Die wichtigsten Fragen & Antworten zur "Strompreisbremse"

AK und ÖGB begrüßen die „Strompreisbremse“ als wichtigen Schritt, fordern aber dass alle Details vorgelegt werden und, dass es eine ähnliche Förderung auch fürs Heizen gibt.

Wie funktioniert die „Strompreisbremse“?

Der Strompreis soll durch die „Strompreisbremse“ für einen Stromgrundverbrauch von 2.900 kWh mit zehn Cent pro kWh verrechnet und automatisch abgezogen werden. Der darüber hinausgehende Verbrauch soll wieder marktüblich abgerechnet werden. Die Grenze von 2.900 kWh entspricht laut Regierung in etwa 80 Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs in österreichischen Haushalten. Der Zuschuss beträgt maximal 30 Cent pro kWh. 

Beispiel

Haushalte, die 25 Cent pro kWh vom Versorger in Rechnung gestellt bekommen, erhalten für 2.900 kWh jeweils 15 Cent pro kWh vom Staat abgezogen. Wer 40 Cent pro kWh zahlen muss, erhält 30 Cent. Bei 45 Cent sind es ebenfalls 30 Cent. In diesem Fall sind für die 2.900 kWh dann 15 Cent pro kWh zu zahlen.

Bei der Re­chnung geht die Regierung allerdings von Dreipersonenhaushalten aus. Diese müssen auch keinen Antrag stellen, die Abrechnung erfolgt automatisch. Was ist mit den vielen Haushalten, die mehr als drei Personen umfassen? Diese sollen in einem weiteren Schritt über ein Antragssystem zusätzliche Kontingente beantragen können.

Und einkommensschwache Haushalte? Menschen, die aufgrund ihres geringen Einkommens von Rundfunkgebühren befreit sind, sollen einen zusätzlichen Abschlag von 75 Prozent der Netzkosten erhalten. Das betrifft in etwa 300.000 Haushalte in Österreich.

Wer profitiert von der „Strompreisbremse“?

Laut Regierung profitieren alle Haushalte von der „Strompreisbremse“. Bis zu 500 Euro soll die Deckelung abfangen, bei den einkommensschwachen Haushalten sollen es noch um die 200 Euro mehr werden.

Für die AK ist die Strompreisbremse aber nur dann sozial gerecht, wenn die Gegenfinanzierung durch jene Energieunternehmen erfolgt, die derzeit aufgrund der hohen Energiepreise enorme Profite erzielen.  – die AK und ÖGB fordern die Übergewinnsteuer.  Denn ohne diese wird die „Strompreisbremse“ vor allem von den einfachen Steuerzahler/-innen bezahlt.

Wie und wann komme ich zu meinem Geld?

Greifen soll die „Strompreisbremse“ ab Dezember, das entsprechende Gesetz soll im Oktober im Ministerrat beschlossen werden. Sie ist derzeit bis Mitte 2024 geplant. Die Unterstützung durch die Strompreis­bremse wird direkt auf die Stromrechnung gutgeschrieben und zwar bereits auf die monatlichen Teilzahlungsrechnungen.

Wie wirkt die Strompreisbremse bei einer Wärmepumpe oder einer Stromheizungen? 

Heizkosten werden durch die Strom­preisbremse nicht unterstützt. Gefördert wird nur ein Grundverbrauch an Strom in Höhe von 2.900 kWh pro Jahr. Die AK fordert aber auch eine Preisbremse für die Raumwärme (wie Wärmepumpe, Stromheizungen, Pellets usw.) Die Bundesregierung hat aber angekündigt, darüber in einem nächsten Schritt zu entscheiden. 


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