22.05.2020

Mehr Arbeits­lose durch Aus­gangs­beschrän­kungen

Die Covid-19-Pandemie und die von der Regierung ange­ordneteten Ausgangs­beschrän­kungen machen viele Beschäftigte zu Arbeits­losen. Betroffen sind alle Bundes­länder und die meisten Wirtschafts­bereiche, dabei be­sonders der Dienst­leistungs­betrieb, aber auch die Bau­branche. Atypisch Beschäftigte, darunter viele Jugend­liche und Erziehende, leiden ebenso besonders unter der Corona-Krise. Dieser Beschäf­tigungs­rückgang ist historisch der stärkste seit der Finanz­krise im Jahr 1952/53.

Kärnten am stärksten betroffen

Seit 16. März 2020 gelten die Ausgangsbeschränkungen und viele Dienstleistungsbetriebe mussten schließen. Besonders die Tourismus-Branche ist betroffen. Im Bundesländervergleich war im März Tirol besonders stark betroffen: 11,2 Prozent (oder 38.992 Personen) weniger Beschäftigte im Vergleich zum Vorjahr. Im April verzeichnete den stärksten Rückgang Kärnten (-7,4 Prozent), gefolgt von Tirol (-7,1 Prozent). Den geringsten Beschäftigungsrückgang hatten Vorarlberg (-3,3 Prozent) und Niederösterreich (-3,9 Prozent).

Dienstleistungs- und Baubranche leiden besonders

Die Aus­gangs­beschrän­kungen wirken sich besonders auf die Dienst­leistungs­branche aus. Vor allem Be­schäftigte aus bei der Beher­bergung und Gastronomie verlieren ihre Jobs. Insgesamt sind hier 74.278 Menschen weniger in Beschäftigung, das sind 38,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Es ist über ein Drittel des Beschäftigungseinbruchs auf die Tourismusbranche zurückzuführen. Den zweithöchsten Be­schäftigungs­rück­gang gab es in der Erbringung von sonstigen wirt­schaftlichen Dienst­leistungen (-14,9 Prozent), wo vor allem die Arbeits­kräfte­überlassung hohe Beschäftigungs­einbußen hatte.

Im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung sind auch Einbußen zu verzeichnen, viele Einrichtungen mussten schließen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es hier 5.209 weniger Beschäftigte (-13,1 Prozent). Aber auch die Bau­branche hat einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen mit 5 Prozent (15.229 Personen) weniger Beschäftigte als im Vorjahr.

Trotz der Einbußen ist in wenigen Branchen eine positive Entwicklung zu verzeichnen, zum Beispiel Wasser- oder Energie­versorgung. Am deutlichsten ist der Beschäftigungs­zuwachs in der Kommuni­kations­branche: 3,3 Prozent (3.352 Beschäftigte) mehr als im Vorjahr. 

Atypisch Beschäftigte in der Krise

Eine besondere Rolle in der Corona-Krise haben atypisch Beschäftige (Personen die nicht in einem Normal­arbeits­verhältnis sind). Obwohl bei den geringfügig Beschäftigten ein starker Rückgang zu verzeichnen ist (Österreich: 21,5 Prozent, in Ober­österreich: 21,4 Prozent), werden sie von den Hilfs­maß­nahmen der Regierung kaum berücksichtigt. Unter diese Gruppe fallen nicht nur Studierende, sondern auch viele Erziehende und Pensio­nisten/-innen. Auch bei den Beschäftigten mit freien Dienst­verträgen ist ein deutlicher Rückgang ersichtlich. Auch für sie braucht es Unter­stützungs­angebote und eine finanzielle Absicherung.

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