Präventivfachkräfte als Ansprechpartner/-innen für Sicherheit und Gesundheit

Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind wichtige Themen für Beschäftigte.  Arbeitnehmer/-innen als auch Betriebsräte/-innen haben in den Präventivfachkräften fachliche kompetente Ansprechpartner/-innen für Fragen zur Sicherheit und Gesundheit.

Wer zählt als Präventivfachkraft?

Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner/-innen gelten laut dem Arbeitnehmer/-innenschutzgesetz (ASchG) als Präventivfachkräfte. In Unternehmen ab 50 Arbeitnehmer/-innen müssen diese durch das Unternehmen bestellt werden. Präventivfachkräfte können im Unternehmen fest angestellt sein oder als externe Berater/-innen zugekauft werden. 

Das leisten die Präventivfachkräfte

Die Einsatzzeit, auch Präventionszeit genannt, ist gesetzlich geregelt und muss anhand der Anzahl der Beschäftigten im Betrieb berechnet werden:

  • Pro Arbeitnehmer/-in an einem Büroarbeitsplatz oder vergleichbarem Arbeitsplatz 1,2 Stunden pro Kalenderjahr.
  • Pro Arbeitnehmer/-in an einem sonstigen Arbeitsplatz 1,5 Stunden pro Kalenderjahr.
  • Pro Arbeitnehmer/-in, welcher/-r mindestens 50mal im Kalenderjahr Nachtarbeit im Sinne des Nachtschwerarbeitsgesetz 0,5 Stunden pro Kalenderjahr.

Die sich ergebende Präventionszeit muss dann folgendermaßen unter den Präventivfachkräften aufgeteilt werden:       

  • 40 Prozent Sicherheitsfachkraft
  • 35 Prozent Arbeitsmediziner/-in
  • Die verbleibenden 25 Prozent können sonstigen Fachleuten (etwa Arbeitspsychologen/-innen, Toxikologen/-innen) zufallen, oder wiederum unter Sicherheitsfachkraft und Arbeitsmedizin aufgeteilt werden.

Achtung

Der Gesetzgeber hat diese Präventionszeiten als Mindestzeiten definiert.  Ist darüber hinaus eine sicherheitstechnische oder arbeitsmedizinische Betreuung nötig muss diese durch die/den Arbeitgeber/-in auch gewährleistet werden. 

Gesetz definiert Aufgaben genau

Die Aufgaben, welche Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner/-innen in ihrer (Mindest-) Einsatzzeit zu erfüllen haben, sind im Gesetz genau definiert.

Grundsätzlich müssen die Tätigkeiten der Vorbeugung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren dienen. Beispielsweise darf ein/-e Arbeitsmediziner/-in ausschließlich Impfungen im Zusammenhang mit der Tätigkeit durchführen. Eine Grippeimpfung für Büroangestellte fiele nicht in die Präventionszeit. Arbeitgeber/-innen, welche solch ein Impfangebot setzen möchten, müssen diese Leistung der Arbeitsmedizin über die Präventionszeit hinaus bezahlen.

Unfallversicherung hilft Kleinbetrieben

In Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten können Präventionszentren der Unfallversicherungsträger  (zum Beispiel AUVA-Sicher) in Anspruch genommen werden. Die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung kann hier durch jährliche Begehungen (in Unternehmen bis zu 10 Beschäftigten im 2-Jahres Abstand) erfolgen.

Zudem gibt es für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten die Möglichkeit des sogenannten Unternehmermodells. Hierbei kann die/der Arbeitgeber/-in selbst die Aufgaben der Sicherheitsfachkraft übernehmen, wenn er die erforderlichen Fachkenntnisse nachweisen kann oder wenn er/sie bei kleinen Unternehmen (weniger als 25 Beschäftigte), ausreichende Kenntnisse im Sicherheits- und Gesundheitsschutz nachweisen kann.

AK - Arbeitspsychologie gesetzlich verankern!

Derzeit gelten Arbeitspsychologen/-innen laut Gesetz als „sonstige Fachleute“ und nicht als Präventivfachkraft. Somit ist deren Einsatz im Rahmen der Präventionszeit nicht gesetzlich festgelegt. Das Voranschreiten von arbeitsbedingten psychischen Belastungen zeigt jedoch, dass der verstärkte Einsatz von Arbeitspsychologen/-innen dringend erforderlich ist. 

Die Arbeiterkammer OÖ setzt sich daher dafür ein, arbeitspsychologische Betreuung im Rahmen der Präventionszeit gesetzlich zu verankern und die Einsatzzeiten der Präventivdienste insgesamt auszuweiten.

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