Schimmel in der Wohnung: Wer muss sanieren?

Für die Sanierung zuständig ist derjenige, der für die Ursache des Schimmels verantwortlich ist. Ursachen können sein beispielsweise Baumängel aber auch mangelndes Lüften oder Heizen. Diese Frage kann in der Regel nur von einem Bausachverständigen geklärt werden. 

Oberfläche ist Sache des Mieters

Eine rein oberflächliche Schimmelbildung ist von der Mieterin/vom Mieter zu beseitigen, wenn der Schaden nicht durch Mängel der Bausubstanz bedingt ist und durch richtiges Beheizen und Belüften der Räume vermieden werden kann.

  • Wenn der Schimmel allerdings in das Mauerwerk eindringt und nicht allein durch eine Behandlung der Oberfläche (etwa Neuanstrich mit desinfizierender Farbe) beseitigt werden kann, handelt es sich um einen ernsten Schaden des Hauses, der von der Vermieterin/vom Vermieter zu beheben ist.

  • Verweigert die Vermieterin/der Vermieter die Beseitigung des Schimmels  kann die Mieterin/der Mieter im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes beziehungsweise die Mieterin/der Mieter einer Genossenschaftswohnung beim Bezirksgericht oder - in Linz - bei der Schlichtungsstelle einen Antrag zur Durchführung von notwendigen Erhaltungsmaßnahmen stellen. 

  • Stellt sich in diesem Verfahren jedoch heraus, dass der Schimmel durch die Mieterin/den Mieter verschuldet wurde (etwa durch mangelndes Lüften und Heizen), hat die Mieterin/der Mieter der Vermieterin/dem Vermieter die Sanierungskosten zu ersetzen und die Kosten des Verfahrens bzw. die Gutachterkosten zu tragen.

Miete niedriger wegen Schimmel?

Ist die Mieterin/der Mieter auf Grund einer unverschuldeten Schimmelbildung wesentlich beeinträchtigt, hat sie/er das Recht die Miete entsprechend der Beeinträchtigung zu mindern. Alle Informationen zum Mietzinsminderungsrecht finden Sie im Artikel Mietzinsminderung.

Schimmel: Bei Gefährdung der Gesundheit sogar Auflösung

Wird die Wohnung durch die Schimmelbildung gesundheitsschädlich, ist die Mieterin/der Mieter sogar berechtigt, das Mietverhältnis mit sofortiger Wirkung aufzulösen (§ 1117 ABGB). Im Streitfall muss aber die Mieterin/der Mieter auch beweisen können, dass die Wohnung durch die Schimmelbildung gesundheitsschädlich geworden ist, und es ihr/ihm daher nicht  zumutbar gewesen ist, die vereinbarte Kündigungsfrist  einzuhalten. 

Bei einer schuldhaften Herbeiführung des Schimmels (etwa wenn die Ursache der Schimmelbildung mangelndes Lüften der Wohnung ist) wird die Mieterin/der Mieter im Falle der sofortigen Vertragsauflösung schadenersatzpflichtig. Die Vermieterin/Der Vermieter hat in diesem Fall Anspruch auf Ersatz der Sanierungskosten, des Mietzinses und der sonstigen Nebenkosten, für die die Mieterin/der Mieter bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung hätte aufkommen müssen (zum Beispiel Miete und Betriebskosten für die Dauer der Kündigungsfrist).

ACHTUNG

Außerhalb des Geltungsbereichs des Mietrechtsgesetzes (etwa im Ein- und Zweifamilienhaus, bei gemieteten Eigentumswohnungen) können anderslautende vertragliche Vereinbarungen bestehen.

Die AKOÖ empfiehlt, sofort nach Auftreten des Schimmels die Vermieterin/den Vermieter darüber schriftlich zu informieren und in diesem Schreiben daraufhin zu weisen, dass die weiteren Mietzinszahlungen "unter Vorbehalt der Rückforderung" erfolgen. Genaue Informationen finden Sie hier.

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