Neue Allgemeine Geschäfts­bedingungen und Strom­preis­erhöhung Linz AG – Alles rechtens?

Die Linz AG hat mit 1. Juli 2022 die Preise erhöht und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geändert. Die AK-Konsumentenschützer empfehlen Betroffenen, Änderungen der allgemeinen Geschäftsbedingungen und Preiserhöhungen zu akzeptieren, wenn es keine günstigeren vergleichbaren Angebote auf dem Markt gibt.

Darf die Linz AG die Preise er­höhen?

Aufgrund einer neuen Bestimmung im Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz sind Preis­erhöhungen dann zulässig, wenn sich maßgebliche Umstände für die Preisbildung ändern und diese in einem angemessenen Verhältnis zur Preiserhöhung stehen. Dass die Linz AG die Preise aufgrund der aktuellen Großhandels-Gaspreise erhöht, ist grundsätzlich nach­vollziehbar. Das Unternehmen erzeugt derzeit noch rund 70 Prozent Strom aus Erdgas. 

HINWEIS

Bei Änderung oder Weg­fall der maßgeblichen Um­stände, müssen die Preise auch wieder gesenkt werden. Diese Regelung wird nun auch in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgenommen.

Wie stark steigt der Strom­preis?

Nach Modellrechnungen, bei denen bereits die 150 Euro des Energiekostenausgleich-Gutscheins sowie die preisdämpfende Wirkung durch den Wegfall der Ökostrompauschale (seit 1.1.2022), der Senkung der Elektrizitätsabgabe (seit 1.5.2022) und der Senkung der Netzgebühren (seit 1.1.2022) berücksichtigt wurden, werden sich folgende monatliche Mehrkosten für Strom ergeben:

kWh pro JahrMehrkosten pro Monat
Bei 2.500 kWh/JahrRund   6 Euro (Single-Haushalt)
Bei 3.500 kWh/JahrRund 15 Euro (3- bis 4-Personen-Haushalt)
Bei 6.000 kWh/JahrRund 33 Euro (Wärmepumpe, Warmwasserboiler)

Gibt es Alternativen?

Nach der Preissteigerung zahlen Kunden/-innen der Linz AG rund 17,65 Cent/kWh brutto für die verbrauchte Energie und einen Grundpreis von 4,68 Euro/Monat. Wer hingegen als Neukunde zur Linz AG wechselt, zahlt künftig 34,79 Cent/kWh brutto und einen Grundpreis von 4,69 Euro/Monat.

Der zum Stand 4.11.2022 günstigste Alternativanbieter mit einem Fixpreistarif verrechnet 50 Cent/kWh brutto und einen Grundpreis von 3 Euro/Monat. Es macht für bestehende Kunden/-innen der Linz AG derzeit also keinen Sinn, aufgrund der Preiserhöhung zu einem neuen Stromanbieter zu wechseln.

Was rät der AK-Konsumenten­schutz?

Wir empfehlen Linz AG Kunden/-innen daher, die Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Preiserhöhung zu akzeptieren. Zusätzlich können Sie über den Tarifkalkulator der E-Control den Markt regelmäßig auf günstigere Alternativen prüfen. Da die monatlichen Teilvorschreibungsbeträge nicht automatisch mit der Preiserhöhung angepasst werden, sollten Konsumenten/-innen die Linz AG darum ersuchen, um hohe Nachzahlungen zu vermeiden.

Ich möchte die neuen AGB nicht akzeptieren!

Sollten Konsumenten/-innen die neuen allgemeinen Geschäftsbedingungen beziehungsweise die Preiserhöhung der Linz AG nicht akzeptieren, haben sie die Möglichkeit innerhalb von 4 Wochen zu kündigen. In diesem Fall müssen sich Kon­sumenten/-innen einen neuen Lieferanten suchen, wofür sie maximal 3 Monate Zeit haben. Während dieser Zeit muss die Linz AG noch zu den bisherigen Konditionen beliefern.

Jetzt kostenlosen AK Newsletter abonnieren!

Wir informieren Sie gerne regelmäßig über Aktuelles zum Thema Konsumentenschutz. 


Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
Anfrage ...
  • © 2022 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum