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Pendlerpauschale seit 2014

Grundsätzlich sind die Fahrtkosten für den Arbeitsweg mit dem Verkehrsabsetzbetrag von 291 Euro abgegolten, der mit der Lohnabrechung automatisch berücksichtigt wird. Zusätzlich können Arbeitnehmer/-innen unter bestimmten Voraussetzungen aber auch das kleine oder das große Pendlerpauschale und ab 2013 auch einen "Pendlereuro" geltend machen. Dabei kommt es unter anderem auf die Entfernung des Wohnorts zur Arbeit und die verfügbaren Verkehrsmittel an.

Pendlerrechner

Ab 2014 ist ausschließlich das Ergebnis des Pendlerrechners ausschlaggebend, ob Sie Anspruch auf ein Pendlerpauschale und den Pendlereuro haben, und wenn ja, in welcher Höhe. Das Ergebnis ist grundsätzlich rechtsverbindlich.

AK Kritik am Pendlerrechner

Für viele Pendlerinnen und Pendler waren die Ergebnisse des Pendlerrechners ein großes Ärgernis: Er nahm unter anderem realitätsfremde Routen an, die Berechnungen fielen oft sehr zum Nachteil der Arbeitnehmer/-innen aus. Auf Drängen der AK wurde der Pendlerrechner nun völlig überarbeitet. Die neue Fassung ist seit 25.06.2014 online.


Unser Tipp: Berechnen Sie Ihre Pendlerpauschale auf jeden Fall neu: Für das Jahr 2014 gilt das für Sie günstigere Ergebnis. Ab 2015 ist jedenfalls der Ausdruck des neuen Pendlerrechners zu verwenden. 

Wenn auch der neue Pendlerrechner völlig falsche oder gar keine Ergebnisse liefert, kann man zumindest im Wege der Arbeitnehmer/-innenveranlagung das tatsächlich zustehende Pendlerpauschale und den tatsächlich zustehenden Pendlereuro beantragen.

Aber Achtung: "Falsch" im Sinne des Pendlerrechners ist ein Ergebnis nicht schon dann, wenn es nicht mit der tatsächlichen Routenwahl der Pendlerin oder des Pendlers übereinstimmt. Nur wenn etwa die errechneten Fahrtzeiten überhaupt nicht den tatsächlichen Fahrtzeiten entsprechen oder wenn errechnete Fahrtstrecken in keinerlei Zusammenhang mit den tatsächlichen Kilometern stehen, kann es sich um ein "falsches" Ergebnis handeln.

Das kleine Pendlerpauschale

Das kleine Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen...

  • der Arbeitsplatz mindestens 20 km von der Wohnung entfernt liegt, UND
  • die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels möglich und zumutbar ist.

Die Wegstrecke bemisst sich nach den Tarifkilometern des öffentlichen Verkehrsmittels. Hierbei ist die schnellste Verbindung mit dem öffentlichen Verkehrsmittel und eine optimale Kombination mit dem Individualverkehr (z. B.: Park and Ride) zu unterstellen. Die einzelnen Teilstrecken, aus denen sich der Weg zur Arbeit zusammensetzt, werden jedoch nicht mehr einzeln gerundet. Erst wenn sich ohne Rundung der Teilstrecken eine Gesamtlänge von 20 km ergibt, kann auf ganze Kilometer aufgerundet werden. Bei 19,9 km ist somit kein Anspruch gegeben. Es ist jedoch nicht von Bedeutung, ob Sie tatsächlich einen PKW zur Verfügung haben oder Sie die schnellste Verbindung nutzen. 

Höhe Kleines Pendlerpauschale

Einfache Strecke
zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Pauschalbetrag
pro Monat
in Euro
Pauschalbetrag
pro Jahr
in Euro
mindestens 20 km bis 40 km
 58,00    696,00
mehr als 40 km bis 60 km
113,00
 1.356,00
über 60 km
168,00
 2.016,00

Dazu kommt der Pendlereuro: Wenn Ihr Wohnort zum Beispiel 30 Kilometer von der Arbeit entfernt ist, gibt es einen Euro pro Kilometer für den Hin- und Retourweg einmal jährlich.

Beispiel

Bei einem 30 Kilometer langen Arbeitsweg bekommt man 60 Euro über den Pendlereuro und 696 Euro werden von der Steuerbemessungsgrundlage als kleine Pendlerpauschale abgezogen.

Das Große Pendlerpauschale

Das große Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen

  • der Arbeitsplatz ohne Rundung zumindest 2 km von der Wohnung entfernt liegt UND
  • während des Zeitraums, für den das Einkommen ausbezahlt wird, die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln überwiegend unzumutbar ist.

Das ist dann der Fall, ...

  • wenn es entweder für mehr als die Hälfte des Arbeitsweges kein öffentliches Verkehrsmittel gibt.

  • wenn mit öffentlichen Verkehrsmitteln der Weg von zu Hause bis zur Arbeit zwischen 60 und 120 Minuten dauert, kommt es zusätzlich darauf an, wie viele km zurückgelegt werden. Die zumutbare Höchstdauer für die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln errechnet sich wie folgt: Die Länge des Weges von zu Hause zur Arbeitsstätte in Kilometer (es zählt nur der Weg in eine Richtung) wird als Zeit in Minuten gleichgesetzt und zur Ausgangszeit von 60 Minuten hinzugezählt.
    Beispiel

    Bei einer Wegstrecke von 25 km beträgt die zeitliche Grenze 85 Minuten (60 Minuten als Ausgangswert plus 25 Kilometer, also 25 Minuten für die Strecke).

    Ist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln länger unterwegs als diese kilometerabhängige Maximalzeit, so sind öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar.

  • wenn die Fahrtdauer mit dem öffentlichen Verkehrsmittel mehr als  120 Minuten beträgt.

  • wenn man eine starke Gehbehinderung von mindestens 50 Prozent hat, blind oder schwerst sehbehindert ist.
Achtung

Die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels ist auf jeden Fall zumutbar, wenn die Wegzeit für die einfache Wegstrecke nicht mehr als 60 Minuten beträgt.


Höhe Großes Pendlerpauschale

Für die Wegstrecke ist die kürzeste Straßenverbindung heranzuziehen.

Einfache Strecke
zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

 Pauschalbetrag
pro Monat
in Euro
Pauschalbetrag
pro Jahr
in Euro
   2 km bis 20 km
   31,00   372,00
 mehr als 20 km bis 40 km
 123,001.476,00
mehr als 40 km bis 60 km
 214,002.568,00
 über 60 km
 306,003.672,00
Beispiele

Beispiel 1:

Eine Arbeiterin arbeitet 20 Tage im Monat und muss an jedem Arbeitstag 65 Kilometer mit dem Auto von zu Hause zur Arbeit und wieder zurück fahren. Sie ist gehbehindert, Bus, Zug und Fußwege dazwischen sind für sie also nicht zumutbar. In diesem Fall werden 3.672 Euro Pendlerpauschale von der jährlichen Steuerbemessungsgrundlage abgezogen. Der Pendlereuro reduziert die Lohnsteuer zusätzlich um 130 Euro.

Beispiel 2:

Der Weg von der Wohnung zur Arbeit beträgt für jemanden, der zwei Mal in der Woche zur Arbeit fährt, 30 Kilometer und für die ersten 20 Kilometer gibt es kein öffentliches Verkehrsmittel. Damit erhält er für die 8 Arbeitstage im Monat zwei Drittel der großen Pendlerpauschale, das sind 984 Euro jährlich, die von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen werden. Zusätzlich erhält er zwei Drittel des Pendlereuro (2/3 von 60 Euro), also 40 Euro, für den Hin- und Retourweg. Liegt das Einkommen für die 8 Arbeitstage im Monat brutto unter 1.255 Euro und muss er deshalb keine Lohnsteuer bezahlen, erhält er wegen des Anspruchs auf das Pendlerpauschale einen Pendlerzuschlag von 290 Euro zusätzlich zur Negativsteuer.

Die Fahrtdauer ist die Summe aus:

  • Wegzeit von der Wohnung bis zur Einstiegstelle des öffentlichen Verkehrsmittels
  • Fahrtdauer des öffentlichen Verkehrsmittels (es ist vom schnellsten auszugehen, z.B. U-Bahn statt Bus)
  • Wartezeiten beim Umsteigen
  • Wegzeit von der Ausstiegstelle zum Arbeitsplatz
  • Wartezeit auf den Arbeitsbeginn (bei Gleitzeit muss man den Arbeitsbeginn bzw. das Arbeitsende auf die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmitteln anpassen)

Bei der Heimfahrt wird in umgekehrter Reihenfolge gerechnet.

Zeit-Berechnung des Arbeitsweges

Für die Berechnung, wie lange der Arbeitnehmer in die Arbeit benötigt, wurden folgende Regelungen konkretisiert:

  • Für die Ermittlung des Weges ist immer jene Wegstrecke ausschlaggebend, die die zeitlich kürzeste Variante darstellt.

  • Öffentliche Verkehrsmittel sind weiterhin dann zumutbar, wenn Bus oder Bahn auf dem überwiegenden Teil der Strecke verkehren und die maximale Zeit damit nicht überschritten wird. Es wird somit weiter als zumutbar erachtet, mit dem Auto zu einem Bahnhof zu gelangen, so lange es nicht die überwiegende Wegstrecke zur Arbeit ist.

  • Gehwege können maximal 1 km betragen. Ist ein Teilstück mehr als 1 km lang, ist somit entweder die Verwendung eines öffentlichen Verkehrsmittels oder des eigenen Autos anzunehmen.  

