Starke Beschäftigungs­­einbußen durch die Corona-Krise

Die Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie haben sich stark auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Alle Bundesländer und die meisten Wirtschaftsbereiche, besonders die Dienstleistungsbranche, atypisch Beschäftigte, Jugendliche und Erziehende leiden unter der Corona-Krise. Der Beschäftigungsrückgang im Jahr 2020 war enorm. Bundesweit waren 80.140 unselbstständige Beschäftigte (2,1 Prozent) weniger zu verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr.

Tirol am stärksten betroffen

Die Krise trifft nicht alle Bundesländer gleich. Besonders vom Tourismus abhängige Bundesländer zeigen einen stärkeren Beschäftigungsrückgang. Tirol hat hier die heftigsten Beschäftigungseinbußen. Mit einem durchschnittlichen Rückgang von -4,3 % (-14.707), gefolgt von Salzburg mit einem Beschäftigungsrückgang von -3,3% (- 8.553). Diese Beschäftigungsrückgänge lassen sich vor allem mit dem Ausfall des (Winter-)Tourismus erklären. Deutlich geringer waren die Beschäftigungsrückgänge in Niederösterreich (-0,7; - 4.705), im Burgenland (-0,8: - 879) und in Oberösterreich (-1,4; - 9.725). Oberösterreich ist vom Tourismus deutlich weniger abhängig als die westlichen Bundesländer oder Wien. Daher hat sich die Beschäftigungsrate in Oberösterreich ab dem Sommer 2020 merklich erholt. Allmählich nähert sie sich dem Niveau von 2019. Die Beschäftigungszuwächse von Ende 2019/Anfang 2020 sind aber der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Grafik: Relative Rückgänge unselbst. Beschäftigungsverhältnisse nach Bundesländern (im Jahresdurchschnitt 2020) © Arbeiterkammer Oberösterreich
Quelle: Baliweb, AK OÖ, Angaben in Prozent. © Arbeiterkammer Oberösterreich


Grafik: Absolute Rückgänge unselbst. Beschäftigungsverhältnisse nach Bundesländern (Jahresdurchschnitt 2020) © Arbeiterkammer Oberösterreich
Quelle: Baliweb, AK OÖ, Angaben in absoluten Zahlen. © Arbeiterkammer Oberösterreich

Corona-Krise trifft alle Branchen

Die Beschäftigungsrückgänge im Zuge der Corona-Pandemie waren in fast allen Branchen spürbar. Am extremsten zeichnet sich dieser aber in der Branche Gastronomie und Beherbergung ab, die durchschnittlich ein Minus von 19,2 Prozent (- 42.395) im Krisenjahr 2020 zu verzeichnen hatte. Neben der Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen (-7,5 %; - 17.159), ist auch für die Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung ein erheblicher Beschäftigungsverlust von durchschnittlich -6,7 Prozent (- 2.638) nachweislich. Absolut hohe Beschäftigungsverluste weist auch die Branche der Herstellung von Waren (-1,5%, - 9.475) auf. Das Gesundheits- und Sozialwesen registrierte ein Beschäftigungsplus (2,1%; 5.608). 

Grafik: Beschäftigungsverluste nach Branchen © Arbeiterkammer Oberösterreich
Quelle: BaliWeb, AK OÖ, Angaben in Prozent. © Arbeiterkammer Oberösterreich

Atypisch Beschäftigte in der Krise

Die Corona-Krise war insbesondere eine Herausforderung für Menschen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, also jene, die nicht einem „Normalarbeitsverhältnis“ nachgehen. Die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse gingen 2020 bundesweit durchschnittlich um 8,4 Prozent (abs. -29.115) zurück. Salzburg verzeichnet hier relativ betrachtet den stärksten Rückgang mit 10,8 Prozent (abs. -2.825). In Oberösterreich gingen geringfügige Beschäftigungen um 8,8 Prozent (abs.  - 4.499) zurück. Diese Menschen werden von den Hilfsmaßnahmen der Regierung bisher kaum berücksichtigt. Unter diese Gruppe fallen viele Studierende, Erziehende und Pensionisten/-innen. 


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