Chancen-Index: Bildung fair finanzieren! 

Bildungschancen werden in Österreich noch immer vererbt. Dem österreichischen Schulsystem gelingt es nicht, ausgleichend zu wirken und Bildungschancen für alle Kinder gleich zu ermöglichen.

Jede sechste Schule in Österreich kann ihre Kinder aufgrund der Lernumgebung nicht fördern. Es ist daher wichtig, eine transparente und bedarfsorientierte Schulfinanzierung zu erreichen. Für Schulen mit großen Herausforderungen sind mehr finanzielle Mittel nötig. Damit könnten Schulen mit vielen Schülern/-innen, die großen Förderbedarf haben, strukturelle Ungleichheiten durch mehr Förderangebote, pädagogisches Unterstützungs­personal, administrative Supportstrukturen etc. ausgleichen. 

Die Zuteilung der Mittel soll über einen Chancen-Index erfolgen, wie ihn die AK vorgeschlagen hat. Basis für die Berechnung ist der Bildungshintergrund der Eltern und die Alltagssprache der Kinder. Dabei werden die durch den Chancen-Index vergebenen zusätzlichen Mittel mit aktiver Schulentwicklung und pädagogischer Freiheit der Standorte verknüpft, um eine nachhaltige Weiterentwicklung zu gewährleisten. 

Was bringt ein Chancenindex?  

Die Finanzierung der Schulen soll an die Anforderungen punktgenau angepasst werden, statt  die Verteilung mit der Gießkanne fortzuführen. Personal- und Sachaufwand muss passender auf die Schulen aufgeteilt werden, um den Kindern überall gleiche Lernbedingungen zu ermöglichen. Neben der allgemeinen, gerechten Basisfinanzierung für alle Schulen werden zusätzliche Ressourcen entsprechend den Herausforderungen der einzelnen Standorte zugewiesen.  

Erfolgreiche situationsangepasste Mittelzuteilung an Schulen ist unter anderem bereits aus Teilen der Schweiz, Deutschland, Belgien und den Niederlanden bekannt. 

Das Beste ist für alle mög­lich  

Die AK Oberösterreich hat zum Thema Chancen-Index im Juni 2019 zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der wir das Modell des Chancen-Index präsentiert und anschließend diskutiert haben. Buchautor und Schulleiter Nikki Glattauer, der Schulleiter der NMS Löwenfeldschule, Peter Bersenkowitsch und die Leiterin der Bildungsabteilung der AK Oberösterreich, Frau Mag.a Bernadette Hauer haben über den dringenden Handlungsbedarf im Bildungssystem debattiert.

Nachlese

Forderungen der AK

Damit das Bildungssystem chancengerechter wird, fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich: 

  • Einrichtung einer gemeinsamen Schule aller 6- bis 14-Jährigen. Hinweis: Die Volksschule ist in Österreich bereits eine Gesamtschule!
     
  • Zusätzliche Ressourcen für multiprofessionelle Teams (unter anderem Sozialarbeit, Schulpsychologie oder Logopädie), weniger Schüler/-innen pro Klasse, Fort- und Teambildungsmöglichkeiten, mehr Förderunterricht und Anschaffung lernförderlicher Materialien.

  • Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Finanzmittelverteilung im Schulsystem.

  • Gleiche Chancen für jedes Kind - egal wo es aufwächst, welchen Vornamen es hat oder ob es von den Eltern ausreichend gefördert wird.

Downloads

Links

Kontakt

Kontakt

AK Bildungsberatung in OÖ
TEL: +43 50 6906 1601
E-MAIL: bildungsinfo@akooe.at
... mehr
  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum