06.05.2021

Corona-Kurzarbeit – Eine Win-Win-Situation für alle Be­teiligten

Corona-Kurzarbeit – Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligte

Die Maßnahmen der Bundesregierung, um das Corona-Virus einzudämmen, kamen schnell und umfassend. Angesichts der Umstände wurden die Kurzarbeit für COVID-19 angepasst. Kurzarbeit ist für alle die beste Lösung. Besonderes Augenmerk wurde von den Sozialpartnern auf die Einkommensabsicherung gelegt. Beschäftigte haben Gewissheit, dass sie 80-90 Prozent (gestaffelt nach Einkommenshöhen) ihres Nettoeinkommens bekommen. Für Unternehmen war es wichtig, dass sie bei Ausfallstunden flexibel reagieren können (eine wochenlange Reduktion der Arbeitszeit auf 0 ist möglich) und nur die Personalkosten für geleistete Arbeitsstunden zahlen müssen. Die Betriebe werden von Personalkosten entlastet. Unternehmen können Kurzarbeit sofort beenden, wenn wieder Aufträge eingehen. Sie brauchen weder Zeit noch Geld für die Suche nach neuem Personal.

Beschäftigungs­verhältnisse bleiben aufrecht

Für Beschäftigte ist es gut, dass das Beschäftigungsverhältnis bestehen bleibt. Zudem haben sie für die Dauer der Kurzarbeit ein garantiertes Mindesteinkommen. Es ist um 10-20 Prozent niedriger als das Nettoeinkommen, aber höher als bei Arbeitslosigkeit. Außerdem sind Kurzarbeitszeiten in der Sozialversicherung mit den Zeiten der „Normalbeschäftigung“ gleichgestellt. Das heißt, dass für die Pensionsversicherung die Beiträge auf dem bisherigen Niveau entrichtet werden (und nicht auf dem niedrigeren Niveau). Und auch im Fall späterer Arbeitslosigkeit schmälert die Kurzarbeit nicht die Bemessung des Arbeitslosengeldes (das ist insbesondere für Arbeitnehmer/-innen bedeutsam, die instabile Beschäftigungsverläufe aufweisen).

Staat: Weniger Kosten als bei Arbeitslosigkeit

Für den Staat überwiegen die Vorteile. Die Kurzarbeitsbeihilfe an die Betriebe wird zwar mehrere Milliarden kosten, die Kosten der Arbeitslosigkeit wären aber höher. Denn nach der Corona-Krise würde es länger dauern, die Arbeitslosen wieder in ein Beschäftigungsverhältnis zu bringen. Besonders bei benachteiligten Gruppen wäre die Gefahr langzeitarbeitslos zu werden sehr groß. Die Rechnung für die öffentliche Hand fällt noch günstiger aus, wenn man die Rückflüsse (SV-Beiträge, Steuern & Abgaben) mitberücksichtigt, die bei der Kurzarbeit deutlich höher sind als im Fall der Arbeitslosigkeit.

Konsum bleibt aufrecht

Und jene Unternehmen und Beschäftigten, die nicht unmittelbar oder direkt von der Krise betroffen sind, profitieren von der stabilisierenden Wirkung der Kurzarbeit. Denn über die vielfachen Verflechtungen im Wirtschaftskreislauf, wirken sich Einkommenskürzungen bei Arbeitslosen über geringere Konsumausgaben sehr rasch auch auf andere Branchen aus. Aufgrund dieser gesamtwirtschaftlichen positiven Effekte ist es gerechtfertigt, dass sich alle an den Kosten für Kurzarbeit beteiligen.


Hohe Inanspruchnahme

Auch wenn der Arbeitslosigkeitsanstieg im letzten Jahr dramatisch war, wird die Kurzarbeit von vielen Unternehmen in Anspruch genommen. Am Höhepunkt der Krise waren mehr als 1,3 Mio. Arbeitnehmer/-innen zur Kurzarbeit angemeldet. Dass sich die Situation am Arbeitsmarkt in den letzten Wochen bzw. Monaten bestenfalls stabilisiert hat, zeigt auch die Entwicklung bei der Kurzarbeit – knapp 500.000 Beschäftigte sind immer noch betroffen. Nun hat die Kurzarbeitsphase (bis 30. Juni 2021) begonnen und angesichts der Pandemieentwicklung zeichnet sich keine rasche Abflachung der Kurzarbeitszahlen ab.

Forderungen:

  • Für Geringfügig Beschäftigte gibt es derzeit keine finanzielle Unterstützung im Fall von Arbeitslosigkeit oder reduzierter Arbeitszeit , weder Kurzarbeit noch Arbeitslosengeld greift hier in den meisten Fällen. Rund 348.000 Menschen waren vor der Krise geringfügig beschäftigt. Auch für diese Zielgruppe braucht es jetzt eine finanzielle Ersatzleistung.

  • Mehr AMS-Personal ist jetzt mehr denn je dringend notwendig. Das AMS und alle seine Mitarbeiter/-innen sind mehr als systemrelevant. Neue AMS-Mitarbeiter werden nicht gleich entlasten, aber mittelfristig wird die Aufstockung notwendig sein um die Arbeitslosen gut zu betreuen.

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