüber hinaus

Rechtsanspruch auf Freistellungsmodelle wie Familienhospizkarenz, Pflegeteilzeit oder Familienzeitbonus sowie Pflegefreistellung für Familienangehörige unabhängig vom Wohnsitz.


Weiterführende, interessante Infos zum Thema Frauen und Care-Arbeit, bietet der heuer zum zehnten Mal erschienene AK-Frauenmonitor (ab S. 54): Hier geht's zum AK-Frauenmonitor

Gleichstellung in Oberösterreich

Der zehnte Frauenmonitor der AK zeigt: Trotz einiger Fortschritte ist die Bilanz durchwachsen. Vor allem bei Löhnen und Gehältern.

AKOÖ Kinderbetreuungsatlas

Der neue Kinderbetreuungsatlas zeigt leichte Fortschritte, manche Gemeinden haben aber leider immer noch Defizite.

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