16.02.2022

Schlau­strom fordert 800 Euro monatlich von Allein­erzieherin für Gas und Strom

Wie zahlreiche Konsumenten/-innen meldete sich die Alleinerzieherin Helene G. aus Steyr verzweifelt beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die schlaustrom GmbH, ein Energielieferant aus Leonding, buchte rund 500 Euro für Gas und weitere 300 Euro für Strom als Vorauszahlung für das Monat Jänner von ihrem Konto ab. Andere Konsumenten/-innen berichten von Forderungen bis zu 1.200 Euro. Was Frau G. nicht wusste: Sie hatte einen börsenpreisgebundenen Tarif bei schlaustrom abgeschlossen, der das Preisniveau der Energiebörse direkt an die Kundin/den Kunden weitergibt.

Sehr teurer Börsen-Spot-Tarif

Gas- und Strompreise befinden sich aktuell auf einem historischen Höhenflug. Insofern sind Tarife, die an den Börsenpreis gebunden sind, besonders teuer. Das Unternehmen schlaustrom bietet hier sogar einen sogenannten Spot-Tarif, wo sich der Preis für Strom stündlich ändert. Das ist den Kunden/-innen des Unternehmens meist nicht bewusst. Schon in der Vergangenheit erreichten den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich Beschwerden über schlaustrom, die sich vor allem auf die Art der Kundenwerbung bezogen. Aufgrund der niedrigen Börsenpreise der letzten Jahre blieb Konsumenten/-innen jedoch eine finanzielle Belastung erspart. Das ändert sich jetzt.

Extrem hohe monatliche Forderungen

Aufgrund der hohen Börsenpreise sind die Kosten für Konsumenten/-innen mit dem „Spot-Tarif“ extrem gestiegen. Die Kosten für die bereitgestellte Energie decken Energielieferanten durch Vorauszahlungen, so auch schlaustrom. Allerdings sind die Dimensionen dieser Zahlungen für die Konsumenten/-innen nicht mehr nachvollziehbar. In einzelnen Fällen wurden mehr als 1.000 Euro im Monat in Rechnung gestellt.

1 Jahr Vertrags­bindung trotz Preis­explosion

Bisher waren Neukunden/-innen von schlaustrom für 1 Jahr an das Unternehmen gebunden, obwohl das Risiko von Preissteigerungen komplett auf die Kunden/-innen abgewälzt wird. Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich forderte vom Unternehmen die Aufhebung der Vertragsbindung für alle Konsumenten/-innen. schlaustrom teilte mit, dass die Vertragsbindung schon Mitte Dezember 2021 aufgehoben wurde. Trotzdem gehen noch immer Beschwerden von Kunden/-innen ein, die wegen der Vertragsbindung nicht zu einem anderen Lieferanten wechseln können. Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich wird daher rechtliche Schritte einleiten.

Ab­rechnungen nicht nach­voll­zieh­bar

Beim „Spot-Tarif“ ändert sich der Strompreis stündlich und es sollte auch der Stromverbrauch für jede einzelne Stunde festgestellt und dargestellt werden. Die dem Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich vorliegenden Schlussabrechnungen von schlaustrom werden diesen Anforderungen nicht gerecht und die Forderungen sind für die Kunden/-innen nicht nachvollziehbar.

Was sollen Schlau­strom-Kunden tun?

  • Prüfen Sie die Abbuchungen für Strom und Gas auf Ihrem Konto.

  • Wenn Sie keinen börsenpreisgebundenen Tarif mehr möchten, wechseln Sie zu einem anderen Strom- oder Gas-Anbieter mit Fixtarifen – nutzen Sie dazu den Tarifkalkulator der E-Control.

  • Kann der Wechsel nicht durchgeführt werden, melden Sie sich beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich unter der Telefonnummer +43 50 6906 2 oder über unser Kontaktformular.

  • Bei Fragen zur Schlussrechnung wenden Sie sich an die E-Control unter der Telefonnummer 0800 212020 oder beratung@e-control.at.

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