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Arbeiterkammer fordert wirksames Bonus-Malus-System

Die Arbeiterkammer bleibt bei ihrer Forderung nach einem wirksamen Bonus-Malus-Systems für ältere Arbeitnehmer/-innen - auch wenn die Bundesregierung aufgrund neuer Daten von diesem selbstgesteckten Ziel abgehen dürfte.

So hat die Beschäftigungsquote zwar zugenommen, das darf aber trotzdem nicht über die Probleme am Arbeitsmarkt hinwegtäuschen. Die Altersarbeitslosigkeit ist nach wie vor zu hoch. Eine Doppelstrategie mit einem wirksamen Bonus-Malus-System und einer raschen, bundesweiten Umsetzung der Aktion 20.000 soll dagegen helfen.

Beschäftigungsquote nimmt zu

Als Zielwerte für Ende Juni 2017 hat die Regierung folgende Beschäftigungsquoten festgelegt:

  • Von den Männern zwischen 55 und 59 Jahren sollen mindestens 73,6 Prozent in einem Arbeitsverhältnis stehen,
  • von den Männern zwischen 60 und 64 Jahren mindestens 33,1 Prozent und
  • von den Frauen zwischen 55 und 59 Jahren mindestens 60,1 Prozent.

Die tatsächlichen Beschäftigungsquoten haben damit die angestrebten Zielwerte überschritten. Seit 2008 ist die Beschäftigungsquote der Männer zwischen 55 und 59 um 15,3 Prozent gestiegen (von 64,8 Prozent auf 74,7 Prozent), die der Männer zwischen 60 und 64 sogar um 74,1 Prozent (von 20,1 Prozent auf 35 Prozent).

Ein ähnlicher Aufwärts-Trend lässt sich bei den 55 bis 59-jährigen Frauen erkennen: Die Beschäftigungsquote ist hier um 61,4 Prozent gestiegen (von 38,6 Prozent auf 62,3 Prozent). Unbeachtet bleibt hierbei jedoch die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse und das Stundenausmaß.

Beschäftigungsinitiative 50+: oft von Unternehmen genutzt

Grund für die positive Entwicklung ist zum einen die demografische Entwicklung. Menschen, die der Baby-Boomer-Generation angehören, können mittlerweile zur Zielgruppe der älteren Beschäftigen gezählt werden. Zum anderen gibt es seit der Beschäftigungsinitiative 50+ im Jahr 2015 Geld vom Staat, wenn sich Unternehmen an der Beschäftigungsförderung Älterer beteiligen. 

Für Betriebe stellt das Instrument der Eingliederungsbeihilfe einen Anreiz dar, für den Staat sind die Erfolge wegen hoher Mitnahmeeffekte allerdings teuer erkauft. Das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) geht davon aus, dass rund die Hälfte aller Beschäftigungsverhältnisse auch ohne Förderung zu Stande gekommen wären. 

Altersarbeitslosigkeit nach wie vor Problem

Die steigende Beschäftigungsquote Älterer ist zwar erfreulich, aber sie löst die Hauptprobleme nicht: den massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit und die geringen Chancen auf Wiedereingliederung. 

Die Zahl der älteren Arbeitssuchenden (Arbeitslose und Schulungsteilnehmer/-innen) ist in den vergangenen Jahren um 134 Prozent gestiegen (von 44.591 auf 104.477). Wie schwierig es für sie ist, wieder eine Arbeit zu finden, zeigt sich daran, dass nur wenige ältere Bewerber/-innen zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Für Unternehmen dürfte hier das Alter ausschlaggebend sein. Häufig bekommen ältere Arbeitssuchende auf ihre Bewerbungen nicht einmal eine Antwort. 

AK fordert wirksames Bonus-Malus-System

Angesichts der hohen Altersarbeitslosigkeit fordert die Arbeiterkammer ein wirksames Bonus-Malus-System und eine flächendeckende Umsetzung der Aktion 20.000.

So führt ein Bonus-Malus-System zum Erfolg

Ein wirksames Bonus-Malus-System muss eine an der demographischen Entwicklung orientierte verpflichtende Quote von älteren Beschäftigten in allen Branchen und spürbare finanzielle Konsequenzen bei Nichterfüllung dieser Quote vorsehen. 

Betriebe, die zu wenig Ältere beschäftigten, sollen dafür einen Malus in der Größenordnung von rund 500 Euro monatlich (pro fehlendem älteren Beschäftigten) leisten. Die angedachte Verdoppelung der Auflösungsabgabe (248 statt 124 Euro) ist als Strafe zu gering. Dadurch, dass diese einmalige Zahlung nur dann fällig ist, wenn der Mitarbeiter gekündigt wird, werden die Betriebe ihr Verhalten nicht ändern. 

Umgekehrt sollen Betriebe, die die vorgeschriebene Älteren-Beschäftigungsquote (über-)erfüllen, eine Prämie erhalten. Dieses Bonus-Malus-System wird einen Lenkungseffekt erzielen und für mehr Chancengleichheit sorgen.

Angesicht der Rekordarbeitslosigkeit braucht es aber zusätzliche Arbeitsplätze für diese Zielgruppe - und das rasch. Die Aktion 20.000, durch die 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitbeschäftigungslose über 50 Jahre in Gemeinden über gemeinnützige Trägervereine und Unternehmen geschaffen werden sollen, ist daher der richtige Ansatz.

Leiharbeiter noch immer Arbeiter zweiter Klasse

Eine aktuelle Studie zeigt: Egal ob Urlaub oder Weitervermittlung - Leiharbeitskräfte fühlen sich oft als Arbeiter zweiter Klasse.

Langzeitarbeitslosigkeit steigt

Seit der Krise des Jahres 2008 ist die Zahl der Menschen, die länger als 6 Monate arbeitslos sind, dramatisch gestiegen.

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