Pflegeausbildung neu: AK fordert durchlässiges und einheitliches System

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass viele von uns in Zukunft selbst Pflege im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in der mobilen Betreuung brauchen. Die derzeit laufende Überarbeitung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes und der Ausbildungen soll Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialbereich auf wachsende Aufgaben vorbereiten und die Pflegeberufe stärken.

Ausbildung reformieren und aufwerten

Unter dem Schlagwort Akademisierung von Krankenpflegepersonal soll eine Reform des gesamten Ausbildungssystem im Pflegebereich kommen. Gerade in Bezug auf den erwarteten steigenden Bedarf an Pflegekräften soll dadurch der Beruf im Pflegebereich attraktiver werden. Durch eine Akademisierung der Ausbildung für den derzeitigen gehobenen Dienst und Erweiterung der Kompetenzen sollen die Pflegekräfte mit Ärzten/-innen auf Augenhöhe zusammenarbeiten können.

Mindestanforderung für eine diplomierte Pflegekraft soll in Zukunft die Matura (oder vergleichbare Zugangsbedingungen) sein ergänzt durch eine 3-jährige Ausbildung an einer Fachhochschule.

Wie die Ausbildungen in Zukunft aussehen sollen, dazu gibt es teils noch unterschiedliche Modelle, hier ein Überblick.

Pflegeberuf muss attraktiver werden

Die Arbeiterkammer Oberösterreich unterstützt die Bestrebungen, die Pflegeberufe attraktiver zu machen . Die Arbeiterkammer mischt sich bei der Entwicklung der neuen Ausbildungsstruktur, die sich ja auch auf den Arbeitsalltag im Pflegebereich und die Arbeitsbedingungen massiv auswirken wird, im Interesse der Beschäftigten offensiv ein.

Das fordert die AK für die Beschäftigten:

  • Ein durchlässiges modulares österreichweit einheitliches Ausbildungssystem, damit ein at-traktiver Anreiz besteht zur Weiterentwicklung im Job.
  • Die Sozialbetreuungsberufe ( wie FSB-A oder Heimhilfe) müssen von Beginn an die Überlegungen einbezogen werden.
  • Ein durchlässiges Berufssystem, damit während einer Berufslaufbahn zwischen den verschiedenen Pflegebereichen gewechselt werden kann.
  • Eine Absicherung der bestehenden Pflegekräfte, bisherige Ausbildungen dürfen nicht an Wert verlieren.
  • Anerkennung von Erfahrungswissen bei diversen Anrechnungen.
  • Es darf zu keiner Nivelierung nach unten bei den Gehaltseinstufungen kommen
  • Pflichtpraktikumszeiten müssen ordentlich entlohnt werden, da für FH-Studentinnen und -Studenten das bisherige Taschengeld wegfällt.
  • Eine Registrierung der Gesundheitsberufe, damit Pflege einen einheitlichen Mindeststan-dard bekommt und es zu einer Imagesteigerung der Berufe kommt.
  • Die Schaffung von Rahmenbedingungen, die zu besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege führen (unter anderem Mindestpersonalschlüssel, Evaluierung der psychischen Belastungen).
  • Faire Entlohnung der Tätigkeit!
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