03.06.2020

Steigende Jugend­arbeits­losig­keit durch Corona

Die Maßnahmen der Bundesregierung, um Corona einzudämmen, haben wirtschaftlich vieles durcheinander gebracht. Es ist bekannt, dass junge Menschen als erstes und besonders häufig ihre Jobs verlieren. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt auf ein Rekordniveau und es besteht die Gefahr einer „verlorenen Generation“. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert vor dem Herbst 2020 ein Jugendrettungspaket. Politiker/-innen der Bundes- und Landesregierung müssen Verantwortung übernehmen.

Rekord­jugend­arbeits­losigkeit

Im Mai 2020 waren in Österreich fast 84.000 junge Menschen entweder arbeitslos (54.397), in Schulung (20.534) oder auf Lehrstellensuche (8.835). Im Vergleich zum Vorjahr sind 24.183 junge Menschen (40,6 Prozent) mehr auf Arbeitssuche, ein historischer Höchstwert. In Oberösterreich waren fast 10.800 junge Menschen entweder arbeitslos (6.959), in Schulung (3.167) oder auf Lehr-stellensuche (656). Ein Anstieg um 3.082 junge Menschen bzw. um rund 40 Prozent:

Jugendarbeitslosigkeit auf historischem Höchststand



Auf junge Erwachsene nicht ver­gessen

Junge Erwachsene (zwischen 20 und 24 Jahre) haben eines der höchsten Arbeitslosigkeitsrisiken. Rund 2/3 aller arbeitslosen Jugendlichen sind im Alter von 20-24. Dies zeigt, dass die arbeitsmarktpolitischen Angebote (Ausbildungsgarantie - überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA), Jugendcoaching und so weiter) für die unter 19-jährigen gewirkt haben.

AMS-Budget jetzt massiv an­heben

In den letzten Jahren wurde aber vor allem beim AMS-Budget für die Angebote für Junge gekürzt. Hier braucht es eine Kehrtwende. Wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 muss die Bundesregierung alles tun um Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden.
Es braucht jetzt 

  • ein Jugendauffangnetz,
  • mehr überbetriebliche Ausbildungen
  • ausgeweitete Produktionsschulen 

Das muss auch auf die Gruppe der 20 bis 24-Jährigen angepasst werden. Das AMS braucht entsprechende finanzielle Mittel. 

Forderungen der AK

Frühen Schulabgang vermeiden

  • Ausbau von qualitätsvollen Ganztagsschulen, vor allem in verschränkter Form.
  • Einführung einer Gesamtschule für die 6- bis 15-Jährigen.
  • Mehr Ressourcen für Schulen mit sozial benachteiligten Kindern (Indexbasierte Mittelverteilung)

Jugendauffangnetz jetzt ausrollen

  • Mehr kostenlose Psychotherapie für junge Menschen
  • Ausbau sozialraumorientierter Jugendarbeit
  • Die Ausbildung bis 18 ausweiten auf die Zielgruppe der 20 bis 24-Jährigen und entsprechend zu budgetieren.
  • Niederschwelligen Ausbildungs- und Beschäftigungsformen wie Produktionsschulen sind deutlich auszuweiten. Ebenfalls muss das Erfolgsmodell der überbetrieblichen Lehrausbildung so aufgestockt werden, dass es im Herbst keine Knappheit an Ausbildungsplätzen gibt. 
  • Aufstockung des AMS-Budgets um eine qualitative Betreuung/Beratung von speziellen Zielgruppen zu gewährleisten.
  • die Kürzungen der Ausbildungsbeihilfe in der überbetrieblichen Lehrausbildung und in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen sind wieder zurückzunehmen.

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