  • Bei festgelegtem Arbeitsbeginn bzw. -ende ist eine maximale Wartezeit von 60 Minuten zumutbar. Diese Minuten werden in der Berechnung, wie lange der Weg insgesamt dauert, berücksichtigt. Beispiel: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt der Arbeitnehmer in 30 Minuten zur Arbeit, ist jedoch 40 Minuten vor Arbeitsbeginn dort. Somit ist die Gesamtzeit, die für die Berechnung der Pendlerpauschale ausschlaggebend ist, 70 Minuten.

  • Bei Gleitzeit zählt jene Verbindung, mit der man innerhalb der Gleitzeit die Arbeit erreicht bzw. sich die kürzeste Wartezeit ergibt.

  • Ergeben sich bei der Hin- und Rückfahrt unterschiedlich lange Fahrzeiten nach Hause, ist die längere Fahrzeit heranzuziehen.

  • Ergeben sich je nach Arbeitstag unterschiedliche Zeiten, so sind jene heranzuziehen, die sich im Laufe eines Kalendermonats am häufigsten ergeben.

Was sonst noch für Pendler/-innen seit 2013 gilt: 

1. Verbesserungen für Teilzeitbeschäftigte

Auch Teilzeitbeschäftigte können nun ab 4 Arbeitstagen pro Monat das große oder das kleine Pendlerpauschale geltend machen:

  • Für das volle Pendlerpauschale müssen die Voraussetzungen wie bisher an mehr als der Hälfte der möglichen Arbeitstage eines Monats, also zumindest an 11 von 20 Arbeitstagen, gegeben sein.
  • Zwei Drittel können Sie ab 2013 absetzen, wenn Sie diese Voraussetzungen zwischen 8 und 10 Tagen in einem Kalendermonat erfüllen. 
  • Ein Drittel gibt es, wenn diese Voraussetzungen zumindest an 4, höchstens an 7 Tagen des Monats erfüllt sind.

2. Der Pendlereuro

Wer einen Anspruch auf das Pendlerpauschale hat, kann sich zusätzlich einmal im Jahr (!) einen Euro pro Kilometer des Hin- und Retour-Arbeitsweges von der Steuer abziehen lassen.

3. Verbesserung bei geringem Einkommen

Wer die Voraussetzungen für Pendlerpauschale und Pendlereuro erfüllt, aber keine Lohnsteuer zahlt, erhält einen Pendlerzuschlag. So kann die Negativsteuer 2014 bis zu 400 Euro, 2015 bis zu 450 Euro und ab 2016 bis zu 500 Euro betragen, die das Finanzamt über die ArbeitnehmerInnenveranlagung ausbezahlt.

4. Kein Pendlerpauschale bei Dienstfahrzeugen ab 01.05.2013

Stellt der Arbeitgeber ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, das auch privat genutzt werden kann (Sachbezug), gibt es kein Pendlerpauschale und keinen Pendlereuro.

5. Das "Jobticket"

Mit dem neuen „Jobticket“ können Arbeitgeber auf freiwilliger Basis die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel ihrer Mitarbeiter/-innen fördern: Sie können den Beschäftigten steuerfrei eine Streckenkarte für die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Eine Netzkarte ist dann zulässig, wenn keine Streckenkarte angeboten wird oder die Netzkarte nicht mehr als die Streckenkarte kostet. Die Kosten für das Jobticket können die Unternehmen vollständig von ihrer Steuer absetzen.

Das Jobticket kann auch Arbeitnehmer/-innen, die keinen Anspruch auf das Pendlerpauschale haben, zur Verfügung gestellt werden.

Achtung

Wird das Jobticket genützt, kann grundsätzlich kein großes oder kleines Pendlerpauschale und kein Pendlereuro in Anspruch genommen werden.

Ausnahme: 
Steht für einen Teil der Wegstrecke kein Jobticket zur Verfügung, aber es werden für diesen Teil die Voraussetzungen für das Pendlerpauschale erfüllt, kann für diese Teilstrecke ein Pendlerpauschale beantragt werden.

6. Wochenpendler/-innen

Sollten die Voraussetzungen für Familienheimfahrten nicht gegeben sein, kann von Wochenpendlern, die an mindestens 4 Tagen im Monat pendeln, ein aliquotes Pendlerpauschale in Anspruch genommen werden.

Was weiterhin gilt 

Kein Pendlerpauschale gibt es, wenn

  • der Arbeitsweg weniger als 20 Kilometer beträgt und die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln für mehr als die Hälfte des Arbeitsweges zumutbar ist oder
  • der Arbeitsweg mit einem Firmenbus bewältigt werden kann.

Feier-, Urlaubs- oder Krankenstandstage

... vermindern die Pendlerpauschalen weiterhin nicht.

Pendlerpauschale für Teilzeitbeschäftigte

Auch Teilzeitbeschäftigte können seit 2013 ab vier Arbeitstagen pro Monat das Pendlerpauschale geltend machen

Pendlerzuschlag & -ausgleichsbetrag

Wesentliche Begünstigungen für Pendler mit geringem Einkommen bringt die neue Pendlerförderung.

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