Wer zahlt Einkommen- und wer Lohnsteuer?

Lohn- oder Einkommensteuer zahlen Sie für folgende Einkommen:

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  2. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  7. Sonstige Einkünfte

Von diesem Einkommen werden noch Frei­beträge (Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen) abgezogen. Daraus ergibt sich die Grundlage für die Berechnung der Einkommen- oder Lohnsteuer (Bemessungsgrundlage).

  • Lohnsteuer fällt für Einkünfte aus unselbständiger Arbeit nach Abzug der Werbungskosten an.

  • Einkommensteuer fällt für Einkünfte aus selbständiger Arbeit an. Der Gewinn ist steuerpflichtig (Differenz zwischen Betriebseinnahmen und -ausgaben)

Ein Basiseinkommen, das sogenannte Existenz­minimum (11.000 Euro), ist steuerfrei.

Für Einkünfte ab 01.01.2016 erfolgt die Berechnung der Jahreslohnsteuer durch den Jahres­tarif, gestaffelt nach der Höhe der Einkünfte wie folgt:


Einkünfte ...
bis 11.000 Eurosind immer steuerfrei!
von 11.000 bis 18.000 Euro
25,00 %
von 18.000 bis 31.000 Euro35,00 %
von 31.000 bis 60.000 Euro42,00 %
von 60.000 bis 90.000 Euro48,00 %
von 90.000 bis 1 Mio. Euro
50,00 %
mehr als 1 Mio. Euro55,00 %

Beispiel: 
Bei einer Steuerbemessungsgrundlage von 13.000 Euro sind 11.000 Euro steuerfrei. Für 2.000 Euro fallen 25 % Steuer an. Das sind 500 Euro. Davon sind noch Absetzbeträge (Verkehrsabsetzbetrag) abzuziehen. Die Berechnungsformeln zur einfacheren Berechnung der Steuer finden Sie hier

Der Steuertarif ist bei beiden Abgabearten grundsätzlich gleich. Einkommen-/Lohnsteuer unterscheiden sich jedoch in ihrer Erhebungsart: 

  • Die Lohnsteuer ist vom Arbeitgeber einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Damit Sie als Arbeitnehmer/-in Abschreibposten geltend machen können, sollten Sie eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen. Nur in Ausnahmefällen besteht eine Verpflichtung zur Arbeitnehmerveranlagung (Pflichtveranlagung s.u.). 

  • Einkommensteuerpflichtige haben eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Auf dieser Grundlage wird die Einkommensteuer vom Finanzamt vorgeschrieben:

Verpflichtender Steuerausgleich

Folgende Gründe verpflichten Sie zu einer Arbeitnehmer­veranlgung
bis 30. April des nächsten Jahres mit Papier­formular (L1) oder
bis 30. Juni des Folge­jahres mittels FinanzOnline:

  • Sie haben Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen, die keinem Lohnsteuerabzug unterliegen (bei Grenzgängern oder ausländischen Pensionen).

  • Es wurde bei der Lohn­verrechnung ein zu hohes Pendler­pauschale verrechnet, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

  • Es wurde bei der Lohnverrechnung ein (zu hoher) 'Familienbonus Plus' berücksichtigt, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

  • Sie haben einen steuerfreien Kinder­betreuungszuschuss erhalten, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

Bei folgenden Gründen müssen Sie eine Pflicht­veranlagung
bis 30. September des Folgejahres einbringen:

  • Sie haben zeitweise gleichzeitig 2 oder mehrere lohnsteuer­pflichtige Bezüge erhalten (2 Beschäftigungen gleichzeitig) und das steuerpflichtige ist über 12.000 Euro.

  • Bei der Lohnverrechnung wurde bei Ihnen der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag oder der erhöhte Pensionisten­absetzbetrag berücksichtigt, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen.

Nach Aufforderung durch das Finanzamt

  • Sie haben Krankengeld oder Rehabilitationsgeld aus der gesetzlichen Sozialversicherung, Bezüge für Truppenübungen, Bezüge vom Insolvenz-Entgelt-Fonds, bestimmte Bezüge aus der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse oder Bezüge für einen Dienstleistungsscheck erhalten.

  • Sie haben Pflichtversicherungsbeiträge oder Pensionsbeiträge rückerstattet bekommen.

  • Bei Ihnen wurde bei der Lohnverrechnung ein Freibetragsbescheid berücksichtigt.

Verpflichtende Einkommen­steuererklärung

Sie müssen eine Einkommensteuererklärung bis 30. April bzw. 30 Juni des Folgejahres machen,

  • wenn Sie aus selbstständiger Tätigkeit ein Ein­kommen haben, das höher ist als 11.000 Euro oder 
  • wenn Sie das Finanzamt Sie dazu auffordert.

In manchen Fällen sind Sie auch als als Arbeit­nehmerin bzw. Arbeitnehmer dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben:

  • Sie haben neben Ihrem Dienstverhältnis oder Ihrer Pension andere, nicht lohnsteuerpflichtige Bezüge (z.B. aus Werkverträgen) von mehr als 730 Euro im Kalenderjahr erhalten und das Gesamteinkommen ist höher als 12.000 Euro.

  • Sie hatten Kapitaleinkünfte von mehr als 22 Euro im Kalenderjahr, die nicht der österreichischen Kapitalertragssteuer unterliegen.

  • Sie hatten Einkünfte aus einer privaten Grundstücksveräußerung, für die keine Immobilienertragssteuer entrichtet wurde.

TIPP: Unser Service für Ihre Steuer­erklärung

  • Wie können Sie den Gewinn ermitteln?
  • Was kann steuerlich abgesetzt werden?
  • Wie füllt man die Beilage zur Einkommensteuererklärung aus? 

Die AK bietet dazu zahlreiche Tipps und Infos für Freie Dienstnehmer/-innen und Werkvertragsnehmer/-innen.
>> Zum Artikel "Wichtige Infos zur Einkommensteuer"

Kontakt

Kontakt

AK Lohnsteuerberatung
Volksgartenstraße 40
4020 Linz
TEL: +43 50 6906 1603
Anfrage ...

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum