Rekord-Arbeits­­losigkeit durch COVID-19

Die Corona-Krise führte zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich, die im Winter 2020/2021 mit einem historischen Höchststand von über einer halben Million (inklusive Schulungsteilnehmer/-innen) gipfelte.

Insgesamt bescherte die Pandemie im vergangenen Jahr einen Durchschnittswert von 409.639 Arbeitslosen. Das ist ein durchschnittlicher Zuwachs von 108.311 Personen (35,9 Prozent). Betrachtet man das gesamte Jahr, so waren im April 2020 die höchsten Zuwachsraten (+ 76,3 Prozent) zu verzeichnen. Im Sommer erholte sich der Arbeitsmarkt leicht. Mit jedem Lockdown kam es wieder zu deutlichen Anstiegen der Arbeitslosigkeit.

Starke Zuwächse an Arbeitslosen in allen Branchen

Grundsätzlich sind in allen Branchen Zuwächse an Arbeitslosen zu verzeichnen, wobei einige Branchen stärker betroffen sind als andere. Zum Beispiel die Beherbergung und Gastronomie, die einen Großteil des Jahres von den Corona-Schließungen betroffen war, registrierte einen durchschnittlichen Zuwachs von 80,8 Prozent (+ 29.515) im Jahr 2020. Die Branche Erbringung sonstiger Dienstleistungen verzeichnete einen Zugang von 52,9 Prozent (+ 3.682) und wirtschaftliche Dienstleistungen einen Zuwachs von 29,5 Prozent (+ 16.390). In der Kulturbranche betrug der Arbeitslosigkeitsanstieg 42% (1.977 Personen).

Außerdem zeigten Handel (+32,7 %; 14.206), Bau (+ 29,9 %; 7.971) und Herstellung von Waren (+ 32,3 %; 7.719) beträchtliche Zuwächse. 

Grafik: Relativer Zuwachs an Arbeitslosen in unterschiedlichen Branchen im Jahresdurchschnitt 2020 © Arbeiterkammer Oberösterreich
Quelle: Baliweb; AK OÖ, durchschnittliche Werte; Angaben in Prozent. © Arbeiterkammer Oberösterreich
Grafik: Absoluter Zuwachs an Arbeitslosen in unterschiedlichen Branchen im Jahresdurchschnitt 2020 © Arbeiterkammer Oberösterreich
Quelle: Baliweb; AK OÖ, durchschnittliche Werte; Angaben in absoluten Werten. © Arbeiterkammer Oberösterreich

Arbeitslose brauchen mehr Geld

Das Arbeitslosengeld muss erhöht werden - auf eine Nettoersatzrate von mindestens 70 Prozent des vorigen Nettoentgelts (derzeit 55 Prozent, ohne Ergänzungsbetrag und Familienzuschlag). Auch die Bezugsdauer des Arbeitslosgengeldes muss verlängert werden, besonders die kurze Bezugsdauer von 20 Wochen sollte entfallen. Ein mit der Zeit sinkender Bezug beim Arbeitslosengeld („degressiver“ Verlauf) ist generell abzulehnen, da es die Existenzsicherung von Arbeitslosen, insbesondere von jenen mit langer Bezugsdauer oder geringer Bildung verschlechtert.

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