Homeschooling © -, AKOÖ
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13.07.2020

Schulschluss-Umfrage von AK und Krone zeigt: Große Verunsicherung bei Eltern und Kindern

Heimunterricht, Rückkehr mit Schichtbetrieb und plötzlich Ferien in 5 Bezirken: Das heurige Schuljahr war für Oberösterreichs Eltern alles andere als planbar. Auch die Situation in den Ferien bereitet den Familien Kopfzerbrechen – noch nie war es so schwer, die Sommerbetreuung der Kinder zu organisieren. Das zeigt die große Schulschluss-Umfrage von AK Oberösterreich und Krone.

Außer­gewöhnliches Semester beendet

Die große Schulschluss-Umfrage von Arbeiterkammer und Oberösterreich Krone ist beendet und zeigt auf, was die Eltern am Ende dieses außergewöhnlichen Semesters bewegt. Im Vergleich zum Homeschooling während des bundesweiten Shutdown, war es während der Zeit des „Schichtbetriebs“ in den Schulen für die Eltern schwieriger, ihre Kinder zu motivieren, eine Tagesstruktur zu finden und Zeit für die Lernbegleitung zu schaffen. Dennoch war ein Großteil der befragten Eltern mit dem Lernumfang und der Information der letzten Wochen zufrieden, 6 von 10 hätten sich aber mehr Schultage gewünscht. 

Ältere Schüler besser zurecht­gekommen

Die älteren Kinder in höheren Schulen beziehungsweise Oberstufen sind signifikant besser mit der Rückkehr in die Schule und dem geteilten Schulbetrieb zurechtgekommen als beispielsweise die Schüler/-innen in den Volksschulen. Besonders unzufrieden mit dem Lernfortschritt sind Eltern von Kindern in Neuen Mittelschulen. „Das heurige Schuljahr war für alle eine große Herausforderung, besonders aber für die Eltern, die Job, Kinderbetreuung, Unterricht und Haushalt unter einen Hut bringen mussten. Das ist nicht immer und überall gelungen, kann aber sicher nicht den Eltern zum Vorwurf gemacht werden. Vielmehr ist die Schulpolitik gefordert, dass kein Kind zurückgelassen wird“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert daher zusätzliche finanzielle Mittel für Schulen mit besonderen Herausforderungen, verteilt nach einem Chancen-Index.

Noten bleiben für viele ein Rätsel

Ein großes Fragezeichen ist für die befragten Eltern die Benotung für dieses Semester. Ein Drittel weiß nicht, ob und inwiefern die zuhause erbrachten Leistungen in die Benotung eingeflossen sind. Fast ebenso viele tun sich schwer in der Beurteilung, ob die Benotung fair war. Ein Fünftel empfand sie jedenfalls als unfair. 

Im Vergleich zu Volksschulen und Neuen Mittelschulen wissen die Eltern der Kinder höherer Schulen eher Bescheid, inwiefern die Leistungen im Rahmen des Lernens zu Hause in die Benotung eingeflossen sind. Hier dürfte die Kommunikation zwischen den Schulen und den Eltern besser funktioniert und das Verständnis für die Notengebung erhöht haben. Denn die Umfrage zeigt: Je transparenter und verständlicher die Notengebung, desto eher wird sie als fair empfunden.

Wie geht es im Sommer weiter? 

Kopfzerbrechen bereitet vielen Eltern die Betreuungssituation im Sommer. 43 Prozent der Befragten können aufgrund der Corona-Krise auf bestimmte Betreuungspersonen, wie etwa die Großeltern, nicht zurückgreifen. Für 40 Prozent der Befragten ist die Organisation der Sommerferien heuer schwieriger als sonst. Für AK-Präsident Kalliauer besonders alarmierend ist die Tatsache, dass 38 Prozent der Befragten angeben, nicht mehr genügend Urlaubstage für die Kinderbetreuung im Sommer übrig zu haben. „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation – auch hier ist die öffentliche Hand gefordert, die Eltern zu unterstützen und Betreuungsangebote zu schaffen, die für alle zugänglich sind, unabhängig vom Einkommen.“ Fast ein Drittel der Eltern gibt an, sich externe Sommerbetreuung, zum Beispiel Ferienlager, nicht leisten zu können. Das trifft insbesondere auf Alleinerzieher/-innen zu. 

Wünsche der Eltern an die Bildungs­politik

Mehr als die Hälfte der Eltern sieht den Ausbau der schulischen Nachmittagsbetreuung als wichtige Maßnahme für einen guten Schulstart im Herbst und 43 Prozent der Befragten wünschen sich einen Ausbau ganztägiger Schulformen. Drei Viertel sehen Förderunterricht im Herbst als wichtig an, zwei Drittel wünschen sich Förderunterricht bereits vor Schulbeginn. In technischer Hinsicht wünschen sich 80 Prozent der Eltern den Ausbau der digitalen Infrastruktur. 

Maßnahmen kommen zu spät

Die von Bundesminister Faßmann angekündigten Maßnahmen kommen für AK-Präsident Kalliauer zu spät beziehungsweise greifen nicht. „Die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit Laptops ist ein wichtiger Schritt, allerdings ist es völlig unverständlich, warum das erst 2021/22 passieren soll, und nicht ab nächstem Schuljahr“, so Kalliauer, der auch mit dem Angebot an Sommerschulen nicht zufrieden ist: „Hier macht es sich die Politik zu einfach. Die Sommerschulen sind nur für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen ausgerichtet. Das Angebot müsste aber für alle Kinder offen sein und sich mit allen Kernfächern beschäftigen.“ 

"Wir befinden uns in einer Ausnahme­situation – auch hier ist die öffentliche Hand ge­fordert, die Eltern zu unter­stützen und Betreuungs­angebote zu schaffen, die für alle zugänglich sind, un­abhängig vom Ein­kommen."

Dr. Johann Kalliauer

AK Präsident

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"Wir befinden uns in einer Ausnahme­situation – auch hier ist die öffentliche Hand ge­fordert, die Eltern zu unter­stützen und Betreuungs­angebote zu schaffen, die für alle zugänglich sind, un­abhängig vom Ein­kommen."

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