Schule im Corona-Modus: AK-Befragung offenbart großen Förder- und Aufhol­bedarf bei Schul­kindern

Eine Umfrage der AK zeigt: Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 und vor der zweiten Welle des Heimunterrichts im Herbst hatten die Schüler/-innen wesentlich mehr Förder- und Aufholbedarf. Viele bekommen aber nicht die nötige Unterstützung durch die Schulen. Um nachhaltige Bildungsverluste verhindern zu können, müssen Schulen schnell reagieren und investieren.

Mehr kosten­loser Förder­unterricht

Mehr als 600 oberösterreichische Familien haben an der AK-Befragung "Schule im Corona-Modus" teilgenommen. Die Wünsche der Eltern sind dabei sehr klar:

  • Mehr kostenlosen Förderunterricht während des Schuljahres
  • Digitale Infrastruktur, die die Schule kostenlos zur Verfügung stellt
  • mehr Angebote zur Nachmittagsbetreuung
  • kostenlosen Förderunterricht an den Schulen am Ende der Ferien
  • Ausbau ganztägiger Schulformen  


Lern­rück­stände auf­holen

Viele schulpflichtige Kinder und Jugendliche müssen nach den (ersten) beiden Phasen des Distance-Learning Lernrückstände aufholen. Zwei Drittel der Eltern sagen, dass ihre Kinder schon nach dem ersten Lockdown im letzten Schuljahr mehr Unterstützung beim Lernen gebraucht haben. Allerdings geben 6 von 10 Befragten an, dass die Schulen ihre Kinder nicht beim Aufholen des im ersten Lockdown versäumten Lernstoffs unterstützt haben. Die Hälfte der befragten Eltern sagt, dass ihr Kind dieses Semester mehr lernen muss, um den Stoff aufzuholen. 20 Prozent brauchen aufgrund des „Corona-Schulbetriebs“ jetzt Nachhilfe. 

Speziell in diesem Bereich muss also dringend gehandelt werden. Dennoch berichten 85 Prozent der Eltern, dass durch Corona keine neuen Förderangebote an ihrer Schule entstanden sind.

Auch an die Ober­stufe denken!

Auch für die Jugendlichen in der Oberstufe, die ihr Schuljahr weiterhin im Distance-Learning fortsetzen, muss es Konzepte geben. Die psychischen Belastungen, die aus dieser Situation für die gesamte Familie entstehen, dürfen nicht unterschätzt werden. Denn die Corona-Pandemie macht deutlich sichtbar, dass die Schule nicht nur ein Ort des Wissenserwerbs ist, sondern auch ein Ort der sozialen Kontakte, des Freiraumes für die Kinder und Jugendlichen und gleichzeitig auch jener Ort der Betreuung, der den Eltern ihre Berufstätigkeit ermöglicht. 

AK-Chancen­index schafft Ab­hilfe

Damit Schulen jene Kinder mit Förder- und Aufholbedarf besser unterstützen kann, braucht es für Schulen mit der besonderen Herausforderung eines hohen Anteils an Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien beziehungsweise Familien mit geringem Haushaltseinkommen zusätzliche finanzielle Mittel. Die AK hat für die Verteilung dieser zusätzlichen Mittel den „Chancenindex“ entwickelt. Basis für die Berechnung sind der Bildungshintergrund der Eltern und die Alltagssprache der Kinder.

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