03.08.2020

Hohe Arbeits­losigkeit durch COVID-19

Durch die Corona-Krise verloren oder verlieren viele unselbstständig Beschäftigte ihre Jobs, aber auch Selbständige haben Angst um ihre Existenz. Das frühe Saisonende und weniger Produktion (durch Lieferengpässe oder Auftragsrückgänge) ließ viele Menschen arbeitslos werden. Viele Arbeitsplätze können jedoch aufgrund der neuen / verlängerten COVID-Kurzarbeit der Sozialpartner erhalten werden. Ferner konnten durch die Öffnung von zentralen Bereichen der Wirtschaft wie etwa Handel und Gastronomie wieder Menschen in Beschäftigung gebracht werden. Seit Mitte April geht daher die Zahl der arbeitslos gewordenen Personen etwas zurück, dennoch liegt die Arbeitslosigkeit noch weit über dem Niveau des Vorjahres.

463.500 Arbeitslose in Österreich

Im Juni 2020 wurden in Österreich rund 463.500 Arbeitslose (414.766 Arbeitslose und 48.739 Schulungsteilnehmer/-innen) registriert. Das sind 43 Prozent mehr als 2019. Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 2020 10,1 Prozent (+3,6 Prozentpunkte). Auch die Zahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen sank in Relation zum Vorjahr um 25,2 Prozent oder um rund 21.300 Stellen.

Starker Anstieg in Oberösterreich

53.542 Arbeitslose inklusive Schulungsteilnehmer/-innen wurden in Oberösterreich erfasst. Im Vergleich zu 2019 erhöhte sich diese Zahl um 44 Prozent.

In Oberösterreich ist vor allem die Branchen Beherbergung/Gastronomie, Arbeitskräfteüberlassung und Handel stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit durch COVID-19 betroffen.


Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft in Österreich besonders:

Vergleich zum Vorjahr
Frauen+ 57,4 Prozent
Tirol+ 123,4 Prozent
Salzburg+ 96,2 Prozent
Ausländer/-innen+ 74 Prozent
Jugendliche+ 80,5 Prozent
Menschen mit höherer Ausbildung+ 61 Prozent
Beherbergung und Gastronomie+ 131,3 Prozent
Bau+ 61,2 Prozent
Verkehr und Lagerei+ 78,1 Prozent

Mehr Geld für Arbeitslose

Betroffene brauchen das Arbeitslosengeld möglichst schnell. Das Arbeitslosengeld muss erhöht werden - auf eine Nettoersatzrate von 75 Prozent (derzeit 55 Prozent, ohne Ergänzungsbetrag und Familienzuschlag). Auch die Bezugsdauer des Arbeitslosgengeldes muss verlängert werden, besonders die kurze Bezugsdauer von 20 Wochen sollte entfallen.

Ebenso sollten Betriebe nachdenken, bevor sie ihre Arbeitnehmer/-innen (mit einer Wiedereinstellungszusage) kündigen. Kurzarbeit ist das bessere Mittel für den Betrieb und Arbeitnehmer/-innen.

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