3. Lehrlings­monitor

In der internationalen Diskussion herrscht Konsens, dass das duale Ausbildungssystem mit seinem starken Fokus auf die betriebliche Praxis eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt. Dazu zählen die

  • Integration in die Arbeitswelt,
  • praktisches Lernen am Arbeitsplatz,
  • finanzieller Vorteil durch die Lehrlingsentschädigung
  • Erwerb von Beitragszeiten zur Pensionsversicherung.

Doch während die duale Ausbildung zunehmend zum Exportschlager wird, streben immer weniger Jugendliche in Österreich eine Lehre an. Um dem auf den Grund zu gehen, haben Arbeiterkammer und ÖGB eine Lehrlingsbefragung beauftragt. 

Mehrheit arbeitet im Wunsch­beruf

Insgesamt konnten mehr als 7 von 10 Lehrlingen ihren Berufswunsch verwirklichen:

Knapp ein Drittel (29 Prozent) der Lehrlinge konnte den ursprünglichen Wunschberuf realisieren. Für 42 Prozent ist der Lehrberuf einer unter mehreren möglichen Berufen. Das restliche Drittel ist in Berufen tätig, an die ursprünglich nicht gedacht wurde (18 Prozent), die eine Notlösung (6 Prozent) oder Folge des unklaren Berufswunsches waren (6 Prozent).

(Sehr) häufig ausbildungs­fremde Tätig­keiten

Die subjektive Kenntnis der Ausbildungsinhalte wird mit einem Mittelwert von 2,0 auf einer Schulnotenskala als Gut bezeichnet. Knapp die Hälfte der Lehrlinge (45 Prozent) wird auch ausschließlich für ausbildungsbezogene Tätigkeiten herangezogen. Jeder dritte Lehrlinge gibt an, (sehr) häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten durchführen zu müssen (30 Prozent), der Rest gelegentlich.

Ein Drittel leistet Über­stunden

Ein Drittel (33 Prozent) der Lehrlinge leistet Überstunden, teils freiwillig (13 Prozent), teils unfreiwillig (7 Prozent), sowie manchmal freiwillig, manchmal nicht freiwillig (13 Prozent). Diese Überstunden werden in der Regel bezahlt oder durch Zeitausgleich abgegolten (70 Prozent), jedoch bei jeweils weiteren 15 Prozent nur manchmal oder gar nicht.

Krank in die Arbeit

Rund 73 Prozent der Lehrlinge sind im Laufe der Lehrausbildung zumindest einmal zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich krank gefühlt hatten. Die häufigsten Gründe dafür sind Pflichtbewusstsein gegen-über KollegInnen und Vermeidung von Problemen, die eine Krankmeldung mit sich bringt.

Lehrabschluss­prüfung

Ausbildungsbetrieben ist es laut Angaben der Lehrlinge (sehr) wichtig (91 Prozent), dass sie zur Lehrabschlussprüfung (LAP) antreten. 63 Prozent der Lehrlinge betonen, dass ihnen der Betrieb konkret bei der Vorbereitung zur LAP hilft. 48 Prozent geben an, mit dem Ausbilder/der Ausbilderin bereits über die In-halte der LAP gesprochen zu haben.

Das fordern ÖGB, ÖGJ und AK

  • Gesetzliche Einführung eines Qualitätsmanagements für die Berufsausbildung in den Betrieben.

  • Qualitätsgebundene Fördermodelle statt „Gießkannenprinzip“.
  • Mehr Aus- und Weiterbildung für Ausbildner/-innen.

  • Keine berufsfremden Tätigkeiten.

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