Herkunft beeinflusst Bildungswahl

Ein faires und chancengerechtes Bildungssystem für alle Kinder  -  das fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich. Bildungschancen sind in Österreich ungleich verteilt. Je höher der Bildungsabschluss der Eltern, desto höher auch die Chance auf einen höheren Bildungsabschluss für das Kind. 

Einmal eingeschlagene Bildungswege bestimmen die beruflichen Karrieren und Lebenschancen wesentlich. Im österreichischen Bildungssystem entscheidet sich an 3 Zeitpunkten, wohin der weitere Bildungsweg führt:

  • am Ende der Volksschule (4. Schulstufe),
  • am Ende der Sekundarstufe I ( 8. Schulstufe) und
  • am Ende der Sekundarstufe II. 

4. Schulstufe - was kommt nach der Volksschule?

Am Ende der Volksschule wird in Österreich ausgesiebt. Kinder und ihre Eltern müssen sich zwischen den Schultypen Mittelschule und Gymnasium (AHS) entscheiden. 

Nur knapp ein Drittel der AHS-Anfänger/-innen haben Eltern, deren höchster formaler Bildungsabschluss eine Lehre ist. Dieser Anteil sinkt noch weiter bis zur 8. Schulstufe in der AHS-Unterstufe. 

Umgekehrt finden sich viele Kinder in der Mittelschule wieder, die laut Volksschulzeugnis AHS-Reife besäßen. Der Nationale Bildungsbericht zeigt, dass "Leistung" für die Entscheidung, eine AHS-Unterstufe zu besuchen, nur zu einem Drittel eine Rolle spielt. Daher ist es wichtig, Kinder und Eltern in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken, damit sie ihre Potenziale und Fähigkeiten auch nutzen. So können neue Bildungswege abseits der sozialen Herkunft beschritten werden.

8. Schulstufe - Lehre oder Matura?

Auch beim Übertritt von der Mittelstufe in eine weiterführende Schule mit Matura sind Kinder von Eltern mit geringerem Bildungsabschluss benachteiligt. 

Weitere Faktoren für die Bildungswahl

Unser Bildungssystem schafft es nicht, vererbte Bildungschancen auszugleichen. Das beginnt schon bei der fehlenden Durchmischung in der Volksschule. Doch gerade das Lernen untereinander und voneinander ist bei Kindern von besonderer Bedeutung! 

Um ein faires und chancengerechtes Bildungssystem zu etablieren, muss gelingen, dass Kinder auch unabhängig vom Wohnort, der Einkommenssituation der Eltern, dem Geschlecht und dem Migrationshintergrund ihre Bildungswahl treffen.

Die Herkunft der Kinder spielt in einem Schulsystem mit gemeinsamer Mittelstufe und ganztägiger Schule weniger eine Rolle.

Forderungen der AK

  • Kinder und Jugendliche sind individuell zu fördern - unabhängig von ihrer Herkunft. Kinder dürfen nicht nach dem Einkommen und der Ausbildung der Eltern sortiert und ausgesiebt werden!


  • Gemeinsame Mittelstufe für alle Kinder von 10 bis 14 Jahren (in der Volksschule hat Österreich de facto eine Gesamtschule)

  • Mehr Ressourcen für Schulen mit besonderen Herausforderungen, verteilt nach dem AK-Chancen-Index 

  • Flächendeckendes Angebot (verschränkter) Ganztagsschulen (ausreichend Zeit zum Lernen und Fördern)

  • Kostenloser schulischer Förderunterricht für alle, die ihn brauchen

  • Berufsorientierung die alle Möglichkeiten (von der höheren Bildung bis zur Lehre) beinhaltet 


Links

Kontakt

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AK Bildungsberatung in OÖ
TEL: +43 50 6906 1601
E-MAIL: bildungsinfo@akooe.at
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