11.08.2020

Steigende Jugend­arbeits­losig­keit durch Corona

Die Maßnahmen der Bundesregierung, um Corona einzudämmen, haben wirtschaftlich vieles durcheinander gebracht. Es ist bekannt, dass junge Menschen als erstes und besonders häufig ihre Jobs verlieren. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt auf ein Rekordniveau und es besteht die Gefahr einer „verlorenen Generation“. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher noch vor dem Herbst 2020 ein Jugendrettungspaket. Dabei hat sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung Verantwortung zu übernehmen. 

Höchste Jugendarbeitslosigkeit

Im Juli 2020 waren in Österreich rund 75.000 junge Menschen entweder arbeitslos (41.750), in Schulung (21.608) oder auf Lehrstellensuche (11.013). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies, dass sich die Anzahl der Arbeitssuchenden um rund 15.300 junge Menschen, also um 26 Prozent erhöht hat. Historisch gesehen ein absoluter Höchstwert. In den Folgejahren der Finanz- und Wirtschaftskrise, die als schwerste Rezession in der 2. Republik gilt, war die Jugendarbeitslosigkeit nicht so hoch wie jetzt.

Oberösterreich: Deutlich angestiegen

In Oberösterreich waren fast 10.300 junge Menschen entweder arbeitslos (5.786), in Schulung (2.931) oder auf Lehrstellensuche (1.567). Ein Anstieg um 2.050 junge Menschen, also um rund ein Viertel.

An junge Erwachsene denken

Junge Erwachsene (zwischen 20 und 24 Jahre) haben eines der höchsten Arbeitslosigkeitsrisiken. Rund 70 Prozent aller arbeitslosen Jugendlichen sind im Alter von 20-24. Dies zeigt, dass die arbeitsmarktpolitischen Angebote (Ausbildungsgarantie - überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA), Jugendcoaching und so weiter) für die unter 19-jährigen gewirkt haben.

AMS-Budget anheben

In den letzten Jahren wurde aber vor allem das AMS-Budget für die Angebote für Junge gekürzt. Hier braucht es eine Kehrtwende. Wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 muss die Bundesregierung alles tun um Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden. Das AMS plant für dieses Jahr zwar eine Erhöhung der überbetrieblichen Ausbildungsplätze in Österreich um 30 Prozent, doch das reicht nicht aus, um die Lehrstellenlücke zu schließen.

Es braucht jetzt

  • ein Jugendauffangnetz,
  • eine Verdoppelung der überbetrieblichen Ausbildungen - noch vor dem Herbst 2020
  • ausgeweitete Produktionsschulen

Das muss auch auf die Gruppe der 20 bis 24-Jährigen angepasst werden. Das AMS braucht entsprechende finanzielle Mittel.

Forderungen der AK

Frühen Schulabgang vermeiden

  • Ausbau von qualitätsvollen Ganztagsschulen, vor allem in verschränkter Form.
  • Einführung einer Gesamtschule für die 6- bis 15-Jährigen.
  • Mehr Ressourcen für Schulen mit sozial benachteiligten Kindern (Indexbasierte Mittelverteilung)

Jugendauffangnetz jetzt ausrollen

  • Mehr kostenlose Psychotherapie für junge Menschen
  • Ausbau sozialraumorientierter Jugendarbeit
  • Die Ausbildung bis 18 ausweiten auf die Zielgruppe der 20 bis 24-Jährigen und entsprechend zu budgetieren.
  • Niederschwelligen Ausbildungs- und Beschäftigungsformen wie Produktionsschulen sind deutlich auszuweiten. Ebenfalls muss das Erfolgsmodell der überbetrieblichen Lehrausbildung so aufgestockt werden, dass es im Herbst keine Knappheit an Ausbildungsplätzen gibt.
  • Aufstockung des AMS-Budgets um eine qualitative Betreuung/Beratung von speziellen Zielgruppen zu gewährleisten.
  • die Kürzungen der Ausbildungsbeihilfe in der überbetrieblichen Lehrausbildung und in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen sind wieder zurückzunehmen. 

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